Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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bezeigen

bezeigen,
declarare, monstrare, indicare, anzeigen, erzeigen, mhd.
der rinc was bezeiget, dâ soldeʒ spil geschehen.
Nib. 412, 1;
meige ist bezeiget in dem grüenen walde.
MS. 1, 13ᵇ,
laub und blumen zeigen ihn an, weisen ihn; nhd. bezeigen (erweisen) sie mir diese erste gefälligkeit Lessing 2, 419; Heinrich bezeigte (erwies) sich ungemein willig ihm zu dienen. 6, 163; um dem oberhaupte des reiches die gehörige verehrung zu bezeigen. Göthe 24, 302; ich überreichte ihm den risz, über den er grosze freude bezeigte (zu erkennen gab) 26, 19; er bezeigte wenig lust, die stelle anzunehmen; er bezeigte für die empfangne wolthat die gröszte dankbarkeit; bezeigte mit allem seine zufriedenheit. da declarare oft auch ein testificari sein kann, so rühren bezeigen und bezeugen aneinander, wie schon die einfachen zeigen und zeugen, zeihen und ziehen, dicere und ducere, wo mehr gesagt werden soll.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1854), Bd. I (1854), Sp. 1796, Z. 56.

bezeigen, n.

bezeigen, n.
agendi, se gerendi ratio, benehmen, betragen: Floramene empfieng das betrügliche trauergedicht, welches sie vor weinen und jämerlichen bezeugen nicht ansehen kunte. pol. stockf. 313; es ist nicht zu beschreiben, was des herrn mag. Schmelzers religieuse anordnung und selbsteigenes andächtiges bezeigen beim altar und auf der canzel vor ganz auszerordentlichen eindruck in aller gegenwärtigen herzen that. Felsenb. 2, 169; ihr freundliches und dienstfertiges bezeigen machte sie bei jedermann beliebt. Rabener 1, 191;
mit was lieblichem bezeigen
gab sie sich mir ganz zu eigen!
Canitz 172;
um dem zu weibischen bezeigen.
in zukunft bestens vorzubeugen.
Hagedorn 2, 106;
wie wenig jahr und stand mir dies bezeigen rathen.
J. E. Schlegel 1, 435;
es ist wahr, ich habe mich über ihr bezeigen einigermaszen selbst gewundert. Lessing 2, 364; sollte ich einen liebhaber oder einen stutzer reden lassen, so ruft ich mir das bezeigen des Barons oder des Beauburgs ins gedächtnis zurück. 3, 21; er nennet sie mit namen, die der papst uneingedenk seines reuigen bezeigens zu Vercelli, auf anliegen des Humbertus, zu Rom wiederum reordinierte. 8, 378; der contrast seines finstern bezeigens mit der allgemeinen fröhlichkeit. Wieland 2, 309; er war lang, von majestätscher gestalt und von so einnehmendem bezeigen, dasz er in kurzer zeit alle herzen gewann. 6, 100; einnehmend in seinem bezeigen. 6, 153; ist es nicht, dasz sie etwas in meinem äuszerlichen bezeigen fanden, dasz sie zurückhielt? Sophie Laroche bei Merck 1, 33; ich gieng nicht eher in mein heimliches artiges stübchen, als bis ich hoffen durfte, den widrigen eindruck meines unfreundlichen bezeigens gut gemacht zu haben. Thümmels reise 2, 55; alle castilianische grosze ... schienen ihren verjährten groll gegen den flämischen adel ausgezogen zu haben und beeiferten sich in die wette, ihn durch ein angenehmes bezeigen zu gewinnen. Schiller 812ᵇ; von dem gange, von der haltung des körpers und der stellung, von dem ganzen bezeigen eines menschen, in sofern es in seiner gewalt ist. 1114ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1854), Bd. I (1854), Sp. 1796, Z. 72.

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Zitationshilfe
„bezeigen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/bezeigen>, abgerufen am 06.12.2021.

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