beipflichten
Fundstelle: Lfg. 6 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1389, Z. 15
accedere, assentiri, astipulari. pfliht hiesz in der alten sprache eine obliegende, übernomme sorge, ein dienst, pflihten sich einem zu dienst verbinden:
nû lât in zuo iu pflihten.
Walther 12, 15;
si pflihten alle wider mich.
58, 32;
hin ze wîben nâch hôhem muote
sult ir die sinne rihten
und an ir helfe phlihten.
Wh. 6, 8.
beipflichten ist demnach zu einem in pflicht treten, sich einem pflichtlich verbinden, folglich stärker als bloszes beistimmen, ein wirkliches treten auf seine seite, sich hingeben. Luther musz das wort kennen, da er beipflichter davon ableitet.
hier ist kein unterschied zu merken,
sie sind nur sünder allzumahl,
sind böser art in ihren werken,
ihr arges thun ist ohne zahl.
nicht einer kan vor gott bestehen,
nur Christus pflichtet ihnen bei (hilft ihnen):
ihr thun ist nichts und musz vergehen,
denn er macht sie aus gnaden frei.
Opitz 3, 98.
zu Babel wurden schöne töchter auf freiem markte feil gestellt,
die ungestalten aber nahmen zur mitgift so gelöstes geld.
ich aber, wann ich diesem brauche nach willen sollte pflichten bei,
so meint ich, dasz allhier das geben viel seliger als nehmen sei.
Logau 3, 6, 92;
ich musz ihrer vorsicht beipflichten. Gotter 3, 190; grundsätzen bepiflichten, die ich verabscheue. Klinger 1, 384.
Zitationshilfe
„beipflichten“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/beipflichten>, abgerufen am 18.11.2019.

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