beifallen
Fundstelle: Lfg. 6 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1369, Z. 21
nnl. bijvallen.
1)
dabei, daneben fallen, hinfallen: und alle threne in gottes sack gefasset, das nicht einer sol beifallen oder vergessen sein. Luther 8, 344ᵃ. br. 4, 434; das ir nicht von mir weichen wollet, sondern alle vor einen mann meinetwegen stehen und beifallen (fallen). Reutter kriegsordn. 30.
2)
einem beifallen, assentiri, beistimmen, beipflichten: der pastor mag die kirche vermahnen und bereden, das sie im beifalle und bewillige fastage aufzusetzen. Luther 5, 10ᵇ; wird mir ein jeder verstendiger beifallen. Kirchhof disc. mil. 10; wie dan ein jeglicher, so dessen ein verstand hat, mir hierin wird beifallen. bienenk. 205ᵃ; und wie er ungern sonsten der worheit beifelt. Ayrer proc. 1, 14;
fallt gott mit diesem lobe bei,
dasz er allein nur mächtig sei.
Opitz ps. s. 128;
fallen wir der meinung bei, dasz. Gryphius 1, 56; derohalben fallen wir mit ganzem herzen bei und glauben. Spee g. tugendb. 3ᵇ; und nur im herzen fiele bei. 18; dasz er einer sache weiter beifalle, als er von der wahrheit derselben vergewissert ist. Leibnitz 2, 321; die welt fällt dem gezeugnis bei. Wernicke 26;
ein betrübter esel heult —
und der affe fiel ihm bei.
Hagedorn 2, 31;
dasz man den Plautus nicht allzu unbehutsam, auf unkosten des Horazes erhebt, noch auch dem Horaz auf unkosten des Plautus völlig beifällt. Lessing 3, 15; ich finde den deutlichsten beweis darinne, dasz sie mir nicht aus höflichkeit, sondern aus überzeugung beigefallen sind. 3, 331; ihrem urtheile über die Wilhelmine falle ich völlig bei. 12, 167;
also sprach Adramelech. nun fiel die ganze versammlung
Satan auf einmal mit ungestüm bei.
Klopstock Mess. 2, 731;
weil nun der hofnarr das herz des königs hatte und in der that für den besten kopf des ganzen hofs gehalten wurde, so fiel ihm jedermann bei. Wieland 12, 166;
dem bruder fall ich bei, ich musz ihn loben.
Schiller 502;
fallen sie mir bei, so hab ich weiter nichts zu sagen. J. Paul Hesp. 2, 38; als ein Gascogner einer ihm unglaublichen erzählung höflich beigefallen war. aesth. 2, 20; derselben meinung fallen auch angesehene peinliche rechtslehrer bei. jubels. 60; mit der zauberkraft herschender überlegenheit, der innerhalb der mauern eines rathszimmers, vor beifallenden theilnehmern nur höchst gesunde gemüther widerstehen können. Niebuhr 2, 379.
3)
einem beifallen, einfallen, subire: mir fielen alle diese umstände wieder aufs lebhafteste bei. Rabener 2, 216; wenn dem schauspieler seine rede nicht auf das schleunigste beifällt, so kann er fast nicht den geringsten gebrauch von seinen talenten machen. Lessing 4, 199; da indes dem Quadratus sein vorgänger so völlig unbekannt geblieben war, so konnte ihm so leicht kein argwohn darüber beifallen. 8, 348; beantwortung einer frage, die dem (es steht den) leser beigefallen sein könnte. Wieland 8, 217; sie kennen die lieder dieses liebenswürdigen schwärmers zu gut, schöne Danae, dasz ihnen nicht zwanzig andere stellen beifallen sollten. 10, 89; da ihm zugleich beifiel, dasz ihm sein herr eine solche nachlässigkeit nicht vergeben würde. 11, 242; dies wird jedem beifallen. Herder 1, 222; wenn es mir bei der wahrheit seines spiels beifällt, dasz ihm dieser charakter nicht natürlich ist. Schiller 1114; ich hatte auch einen fürchterlichen traum, wenn er mir doch beifiele. Tieck 12, 60.
Zitationshilfe
„beifallen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/beifallen>, abgerufen am 24.10.2019.

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