bezug m
Fundstelle: Lfg. 8 (1854), Bd. I (1854), Sp. 1802, Z. 79
nach verschiedenheit des beziehens: bezug der leier mit saiten, dann auch ein bezug saiten, so viel zum beziehen des instruments nöthig ist; bezug des kleides mit futter, mhd.
von fremder vische hiuten bezoch wol getân.
Nib. 354, 1;
bezug des himmels mit gewölke, des knopfes mit seide, wolfeiler bezug der lebensmittel; bezug der wacht, des lagers, zumeist aber respectus, lage, verhältnis, rapport, beziehung: das schachspiel, welches, in bezug mit jener weltklugheit, allem dichtersinn den garaus zu machen völlig geeignet ist. Göthe 6, 31; ein so begabter geist blickt munter und kühn in seiner welt umher, er schaft die seltsamsten bezüge. 6, 114; hier gewahre man den bezug des enkels zum groszvater. 6, 149; ein lustgebäude. dieses sollte einen bezug aufs schlosz haben, aus den schloszfenstern sollte man es übersehen, von dorther schlosz und gärten wieder bestreichen können. 17, 75; an allen naturwesen bemerken wir zuerst, dasz sie einen bezug auf sich selbst haben. wie jedes gegen sich selbst einen bezug hat, so musz es auch gegen andere ein verhältnis haben. 17, 49; sie erhält durch ihn (ihren sohn) einen neuen bezug auf die welt und auf den besitz 17, 312; der major verfehlte nicht Eduarden die verschiedenen bezüge zu seiner gemahlin, zu den familien, zu der welt, zu seinen besitzungen vorzustellen. 17, 347; wir müssen den begrif einer weltfrömmigkeit fassen, unsre redlich menschlichen gesinnungen in einen praktischen bezug ins weite setzen. 22, 149;
der gedanke, das entwerfen,
die gestalten, ihr bezug,
eines wird das andre schärfen,
und am ende seis genug.
22, 168;
eine person, welche ganz wundersame eigenschaften und einen ganz eigenen bezug auf alles habe, was man gestein, mineral, ja sogar was man überhaupt element nennen könne. 23, 209; mir scheint er die bezüge der menschen untereinander und auf ihn sehr richtig gefühlt zu haben. 26, 110; personen ohne den mindesten bezug auf einander. 29, 123; eine theilnahme mit anmutigem bezug auf sich selbst. 29, 125; und mich eigentlich wieder frisch des humanen zustandes erfreut, dessen ich in zwar zufälligen aber doch natürlichen bezügen seit langer zeit erst wieder gewahr wurde. 29, 136; die bezüge der einzelnen begriffe und vorstellungen. 29, 187; nicht ohne hofnung künftiger freundlicher bezüge. 31, 95; ich hörte viel von ihm (Gleim) durch Wieland und Herder, mit denen er immer in briefwechsel und bezug blieb. 31, 241; eine erinnerung an die bezüge dieser personen untereinander. 31, 242; von leben und thaten und sonstigen bezügen der heiligen drei könige. 45, 192; das wirken der weltgeschichte, das gegenwirken der individuen wird klar, man begreift seinen eigenen bezug und lernt einsehen, wie man selbst in die ferne gewirkt. 45, 290; in diesem bezug vergleichen wir das unglück mit einem tausendeck, das den überall anstoszenden blick verwirrt. 55, 265; verschiedene anlässe haben meine früheren bezüge dorthin in den letzten tagen gar freundlich wieder aufgeregt. an Zelter 584; natur und kunst sind zu grosz, um auf zwecke auszugehn und habens auch nicht nöthig, denn bezüge gibts überall und bezüge sind das leben. 707; diesmal, mein theuerster, dächt ich, könnten wir mit unsrer zusammenkunft zufrieden sein, du hast gegeben und empfangen, wir sind unsrer alten bezüge aufs neue gewis geworden. 805; wer diesen bezug (des gesichtes mit schwermut) nicht bemerkt hat, thue es noch. Hippel 2, 60. häufig, bezug nehmen auf, sich beziehen auf etwas. vgl. herzensbezüge, seelenbezüge.
Zitationshilfe
„bezug“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/bezug>, abgerufen am 17.10.2019.

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