Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

bützlein, n.

bützlein, n.
diminutiv von butze, in allen bedeutungen.
1)
ocellus, an obst, blume und korn: ein omeisz tregt in, so das korn zeitig ist und beiszet das bützlin an dem weiszen (weizenkorn) ab, das wachsen solt und frucht bringen, als gescheid ist ein omeisz, das hat im gott angeschöpft. Keisersb. brösmal. 54ᵃ. vgl. butzweize; mitten in der blume (der malva alcea) erscheinet ein goldgelbes bützlein. Tabernaem. 1155; der blust und was ime zustendig als dessen blettlein, butzlein und der samen. Thurneisser infl. wirk. 11; aus in kleine, schneeweisze blümlein mit braunfarben bützlein entstant. 62.
2)
caput ulceris: so ein hitz oder frost kompt mit eim adereiszle, schwarz, auszenumb rot, mit einem weiszen bützlin. Paracelsus chir. schr. 432ᵃ.
3)
punctulum: andere wöllen, die schwarzen bützlin oder pünctlin am ende der ohren seien inen (den schnecken) von natur geben anstatt der augen. Forer fischbuch 194ᵇ.
4)
meta, zielpunct, pünctlein, oder visier, korn zum absehn:
gar weh dem zwölften war im kopf,
vom stand auf dbüchs fiel im ein tropf,
dasz er das bützlin nit kondt sehen,
also den schusz nit recht ausspehen.
Haupt 3, 249.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 596, Z. 58.
Zitationshilfe
„bützlein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/b%C3%BCtzlein>, abgerufen am 16.07.2020.

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