Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

behelligen

behelligen
molestiam exhibere, einen bemühen, belästigen, ermüden, von hellig müde, matt (Schm. 2, 172), mhd. hellec (Ben. 1, 660ᵇ). das einfache helligen, ermüden, stören ist ungebräuchlich, vgl. abhelligen, ↗aushelligen, erhelligen. erfuhren aber bald, dasz mein herr, der soldatenwache ins haus bekommen hatte, nicht allein von der beschimpften dame, sondern auch noch von einer höheren person behelligt werde. Felsenb. 3, 385; es verlohnte sich wol der mühe nicht uns damit zu behelligen. Wieland 8, 66; falls ihr euch auch mit solchen dingen behelligen wolltet. Wieland bei Merck 1, 105; alle die sich seit angezeigter zeit damit behelligten in solchen schriften und blättern aufzutreten. Klopstock 12, 269; was den magnificus betrift, so werden sie nicht unterlassen haben, ihre ehrfurcht für seine ruhe vorzuschützen, dasz sie ihn nicht behelligen wollen. Hamann 3, 325; da in der that keine unart verächtlicher ist, als die ohren seiner freunde mit unwahrheiten zu behelligen. Münchhausens reisen 9; die landescollegien werden mit keinen händeln und processen von dorther behelligt. Göthe 17, 23; dasz ihr mich nicht mit irgend etwas behelligt, was ich nicht höchst nöthig erfahren musz. Tieck 4, 403; ich musz sie freilich mit meinen übersichtigen grillen behelligen, wem sollt ich sie sonst mittheilen? Bettine br. 1, 50; lasz mit deinen sachen mich künftig unbehelligt. es ist ein vornehmer ausdruck, mit dem höhere von sich ablehnen, zurückweisen, sie wollen unbehelligt sein.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1335, Z. 44.
Zitationshilfe
„behelligen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/behelligen>, abgerufen am 18.02.2020.

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