bewohnen
Fundstelle: Lfg. 8 (1854), Bd. I (1854), Sp. 1787, Z. 49
habitare, nnl. bewonen: ein land, eine stadt, ein haus bewohnen; sie werden heuser bawen und bewonen. Es. 65, 21; das es das land bawe und bewone. Jer. 27, 11; und die stedte, so wol bewonet sind, sollen verwüstet werden. Ez. 12, 20; die thiere bewohnen den wald, die fische das wasser.
die ihr felsen und bäume bewohnt, o heilsame nymphen.
Göthe 2, 130;
man gebraucht es auch von leblosen und abstracten dingen, im sinne von einnehmen, occupare: das bücherbret (im zimmer des hauptmanns) bewohnte die degenkuppel (sie lag auf dem bret). J. Paul Tit. 2, 120; ein durst nach allem groszen, was den geist bewohnt (erfüllt) und hebt. 1, 30; herzen, die er alle nur bereiset, weil er keines bewohnt. 3, 135 (oben sp. 1497);
bewohn er (lug und trug) hütten oder schlösser (sp. 1433);
Mars selbs bewohnet dein gemüt.
Weckherlin 372;
euch bewohnet stets mein sinn,
und ich trag in gleichen schmerzen
euer herz in meinem herzen.
Fleming 462.
o unglückselges schlosz, mit flüchen
erbaut, und flüche werden dich bewohnen.
Schiller 521ᵇ.
Zitationshilfe
„bewohnen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/bewohnen>, abgerufen am 18.11.2019.

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