Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

beitritt, m.

beitritt, m.
1)
accessus: der beitritt der Engländer zu dem bund der Deutschen verbürgt ihm den sieg; ich eile ihnen eine andere entdeckung mitzutheilen, die viel zu wichtig ist, als dasz ich nicht zu völliger benutzung derselben, ihren oder eines andern würdigen gelehrten unserer kirche beitritt auffordern dürfte. Lessing 8, 317; der begrif eines göttlichen beitritts oder mitwirkung. Kant 5, 436; er kann von der natur zwar einen zufälligen beitritt, aber keine gesetzmäszige zusammenstimmung zu seinem zwecke erwarten. 7, 337; die gesetze der materie als solche kennen und sie von dem beitritte aller andern ursachen läutern. 8, 542;
er wandte sich zu allen freunden,
um ihren beitritt zu erflehn,
den hunden, seinen ärgsten feinden
zu steuren oder zu entgehn.
Hagedorn 2, 34.
2)
weidmännisch heiszt beitritt, wenn der hirsch fingerbreit mit dem hintern lauft neben den vordern tritt; wenn du den hintern fusz bei dem fördern (in der erde als spur eingedrückt) siehest, dasz sie gleich bei einander stehen, und jedweder für dem andern gehe, so ists gar ein gewis zeichen von einem hirsch, denn es eine hindin nicht thun mag, und solches nennet man den beitritt. Becher s. 37;
weidemann, lieber weidemann sag mir an,
wo hat der edle hirsch seinen ersten beitritt gethan?
aus mutterleib, umb die liebe mutter sein
thät er den ersten beitritt sein.
weidsprüche 166.
vgl. abtritt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1406, Z. 22.

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Zitationshilfe
„beitritt“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/beitritt>, abgerufen am 13.08.2020.

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