blahe f
Fundstelle: Lfg. 1 (1854), Bd. II (1860), Sp. 61, Z. 8
linteum crassius, grobe packleinwand, mhd. blahe. Ben. 1, 195ᵇ. bei Henisch 403 involucrum sarcinarum, das gröbste werk ungebleicht gibt blahen, darein man die kaufmannsgüter einpacket; durch ein blahen oder tuch gegossen. Thurneisser magn. alch. 1, 77; zeigten da ihr zerrissene fanen und paner der plagen, so über die kärch gespant waren. Garg. 200ᵃ; ein ort mit schifplagen oder segeltüchern überzogen. Spangenb. lustg. 245; die kaufmansgüter werden in blaen eingeschlagen. 353; blahe oder wachsplahe, wachsleinwand. Frischlins nomencl.; auch die jagdtücher von groben linnen heiszen plahen oder plachen und bei der kaiserlichen jägerei gab es plachenknechte. wahrscheinlich stammt dies wort geradezu aus dem lat. plaga jägernetz und plagula tuch, decke, vorhang, wie noch heute in der Wetterau hin und wieder ein fenstervorhang die blähe heiszt. Stieler 1461 schreibt plahen, blahn, plan, heute in Obersachsen plane, blane. schweiz. die blane, das über ein schif oder einen wagen gespannte tuch, vielleicht doch das schwellende, von blahenen, blanen. vgl. auch Schmeller 1, 236 und blaue.
Zitationshilfe
„blahe“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/blahe>, abgerufen am 20.11.2019.

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