Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

butte, bütte, f.

butte, bütte, f.
labrum, cupa, dolium, botte (sp. 278), ahd. putin, putina (Graff 3, 87), mhd. büte, bütte, büten (Ben. 1, 286), ags. byden und butte, bytte, engl. butt, altn. bytta, schw. bytta, dän. bötte, ital. botta. unmittelbar verwandt mit bottech, truncus (sp. 278) und bottich f. dolium (sp. 279), wie auch bötticher doliarius gleichviel ist mit böttner, büttner. vocab. 1482 aa 2ᵇ gewährt putten armillum (genus urceoli vinarii) und e 2ᵃ butten dolium, aa 2ᵇ putte stande, zuber, wanne, tina, tornarius. noch später schwankt die schreibung zwischen büd, büden, bütte, botte. in berührung stehn boden und bude. auf urverwandtschaft hätten anspruch πίθος, πυθμήν, πυτίνη, βοῦτις, βύτις, lat. butta, buttus und fundus, mit manigfachem unterschied und wechsel der form.
Bedeutungen.
1)
in die butte werden trauben gelesen und zur kelter getragen: was ubrig ist blieben von Israel, das musz auch nachher abgelesen werden, wie am weinstock, der weinleser wird eins nach dem andern in die butten werfen. Jer. 6, 9;
die bütten, züber, fasz und herbstgeschirr.
Weckherlin 772;
mit kübeln, körblin, zain und butten.
das.
in die groszen bodingen (bottichen) werden die trauben mit hölzernen butten, so man auf dem rucken trägt, eingeschuttet. Hohberg 1, 351ᵇ; in theils orten werden die weinbeer gleich in butten und bodingen nach hause geführt. 1, 352ᵃ; der winzer mit seiner butte. Arnim 1, xx; bald stieg (in der traubenlese) ein zug von arbeitern mit weinblättern gegürtet und bekränzt den berg herunter, deren vordersten zweie ein nacktes schönes kind in einer butte trugen. dies kind trugen sie zum herzog, dasz es ihm einen kranz von seltenen, späten weinblüten aufsetzen sollte. 3, 425. auf die weinbutte geht die redensart 'hand von der butte!' nicht angerührt! noli me tangere; 'die hand von der butten ziehen'; die hand von der butten! es sind weinbeer drinnen; also keine trauben naschen, dann überhaupt, von etwas ablassen: mein vater (hätte) die hand von der butten ziehen und fernerem unglücke vorbauen können. Felsenb. 2, 241. wer nicht (trauben) lesen kann, musz butten tragen, wer wenig geschick hat, musz mit geringem amte vorlieb nehmen.
2)
butte, milchbutte, milchkübel: da überkam er ein grosze bütte, und setzt si uf den markt und kouft alle milch, die dar uf den markt kam und liesz sie in die bütte schütten. Eulensp. cap. 70;
im anmutigen lenz, wann milch von den butten herabtrieft.
Voss Il. 2, 471;
voll schwamm das geschirr von der molke,
butten und kübel gesamt.
Od. 9, 223;
wenn liebliche milch die bütten erfüllet.
Stolberg 11, 66
3)
wasserbutte, badebutte, meischbutte, malzbutte: da legt Aulnspiegel die belz in ein büd vol wassers. Alberus wider Witzel F 4ᵇ; im bad, in der bütten. Garg. 72ᵇ;
kein pferd sauft bütten aus, ein schof voll ist ihm lieber.
Wiedemann mai 56;
wär auch ein böser mensch gleich einer lecken bütte,
die keine wolthat hält, dem ungeachtet schütte,
sind beides bütt und mensch nicht allzu morsch und alt,
nur deine wolthat ein. wie leicht verquillt ein spalt.
Lessing 1, 7;
wo ein priester, mit einem groszen wedel versehen, das weihwasser, das in butten und kübeln vor ihm steht, nicht schonend, auf die muntern geschöpfe derb losspritzt. Göthe 27, 262;
Talke Lorden Quaks traf mit der butte den armen.
40, 27
de slôch mit der butte.
Reinke 730.
die gerber und papiermacher brauchen eine butte zum einweichen.
4)
oft erhellt nicht der gebrauch des geräts, das bald als stehend gedacht und umgestürzt, bald auf dem rücken getragen wird: ich wil den alten von einander hawen, das man im sehe die därme und in ein büden zusamen klauben. Albr. von Eybe Plautus 102ᵇ; als man einer hennen thuͦt, die den klux hat und brütig ist, zum ersten berupft man sie, darnach ribt man sie mit nesselen, darnach stoszt man sie in ein kalt wasser und stürzt sie dann under ein bütten. Keisersb. bilg. 58ᵃ; wann der hennen der klux also genomen ist, so stürzt man sie under ein bütten und lat sie sitzen. 58ᵃ; man stöszt die henne under ein metzen oder büten. spinnerin d 2ᵃ; da sagt der meister, knecht, wiltu neigen, so nei wol und neg, das man es nit sicht. Ulenspiegel sagt ja und nimpt die nadel und gewant darmit und kreucht under ein bütten. Eulensp. cap. 48; trag in, wie man die juden henkt, den kopf under sich, wie den säuen, denn es ist ein geschlecht mit dem under der bütten. Garg. 134ᵇ; ganze butten voll. mägdelob 60;
unter körben und butten voll sachen keines gebrauches.
Göthe 40, 239.
volksglaube ist, dasz, wie die kleinen kinder der storch bringe oder man sie aus dem brunnen hole, eine alte frau in der bütte sie hertrage: ich gieng damals in mein sechstes jahr und hatte schon zwei brüder und eine schwester, von denen es hiesz, dasz eine alte frau sie in einer butte gebracht. der a. mann im Tockenb. 13, vgl. das kind in der butte unter 1.
5)
butte, wie sie im land umgehende krämer auf dem rücken tragen, vgl.buttenkrämer:
die kamen dar mit eines krämers bütten.
Ambr. lb. s. 181;
der Phöbus zeigt dadurch den innerlichen schmerz,
der blut und galle kocht, wenn krämer ohne sorgen
den freibrief seiner kunst von ihrer butte borgen.
Günther 397.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 579, Z. 59.

