Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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bezeugen

bezeugen,
testari, testificari, mhd. beziugen.
1)
die wahrheit einer sache durch seine aussage bekräftigen: und der das gesehen hat, der hat es bezeuget. Joh. 19, 35; die gerechtigkeit, die vor gott ist offenbaret und bezeuget durch das gesetz und die propheten. Röm. 3, 21; dieweil sie sich damals mit milch lieszen benügen, inmaszen Petrus bezeugt, Keisersb. s. d. m. 23ᵃ; item wann eben derselb Augustinus, desgleichen Leo klärlich bezeugen, dasz. 37ᵇ;
als dise gleichnus hie bezeugt
aus Christi mund, der nit betreugt.
Schwarzenberg 111, 1;
ich kann alle einzelnen umstände, wie sie erzählt werden, bezeugen; stark bezeugte anklage.
2)
einen bezeugen, für oder wider einen zeugen: sintemal ir gewissen sie bezeuget. Röm. 2, 15; dein eigen gebet straft dich und ist wider dich, bezeugt dich, beklagt dich. Luther 1, 72ᵇ; und darf hie keiner furbitt, denn ir eigen gewissen sie reichlich bezeugt, wie sie so gar nichts wissen und so stockungelehrt sind. br. 2, 55; es ist doch war, was ich von im sag, ich wil es in bezügen. Keisersb. s. d. m. 29ᵇ; damit schmehest du in, wenn du schon in des bezügest vor eim rechten, sol man auch darüber urteilen. das.; darzu sag ich, dasz du solches in deinen rachen erlogen hast, dann ich dich solches (ejus rei) genugsamlich bezeugen wil, dasz du gar nahe der erste mann an dem hofe gewesen bist, so solchs geäffert hat. Galmy 276.
3)
einen bezeugen, überzeugen, überführen: welche alle (gottes werke) im anfang sehr gut gewesen, und von gottes güte, reichthumb, weisheit und allmechtigkeit die menschen haben bezeugen sollen. Mathesius 42ᵃ.
4)
sich bezeugen, von sich zeugen: und ich auch noch heutigs tags begere meine irrthume mir zu beweisen, und ich willig zu widersprechen (widerrufen) were, wo ich geirret hette, des ich mich hierinne bezeuge. Luther 1, 352; das bezeug ich mich hiemit gegen gott. br. 4, 473; so protestier ich zum ersten und bezeug mich mit diser schrift, das ich das nit wil thun zu rach. Reuchlin augensp. 4ᵇ und oft.
5)
bezeugen, manifestare, declarare, mit bezeigen zusammenstoszend: denn du hast uns bezeuget und gesagt. 2 Mos. 19, 23; nemet zu herzen alle wort, die ich euch heute bezeuge. 5 Mos. 32, 46; doch bezeuge inen und verkündige inen das recht des königs. 1 Sam. 8, 9; so bezeuget ir zwar und bewilliget in ewer väter werk. Luc. 11, 48; auch mit viel andern worten bezeuget er und ermanet und sprach. apost. gesch. 2, 40; und lereten frei im herrn, welcher bezeuget das wort seiner gnade und liesz zeichen und wunder geschehen durch ire hende. 14, 3; zu ermanen und zu bezeugen. 1 Petr. 5, 12; mit den werken aber bezeugte er alsobalden, dasz er der erste wäre, der meinem kränzlein nachstellete. Simpl. 2, 126; wann ich eine gleichsam unsinnige liebe gegen ihn bezeugte. 2, 127; wann ihr euch für ein kind gottes ausgebet und bezeuget doch mit eurem rachgierigen herzen, dasz ihr seid ein kind des teufels. Schuppius 278; welches der augenschein bezeugen wird. 777; aus der abneigung, welche die Hetrurier gegen die könige anderer völker bezeugeten. Winkelmann 3, 172; so bald er fertig war, las er es Serlo und der übrigen gesellschaft vor, sie bezeugten sich alle sehr zufrieden damit. Göthe 19, 195; er bezeugte viel freude, Wilhelmen wieder zu sehen. 19, 246; freude bezeugen. Schiller 398ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1854), Bd. I (1854), Sp. 1797, Z. 80.

bezeugen, n.

bezeugen, n.
fehlerhaft für bezeigen, benehmen: Caroli M. gelindes bezeugen gegen die überwundenen Longobardi. Hahn 1, 1; Lotharii veränderliches bezeugen gegen die clerisei. 1, 166; Zwentipoldi grausames und unvernünftiges bezeugen gegen seine minister. 1, 291; bei der römischen geistlichkeit sah es sehr wüste aus. jedermann detestierte ihr lasterhaftes bezeugen. 2, 160.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1854), Bd. I (1854), Sp. 1798, Z. 58.

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Zitationshilfe
„bezeugen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/bezeugen>, abgerufen am 06.12.2021.

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