Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

bürgerschaft, f.

bürgerschaft, f.
1)
plebs: die bürgerschaft widersetzt sich den eingriffen des adels; jedem abgeordneten aus dem ritterstand sollen zwei aus der bürgerschaft beigeordnet werden.
2)
civitas, bürgerrecht: dasz ich die poetischen, lateinischen namen behalten, geschiehet darumb, dasz jene schon bürgerschaft bei den Deutschen gewonnen und gar geläufig. Logau vorr. s. 2;
latein hat keinen sitz noch land, wie andre zungen,
ihm ist die bürgerschaft durch alle welt gelungen.
2, zug. 40;
eine berufung zur bürgerschaft im göttlichen staate. Kant 6, 320. Niebuhr 1, 446. 467 setzt aber in römischem sinn den populus, die bürgerschaft der plebs, der gemeinde entgegen.
3)
ungewöhnlich für regierung, herschaft, staatseinrichtung:
des redlichen Trajans gerechte bürgerschaft.
Fleming 34;
(wenn) gleichsam alle welt zertrümmert undergeht,
so ist man doch gewis, dasz gottes wort besteht,
dasz seine burgerschaft und statt musz lustig bleiben.
Rompler 30.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 541, Z. 29.

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Zitationshilfe
„bürgerschaft“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/b%C3%BCrgerschaft>, abgerufen am 08.12.2021.

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