Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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bosz, m.

bosz, m.
cothurnus, obstrigillus: posz oder schuch der hoch und oben weit ist, obstrigilis. voc. 1482 z 5ᵃ; böszle halbstiefel, cothurni. Maaler 74ᵇ; bossen, ocreae humiliores neque ad genu omnino pertingentes, cujusmodi sunt eorum, qui Compostellam aut alio longius peregrinantur. Henisch 467, 27; der bosz, boszen kurzer stiefel, bundstiefel. Schm. 1, 211; bossen schnürstiefel. Schmid schw. wb. 88; bosz, posz, überstrumpf, halbstiefel, böszli. Stald. 1, 208; pöszli pl. Tobler 72ᵃ. man erkennt darin das engl. boot, franz. botte und die wurzel boszen, weil solche weite schuh angestoszen, angeschoben wurden. die ahd. mhd. form würde pôʒo, bôʒe m. lauten, bei Ben. 1, 230ᵇ ist boʒʒe nur aus Schmeller aufgenommen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 268, Z. 26.

bosz, m.

bosz, m.,
wo es ein persönliches wesen ausdrückt, scheint aber auf das mhd. bôʒe (Ben. 1, 230ᵇ) zurückzugehn, dessen bereits oben sp. 262 zu gedenken anlasz war. ein säufer hiesz trunken bôʒe und so gerade sagt auch Waldis, wie es scheint, mit gekürztem vocal, bosz, acc. bossen:
hett einen pfaffen zum capellan,
ein trunkner bosz, ein wüst kompan.
Esop 3, 87;
so nennt er sich den schwarzen Turk,
und war geborn von Offenburg,
gar einen wundernassen bossen.
4, 6;
du bist ein junger man,
man solt ein solchen starken bossen
von jugent handwerk lehrnen lassen.
4, 45;
mancher in disem schif gern fert,
dann es sint vil guͦt bossen drin,
die grosz arbeit und kleinen gwinn (hant).
Brant 48, 72;
ein dicker, verwachsner kerl, ein knorz, ein zwerg wurde mhd. knodebôʒe genannt, und voc. 1482 e 2ᵇ hat boszer oder zwerg, manganus, ohne zweifel mit bezug auf den buckel, franz. bosse, Tobler 72ᵃ hat en chorza boser, eine kurze, dicke kreatur und die hirten nennen eine kurze, dicke geisz boser, boserli. manganus aber führt auf mango, vagabund, betrieger, taschenspieler und das gr. μάγγανον. boszer in jener glosse scheint nichts anders als was bossierer und bossenspieler, gaukler, jeder auf dem brunnen oder sonst als parergon angebrachter persönlicher bosse könnte auch ein bôʒe sein, wodurch neues licht auf bosse = bildwerk fällt, das von bôʒen sculpere, tundere geleitet werden musz, wie der mhd. bôʒe. schumpfierbosz war ein spottvogel, lästerer: solt aber darum ich oder ein anderer schumpfierbosz ein unflat sein, weil wir villeicht euch und ewersgleichen unfläter unflätig beschrieben? Garg. 4; kalenderbosz ein kalenderbild oder kalendermacher: das practiken machen ist so gemein geworden, dasz heut ein jeder luginsland, uhrenmacher, kalberarzet, calenderbosz, cisiojanussingler solche kan stümpeln. groszm. 7. in Baiern und der Schweiz, wie in Brants stelle, hat das einfache bosz auch ganz die bedeutung von bossel und bosselierer, wodurch das ineinandergreifen aller dieser ausdrücke vollends bestätigt wird: posz heiszt zu Nürnberg der geringere arbeiten verrichtende mühlknecht; dem groszen posz fallen die besseren, dem kleinen posz die schlechtern arbeiten zu. Schm. 1, 298; ist er ein gut gesell, ein guter bosz? fragt Keisersberg von einem jungen der doctor werden will. nach Tobler 72ᵃ ist posz bursche, jüngling, ein hauptposz, ein groszer, wackrer bursche, das poszli der knabe, e chlises poszli ein kleiner knabe. Schmeller erinnert ans it. putto puer.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 267, Z. 58.

bosz, n.

bosz, n.
domus, rothwelsch bos, herberge, haus: geloben sich zu unser frawen ins dalingersbosz (dollingers bos, henkers haus); schreffenbosz, lupanar, hurenhaus. Fischart groszm. 50.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 268, Z. 39.

bosz, m.

bosz, m.
mit langem o, mhd. bôʒ, ahd. pôʒ, folglich goth. bauts bedeutet einen stosz, pulsus, wie es sich noch in ambosz, mhd. anebôʒ erhalten hat, vielleicht in beifusz, mhd. bîbôʒ steckt. Ls. 1, 301 findet sich bôʒ als n., wenn der lesart zu trauen ist, auch im Lanz. 1484 slahen manec gebôʒ; das richtigere m. bewähren folgende zeilen eines pergamentstreifens:
zuo einander einen bôʒ,
da wirt vil manig herter stôʒ.
in Ulrichs Wilhelm 110ᵇ. 113ᵇ ist die handschriftliche lesart valkenbôʒ dem von Lachmann zu Nib. 1823 vermuteten backenbôʒ vorzuziehen, weil der falke auf seinen raub mit den klauen stöszt oder schlägt, was ebenso gut durch bôʒen ausgedrückt werden kann. im gedicht von Dietrichs kämpfen mit den drachen begegnet ein riese Glockenbôʒ, campanas pulsans. einen steilen, die knie stoszenden, brechenden felsenweg nannte man chniebôʒ, kniebosz, entstellt in kniebis, kniebes. Schm. 2, 367.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 267, Z. 42.

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Zitationshilfe
„bosz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/bosz>, abgerufen am 12.08.2020.

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