Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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brame, f.

brame, f.
rubus, vepris, ahd. prâmo m. und prâmâ f. (Graff 3, 304), mhd. brâme (Ben. 1, 232ᵇ), nnl. braam; ags. fortgebildet bremel und brember, engl. bramble. brame bezeichnet aber mehrere rankende und stachlichte sträuche, namentlich rubus fruticosus und idaeus, woran die brombeeren und himbeeren wachsen, dann aber spartium scoparium, brambesen, besenpfrieme, besenkraut und genista, ginster, pfriemkraut; auch junge hopfenranken heiszen bramen. überhaupt jedes gesträuch, an dem das gewand hängen bleibt und die hände sich kratzen:
etslîcher grôʒe wunden
ahte als einer brâmen kraz.
Wh. 449, 15.
sollte nicht auch die stechende pfrieme verschiebung desselben wortes sein? gerade wie franz. framboise deutlich zurückgeht auf nnl. brambezie, bramboos. darum liegen ahd. primma, brimma myrica, heide, ginster (Graff 3, 305), phrimma (3, 367) unmittelbar nahe. mhd. brimme fehlt bei Benecke, steht aber Mauritius 1680:
die rôsen und die brimme
bluoten alle en widerstrît.
alle diese formen suchen ein ablautendes brëmen bram brâmun und daraus ein brimman bram brummun, welche aber gleich dem entsprechenden lat. fremere die vorstellung des tönens, rauschens, nicht des stechens gewähren, aus der sich das kratzen der bramen am leichtesten erklären würde. doch die brummende bremse, ahd. prëmo oestrus sticht zugleich und wol noch in andern wörtern wird der ausdruck des schalls dem des stichs begegnen. Unsere sprache sollte sich wieder angewöhnen, das einfache brame, wie es noch die schweizerische mundart kennt (Stald. 1, 215), statt der schleppenden zusammensetzung brombeerstrauch, brombeerstaude zu verwenden.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 293, Z. 4.

brame, f.

brame, f.
scapha latior ad vehenda onera, nnl. prame, sonst auch prahme geschrieben. vgl. passional K. 445, 37.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 293, Z. 36.

bräme, f.

bräme, f.
margo, fimbria.
1)
pelzbesatz, gebräme:
am vielfärbichten kleid, an viel ungleichen brämen,
und mancher tracht, kan er dasz sie es sei abnehmen
(la conobbe al vestir di color cento,
fatto a liste inequali ed infinite).
Werders Ar. 14, 60 (83);
jedem was er bedarf, lieben herren, der dame zobel und hermelin, dem kavalier etwa fuchskehlen und wampen zur bräme. Siegfr. von Lindenb. 3, 6; die am ende doch nichts anders als nur die bräme auf ihren mänteln waren. Fr. Müller 2, 52.
2)
laubholz, das den rand eines waldes, feldes, einer wiese säumt, s. brane.
3)
für breme, bremse, oestrus: wenn die bräme sticht. Mich. Neander eth. vet. 347; darumb verzeicht im die mucken, uber jar bringt er brämen. bienenk. 180ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 293, Z. 38.

breme, f.

breme, f.
dasselbe und was sp. 293 brame, das wort läuft durch alle vocale: breitet sich uber die erden her, wie hoppenbremen (hopfenranken), wirt voll der wurzeln. H. Staden v 3; das pulver von unzeitigen bremen oder brombeeren. Uffenbach 2, 169; rauch von brumen oder hundsbrämen (rosis caninis). Garg. 147ᵇ. vgl. ags. bremel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 362, Z. 38.

breme, m.

breme, m.
oestrus, tabanus, asilus, ahd. prëmo (Graff 3, 303), mhd. brëme, brëm (Ben. 1, 238ᵃ); bei Maaler 77ᵇ die brem, bei Henisch 488 die bremme; mit umstellung des R daher entsprungen scheint das finnische parma. offenbar ist die wurzel prëman, brëmen = fremere, βρέμειν, sonitum edere, weil das insect heftig brummt oder summt, wie es mhd. mit einem ähnlichen ausdruck heiszt:
der hornûʒ der sol dieʒen.
Iw. 209,
und hornûʒ crabro, ags. hyrnet, engl. hornet wol cornicen, das hornende, posaunende thierchen ist. das einfache breme galt noch im 15. 16 jh. preme tabanus. vocab. 1482 z 7ᵃ; asilus, ein rosmuck oder bräm. Dasyp. 14ᵇ; ein brem. 159ᵈ. 238ᵈ; breme. Serranus 67ᵃ; brem. Maaler 77ᵇ; premen und mucken. Seuter 205; von hurnussen und bremen. Pinter 421; die mücken oder fliegen, bremen. Uffenbach 101; es ist ein gemein sprichwort, der do nit in dem heuwmonet gablet, so die mücken und bremen zablen, der muͦsz in dem winter umbloufen und tragen ein seil, und frogen het ieman heuw feil? Keisersberg bilg. 147ᶜ, welchen spruch auch Henisch 488, 66 mit abweichungen anführt;
die stechen herter wann die premen.
H. Sachs I, 527ᵃ;
hart stachen die bremen und mucken.
I, 537ᵈ;
schrecklich von den bremen, hurnausz, wefzen geplagt werden. Fischart groszm. 132; derselbige wald war voll von brämen und kuhfliegen, also das er für die arme thier, esel und pferd, die da durchzogen, ein rechte rauberei und mörderei war. Garg. 147ᵃ, dieser wald mahnt an Parz. 2, 22
sîn triwe hât sô kurzen zagel,
daʒ si den dritten biʒ niht galt,
fuor si mit bremen in den walt;
wurden abermal viel legionen tobbrämen (tobender, wütiger bremen) vertrieben. Garg. 147ᵇ. die blinde brem, tabanus pluvialis, anlaufen wie ein blinde brem, keck, blindlings. Schm. 1, 258. heute sagen wir nicht mehr breme, sondern bremse. Bei Maaler 77ᵇ aber auch schon die bremen, pastomis, ein kluppen, die man den pfärden an die nas oder an das maul legt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 362, Z. 44.

breme, f.

breme, f.
fimbria, was sp. 293 bräme: an die seume oder preme der kleider. Melanchth. kurz. biogr. der christl. leer. 1524 fol. 6; si truͦgen auch breit saum, umbleg oder prem um ir kleider. Frank chron. 484ᵃ;
ihr rock hätt falten uberal
der brem wol hundert an der zal.
Spreng Il. 33ᵇ,
bei Voss 2, 448 hundert zierliche quäst, aus lauterem golde geflochten. im original ἑκατὸν θύσανοι.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 363, Z. 1.

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Zitationshilfe
„bräme“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/br%C3%A4me>.

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