butte, f.

butte, f.
rosa canina, gewöhnlich hagenbutte, hainbutte, auch buttel, buttelrose, buttelhiefe genannt, eigentlich die frucht des weiszdorns, rubus, und weil diese einem kleinen griebs oder butz gleicht, so scheint butte, buttel mit dem vorhin abgehandelten butt und mit butz unmittelbar verwandt. 1, 321 unter anfademen sind sicher hagebutten, keine fische gemeint; er ist nit einer butten werth. Spangenb. lustg. 367. s.butze 3.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 580, Z. 78.

butt, butte, m.f.

butt, butte, m.f.
rhombus, pleuronectes flesus, flinder, flunder, scholle. nnl. bot m. und f. im kindermärchen n 19 butt m., vielleicht mit dem folgenden adj. im zusammenhang.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 578, Z. 55.

butte, bütte, f.

butte, bütte, f.
labrum, cupa, dolium, botte (sp. 278), ahd. putin, putina (Graff 3, 87), mhd. büte, bütte, büten (Ben. 1, 286), ags. byden und butte, bytte, engl. butt, altn. bytta, schw. bytta, dän. bötte, ital. botta. unmittelbar verwandt mit bottech, truncus (sp. 278) und bottich f. dolium (sp. 279), wie auch bötticher doliarius gleichviel ist mit böttner, büttner. vocab. 1482 aa 2ᵇ gewährt putten armillum (genus urceoli vinarii) und e 2ᵃ butten dolium, aa 2ᵇ putte stande, zuber, wanne, tina, tornarius. noch später schwankt die schreibung zwischen büd, büden, bütte, botte. in berührung stehn boden und bude. auf urverwandtschaft hätten anspruch πίθος, πυθμήν, πυτίνη, βοῦτις, βύτις, lat. butta, buttus und fundus, mit manigfachem unterschied und wechsel der form.
Bedeutungen.
1)
in die butte werden trauben gelesen und zur kelter getragen: was ubrig ist blieben von Israel, das musz auch nachher abgelesen werden, wie am weinstock, der weinleser wird eins nach dem andern in die butten werfen. Jer. 6, 9;
die bütten, züber, fasz und herbstgeschirr.
Weckherlin 772;
mit kübeln, körblin, zain und butten.
das.
in die groszen bodingen (bottichen) werden die trauben mit hölzernen butten, so man auf dem rucken trägt, eingeschuttet. Hohberg 1, 351ᵇ; in theils orten werden die weinbeer gleich in butten und bodingen nach hause geführt. 1, 352ᵃ; der winzer mit seiner butte. Arnim 1, xx; bald stieg (in der traubenlese) ein zug von arbeitern mit weinblättern gegürtet und bekränzt den berg herunter, deren vordersten zweie ein nacktes schönes kind in einer butte trugen. dies kind trugen sie zum herzog, dasz es ihm einen kranz von seltenen, späten weinblüten aufsetzen sollte. 3, 425. auf die weinbutte geht die redensart 'hand von der butte!' nicht angerührt! noli me tangere; 'die hand von der butten ziehen'; die hand von der butten! es sind weinbeer drinnen; also keine trauben naschen, dann überhaupt, von etwas ablassen: mein vater (hätte) die hand von der butten ziehen und fernerem unglücke vorbauen können. Felsenb. 2, 241. wer nicht (trauben) lesen kann, musz butten tragen, wer wenig geschick hat, musz mit geringem amte vorlieb nehmen.
2)
butte, milchbutte, milchkübel: da überkam er ein grosze bütte, und setzt si uf den markt und kouft alle milch, die dar uf den markt kam und liesz sie in die bütte schütten. Eulensp. cap. 70;
