Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

bürtig

bürtig,
natus, oriundus, gebürtig: von Niemeck bürtig. Luthers br. 4, 346; da begegnete inen ein junger ritter, welcher aus Frankreich bürtig war. buch d. liebe 28, 1; an euwerer kleidung, so bedünkt mich, ir soltet aus Frankreich bürtig sein. das.; Mahazari, das ist so viel als aus Malucca bürtig. Tabernaem. 1340;
von wannen bist du bürtig her?
H. Sachs III. 1, 74ᶜ;
einer aus Schwabenland bürtig. Kirchhof wendunm. 256ᵃ; andere völker aus diesen ländern bürtig. Micrälius 1, 58; und in iren panern stehn die stät, von dannen sie bürtig sind. bienenk. 209ᵇ; durch einen jungen knaben bürtig aus dem land. Garg. 173ᵃ;
sagt uns von wann ihr bürtig seid.
Ayrer 92ᵃ;
er sei aus Galilea bürtig. Ayrer proc. 2, 10;
dasz die durch gütigkeit des himmels ward geboren,
in der ich alle tag aufs neue bürtig bin.
Opitz 2, 153;
er sagt, dasz Origill hett ihren weg genommen
mit einem newen kerl, so bürtig aus der stadt,
in den sie sich so schnell und heisz verliebet hat.
Werders Ar. 18, 62;
weil sie auch von dannen bürtig.
Logau 3, 5, 48;
und Önomaus und Oresbius,
mit bunter haube, der von Hyla her,
unweit des sees Cephissis bürtig war.
Bürger 166ᵇ;
bürtig aus Bangor in Wallis. Stolberg 10, 44; hatte sich ein junger mensch, von den canarischen inseln bürtig, in dem hause vorstellen lassen. Göthe 10, 68; bin von Kreuznach an der Noh bürtig. Fr. Müller 3, 238. s. gebürtig, ebenbürtig, vollbürtig.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 553, Z. 20.

gebürtig, adj.

gebürtig, adj.
zu geburt, mhd. nur bürtec, wie noch heute auch bürtig (s. d.), obwol gebürtig schon länger vorwiegt. vgl. ahd. imburdich oriundus Schm.² 1, 284, bei Graff 3, 162 inburtig indigena, auch erdpurtig terrigena u. a.
1)
es gilt nur von geburt als herkunft, jetzt sogar nur noch um die ursprüngliche heimat zu bezeichnen: gebürtig, her, natif, né, originaire. Rädlein 327ᵇ; er ist aus Pohlen gebürtig, mit einem aus éiner stadt gebürtig. Steinbach 1, 154; nicht von Frankfurt gebürtig, hatte er sich daselbst niedergelassen. Göthe 24, 115; gebürtig von Lucca. 38, 233, jetzt gewöhnlich mit aus für diesz von, doch von hier gebürtig. bei Stieler 96 auch noch aus einem alten geschlecht bürtig, von losen leuten her bürtig, er setzt gebürtig mit an, braucht aber in den beispielen nur bürtig.
2)
dasz diese beschränkung des gebrauchs nicht ursprünglich ist, zeigt z. b. folgendes gebürtig sein von schwefel, im Vesuv:
mit löchern, da der wind sich dringet aus und ein,
darinnen schwefel auch gebürtig pflegt zu sein.
Opitz 1, 40 (Vesuvius),
doch wol: zu entstehen, sich zu bilden, zu geburt 3, a. vom ursprünglichen heimatlande eines schmetterlings: die phaläne war der sogenante todtenkopf ... sie ist aus Aegypten gebürtig. J. Paul Kampanerth. (1797) 121.
3)
erwähnenswert mhd. gebürtet:
herzog Heinrich ze Beierlant gebürtet (: vürtet).
Lohengr. 7533,
vergl. vorher mit burt gestammet 7523; jenes ist wie genaturt, geartet u. dergl., s. sp. 1621 m.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1877), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 1906, Z. 60.
Zitationshilfe
„bürtig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/b%C3%BCrtig>, abgerufen am 31.07.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)