Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

bedräuen

bedräuen,
comminari, bedrohen, über das verhältnis beider formen wird beim einfachen dräuen und drohen gesprochen. Luther schreibt drewen und bedrewen, was freilich neuere ausgaben der bibel in drohen, bedrohen wandeln: und stund auf und bedrewete den wind und das meer, da ward es ganz stille. Matth. 8, 26; und Jesus bedrewete sie und sprach, sehet zu, das es niemand erfare. 9, 30; und bedrewete sie, das sie in nicht meldeten. 12, 16; und Jesus bedrewet in und der teufel fuhr aus von im. 17, 18 u. s. w.; unglück zu vermeiden bedräuwet ward. Kirchhof wendunm. 215ᵇ; was für eine polizei das sein soll, wodurch allen den übeln vorgebeugt werden könnte, womit uns die schwarzgelben sittenlehrer so fürchterlich bedräut haben. Wieland 6, 74; um den staat mit gefährlichen unruhen zu bedräuen. 6, 280;
starrt mit erschrocknem blicke
den ritter an, und findet, da er ihn
für den erkennt, mit dem ihn sein geschick
vorlängst bedräut, für rathsam abzuziehn.
17, 73;
läszt fürwahr die trauten kindelein
gefahr und leid nicht eben leicht bedräun.
Bürger 28ᵇ;
bei gefahr und noth,
die meinen liebling, die mich selbst bedräut
Göthe 9, 285.
tadelhaft fügen einige zu bedrohen, wie zu drohen, den dat. statt des acc. der person: bald bedräuten erdbeben der natur den untergang. Gökingk 2, 73.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1236, Z. 43.

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bauchbinderin bedünken
Zitationshilfe
„bedräuen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/bedr%C3%A4uen>, abgerufen am 02.06.2020.

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