Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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brüchicht

brüchicht,
paludem redolens: so gebäret sie (die saure qualität) traurigkeit, melancholei, in dem wasser einen gestank, rüricht und brüchicht. Jac. Böhme aurora s. 5.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 412, Z. 76.

brüchig

brüchig,
1)
fragilis, sinuosus, spröde, mhd. brœde, ahd. prôdi; brüchig fragilis, frivolus, brüchige geschirr, frivola vasa. Dasyp. 79ᶜ. 309ᶜ;
ein geschirr schwach, brüchig,
von leim, glas oder erden.
Weckherlin 218;
so brüchig als ein glas.
672;
weichliche und brüchige speisen. Harnisch 241; dasz die fürsten sich des eides als eines zu brüchigen siegellacks nicht mehr bedienen möchten. J. P. teufelsp. 2, 252; brüchiges papier; brüchig, herniosus, gebrochen (Schm. 1, 248); gichtbrüchig, paralyticus, gichtlahm; nur bisweilen schimmerte der abnehmende mond ein wenig durch die wolken, wo sie am brüchigsten waren (wo sie sich aufrissen). Hebels erzählung vom schwarzen mann in der weiszen wolke s. 219; als seine gesundheit brüchig war, dünkte ihm alles eitel. Claudius 4, 98; der urtext dieser gesänge in ihrer brüchigen form. Herder 18, 83;
mag sie sich immer ergänzen,
eure brüchige welt in sich!
Göthe 5, 170.
2)
wie das lat. fragus in foedifragus, naufragus, entweder ohne beifügung der sache oder mit dieser im gen. sowol als der praep. an: wird aber ich Wilhalm brüchich, so ist alleʒ daʒ ich hân, swie iʒ genant ist, grâven Mainharts ledichleich. Chmel fontes 1, 200 (a. 1278); das wir der zusag nicht brüchig würden. Luthers br. 5, 63; wann sie seind nit als brüchig (treubrüchig), wie man dargibt. Aimon p 3;
so hett ich all mein tag nicht glaubt,
das sie solt brüchig werden.
Ambras. lb. s. 361, 51;
wie gott die ehebrecher ungestraft nicht leszt, wiewol er nicht allein an seiner frommen gemahel, sondern auch an seinen kindern brüchig worden. Melanchthon orat. von landgr. Fridrich, deutsch von Lauterbeck 19; der herr aber, der daran brüchig wirt, der muͦsz herrn Speckli das gewölb küssen, solang bis der oberst bogen einfällt. Frey garteng. cap. 115; warlich er wird nicht anderst denn wie mit einem brüchigen (ehbrüchigen) weib mit mir handeln und mich mit dem grimmen tod darumb strafen. Galmy 234; denn solt ich an meinem allerliebsten herrn und gemahl brüchig worden sein. 249; da flohe der keiser in die burg. da kam herzog Albrecht für die stat, des keisers bruͦder, den lieszen sie ein und gelobten im, an ihrem herrn brüchig. Frank chron. 209ᵇ; ein bischof von Cöllen wird brüchig (wortbrüchig). Kirchhof wendunm. 391ᵃ; die Römer hatten groszen verdrusz darab, dasz dieselbige statt an ihnen brüchig worden. Livius Straszb. 1598, 289; der auf erden an gott brüchig ist worden, der wird nicht in himmel gelassen. Paracelsus 2, 443ᵇ;
hast uns auch treu zu sein geschworn,
warum bist an uns brüchig worn?
Ayrer 176ᵃ;
und sein gemahl Phedea gnannt
ward brüchig, macht sich selbst zu schand.
242ᵃ;
ihrer pflicht und eid brüchig werden. Zinkgr. apophth. 38, 13; und setzte ihm in seinem herzen ganzlichen für, dasz er entgegen und wider sein fräulein Dulcinea von Toboso keine trewlosigkeit begehen und an ihr brüchig werden wollte. Harnisch 169. heute nur in der zusammensetzung bundbrüchig, ehbrüchig, gichtbrüchig, schifbrüchig, treubrüchig, wortbrüchig und abbrüchig, ausbrüchig, verbrüchig.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 412, Z. 13.

verbrüchig, adj.

verbrüchig, adj.
einen (rechts)bruch begehend: jemand in einem stücke verbrüchig oder strafbar betretten. waldordn. von 1694 bei Schm. 1, 342 Fromm.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1886), Bd. XII,I (1956), Sp. 177, Z. 29.

zerbrüchig, adj.

zerbrüchig, adj.,
gleich dem folgenden: was die elementur ist, ist z. Paracelsus op. (1616) 2, 9ᶜ H.;
die glatte gunst der falschen frauen
ist ein zerbrüchig, schlipfrich eis
P. Fleming d. ged. 1, 408 L.
zerbrüchlich, adj., wie verbrüchlich (th. 12, 1, 177; s. auch unverbrüchlich th. 11, 3, 2012) gebildete form, die im gebrauch der späteren zerbrechlich voraufgeht, selber aber erst der form zerbrochenlich (s. ob.) folgt und gewis nicht unmittelbar aus dem vereinzelten zerbruch (s. ob.) abgeleitet ist: z. wie glasz Frisius 1394ᵃ; Calepinus XI ling. 585ᵇ; caducus 178ᵇ; destructilis 408ᵇ; dissipabilis 438ᵃ; das z. leben Zwingli freih. d. speis. 6 ndr.; das z. suͤndenhaus (d. i. der leib) Neumark fortgepfl. lustw. 2, 28; disc. d. mahlern 2, 77; Zimmermann eins. 2, 339; schweiz. id. 5, 382; dazu -keit, f., fragilitas: Frisius 583ᵃ; z. (vergänglichkeit) aller menschlichen dinge G. Braun beschreib. u. contrafact. (1581) 3, reg. 2ᵃ; dieweil der leib in z. steht Paracelsus op. (1616) 2, 156ᵃ H.; op. chir. 151.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1932), Bd. XV (1956), Sp. 664, Z. 62.

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Zitationshilfe
„brüchig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/br%C3%BCchig>.

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