Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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brämse, f.

brämse, f.
tabanus, oestrus, s. bremse.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 294, Z. 1.

bremse, f.

bremse, f.
in verschiedner bedeutung,
1)
tabanus, oestrus, fortbildung von breme, schon ahd. bei Graff 3, 304 primissa ascila, l. primisa asilus, bei Henisch 488 bremse, brumse. eine grosze, pferde und rinder plagende stechfliege: jage die bremsen fort! puer abige muscas; sie beiszt bis aufs blut und kehrt verscheucht immer zur selben stelle wieder. genug ich kam herauf (aufs pferd) und sasz fest wie eine bremse. Soph. reise 5, 411. vgl. brumse.
2)
epistomis, maulkorb, was brems; es ist eine passende figur der vorigen bedeutung, ohne dasz man nöthig hat an premere, pressen, drücken, zwängen zu denken; der maulkorb setzt sich gleich der stechfliege, auf das thier, und verursacht ihm empfindlichen schmerz. die schmiede legen die bremse an, wenn sie das störrige pferd beschlagen wollen: stehet der gaul nit gern, so leg ihm ein prembsen an. Seuter 175;
du klafst ze vil, ich leg dir schier ein bremsen an.
Mörin 2ᵇ.
3)
dieser begrif von klemme, knebel, schraube wurde aber noch bei andern angelegenheiten angewandt, so bedienten sich auch die gemsenjäger und räuber der bremsen:
habt ir auch bei euch alles das,
darmit man fecht solch gemsenböck,
als strick, bremsen und daumenstöck?
H. Sachs V, 339ᶜ.
4)
die hauptanwendung war beim mülwerk und bergwerk zur hemmung des getriebes. in der müle wird durch die bremse die wirkung des hauptrades gehemmt. im bergbau ist bremse die kurbe oder der handgrif, um das kleine rad (das bremsrad) aufzuhalten. auch ein langes, in die erde befestigtes holz, um das sich seiler winden, wenn holz in den schacht hinabgelassen werden soll, heiszt bremse (oder bei Hertwig 91 brems). heutzutage ist die benennung auf den eisenbahnen wieder gangbar geworden. angenommen, dasz schon das einfache breme im sinne solcher hemmenden werkzeuge gebraucht wurde (wofür bremscheibe spricht, und im vocab. 1482 z 6ᵇ prem scabra, d. i. scalpra, oder schabeisen, zumal aber Maalers wirkliche angabe von brem, pastomis); so erklären sich auch die ausdrücke bremmer und bremmen als gleichbedeutig.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 363, Z. 49.

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brenkel bräuer
Zitationshilfe
„brämse“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/br%C3%A4mse>.

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