im anmutigen lenz, wann milch von den butten herabtrieft.
Voss Il. 2, 471;
voll schwamm das geschirr von der molke,
butten und kübel gesamt.
Od. 9, 223;
wenn liebliche milch die bütten erfüllet.
Stolberg 11, 66
3)
wasserbutte, badebutte, meischbutte, malzbutte: da legt Aulnspiegel die belz in ein büd vol wassers. Alberus wider Witzel F 4ᵇ; im bad, in der bütten. Garg. 72ᵇ;
kein pferd sauft bütten aus, ein schof voll ist ihm lieber.
Wiedemann mai 56;
wär auch ein böser mensch gleich einer lecken bütte,
die keine wolthat hält, dem ungeachtet schütte,
sind beides bütt und mensch nicht allzu morsch und alt,
nur deine wolthat ein. wie leicht verquillt ein spalt.
Lessing 1, 7;
wo ein priester, mit einem groszen wedel versehen, das weihwasser, das in butten und kübeln vor ihm steht, nicht schonend, auf die muntern geschöpfe derb losspritzt. Göthe 27, 262;
Talke Lorden Quaks traf mit der butte den armen.
40, 27
de slôch mit der butte.
Reinke 730.
die gerber und papiermacher brauchen eine butte zum einweichen.
4)
oft erhellt nicht der gebrauch des geräts, das bald als stehend gedacht und umgestürzt, bald auf dem rücken getragen wird: ich wil den alten von einander hawen, das man im sehe die därme und in ein büden zusamen klauben. Albr. von Eybe Plautus 102ᵇ; als man einer hennen thuͦt, die den klux hat und brütig ist, zum ersten berupft man sie, darnach ribt man sie mit nesselen, darnach stoszt man sie in ein kalt wasser und stürzt sie dann under ein bütten. Keisersb. bilg. 58ᵃ; wann der hennen der klux also genomen ist, so stürzt man sie under ein bütten und lat sie sitzen. 58ᵃ; man stöszt die henne under ein metzen oder büten. spinnerin d 2ᵃ; da sagt der meister, knecht, wiltu neigen, so nei wol und neg, das man es nit sicht. Ulenspiegel sagt ja und nimpt die nadel und gewant darmit und kreucht under ein bütten. Eulensp. cap. 48; trag in, wie man die juden henkt, den kopf under sich, wie den säuen, denn es ist ein geschlecht mit dem under der bütten. Garg. 134ᵇ; ganze butten voll. mägdelob 60;
unter körben und butten voll sachen keines gebrauches.
Göthe 40, 239.
volksglaube ist, dasz, wie die kleinen kinder der storch bringe oder man sie aus dem brunnen hole, eine alte frau in der bütte sie hertrage: ich gieng damals in mein sechstes jahr und hatte schon zwei brüder und eine schwester, von denen es hiesz, dasz eine alte frau sie in einer butte gebracht. der a. mann im Tockenb. 13, vgl. das kind in der butte unter 1.
5)
butte, wie sie im land umgehende krämer auf dem rücken tragen, vgl.buttenkrämer:
die kamen dar mit eines krämers bütten.
Ambr. lb. s. 181;
der Phöbus zeigt dadurch den innerlichen schmerz,
der blut und galle kocht, wenn krämer ohne sorgen
den freibrief seiner kunst von ihrer butte borgen.
Günther 397.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 579, Z. 59.
Zitationshilfe
„bütte“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/b%C3%BCtte>, abgerufen am 16.07.2020.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch (¹DWB)