Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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bewenden

bewenden,
convertere, anwenden, verwenden, goth. bivandjan, ahd. piwentan (Graff 1, 758. 759), mhd. bewenden.
1)
wie neben dem part. bewandt (sp. 1766) erscheinen auch neben dem ganzen verbum die adv. wol, übel, besser. mhd.
swenner sîne stunde
niht baʒ bewenden kunde.
Iw. 24;
wand er muoʒ sîne unmüeʒecheit
übel oder wol bewenden.
Trist. 490, 17;
daʒ hât si wol bewendet.
Er. 10109;
die reise het er wol bewant.
Wigal. 659;
wer sîn dienst wil bewenden wol.
Bon. 11, 61;
wir ziehen heute anwenden und verwenden vor.
2)
in oder zu etwas bewenden: er solt es bewenden in den nutz des herren. Keisersb. post. 2, 115; das bös zu strafen und das gut so darunder gefunden wirt, in den gebrauch der heiligen lere zu bewenden. Reuchlin augensp. 9ᵃ; das er den ganzen rabi Salomon nach allem vermögen zu der cristenlichen kirchen groszem nutz verwandt hat. verst. 8ᵇ; leihen und helfen sol man an denen es bewandt (angewandt) ist. Mathesius 26ᵃ.
3)
von wenden, enden kommt bewenden, es dabei bewenden lassen, acquiescere in aliqua re, dabei still stehn, aufhören, sich beruhigen: es bewendet dabei, soll bewenden; in den höchsten sorgen, es möchte bei diesem einfall nicht bewenden (verbleiben). Reinhard werth. gegenb. 2, 186; wir wollen es bei dem alten bewenden lassen; er liesz es nicht bei bloszen worten bewenden; sie läszt es selten bei dem, was ich sage, bewenden. Gellert; donna Maria liesz es nicht bei der bloszen freundschaft bewenden. Wieland 11, 6; ich erzählte ihm im allgemeinen was zu sagen war und er liesz es dabei bewenden. Göthe 24, 281; man versuchte, was man voraussehen konnte, und liesz bewenden, was man nicht hätte beabsichtigen sollen. 32, 85; so wird die gerechtigkeit eine liebende mutter sein und läszt es bei dem rade bewenden. Schiller 122ᵇ; man liesz es an der tafel bei drei schüsseln bewenden;
beim sarge laszt es nur bewenden,
legt mich nur in ein Rheinweinfasz!
4)
einem bewandt, verwandt, nahe liegend, verpflichtet: solt auch etwas beschwerlichs wider e. kön. w. oder jemands anders, höheres oder wenigers stands, und bevor wider die, den wir mit verpflichtung bewand, geschrieben oder sonst ichts unchristlichs fürgenomen sein, das were uns nicht lieb. Luther 2, 218ᵇ; was die angeborne bosheit sei, die dem herzen bewandt ist, die man die erbsünde nennet. Melanchthons hauptart. verdeutscht. 25.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1854), Bd. I (1854), Sp. 1781, Z. 67.

bewenden, n.

bewenden, n.
1)
ratio, conditio, bewandtnis:
es hat damit sein eignes bewenden.
Schiller 340ᵇ.
2)
res integra, verbleiben, beruhen: es mag damit sein bewenden haben;
wiltu des pfaffen müszig stahn,
so hat es sein bewendens wol.
Ayrer fastn. sp. 63ᶜ;
der abgeordnete Altfranke brachte dawider so wenig erhebliches vor, dasz alles auf einmal vorbei war und es bei der erklärung der aldermänner sein bewenden hatte. Klopstock 12, 332; bei dem ausspruch behält es sein bewenden.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1854), Bd. I (1854), Sp. 1782, Z. 35.

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Zitationshilfe
„bewenden“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/bewenden>, abgerufen am 28.11.2021.

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