Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

brünzeln

brünzeln,
mingere, bei Stieler falsch geschrieben brinzelen: brünzlen, das wasser abschlahen; das kraut macht brünzlen, bringt den harn, trahit urinas haec herba. Maaler 79ᵈ; uf einmal da kam der vatter usz dem rat, da stuͦnd sein sun in dem sal under dem fenster und schluͦg das wasser ab oder brünzlet zuͦ dem fenster usz, und da er den vatter sahe, do hort er uf brünzlen und fluͦh wider zuͦ dem fenster hinin. sch. und ernst 1522 cap. 22; groszen durst, das ich manchmal mir selbs in dhand brünzlet han und das für den durst getrunken. Tho. Plater 13; die dochter hatt villicht in die neszlen brünzlet und dem vatter entrinnen (wöllen). 62; die Persier haben nit in die flüsse gebrünzlet. Münster 1371; brünzelt nit, man schlug ihm dann ans zümplin und pfif ihm wie den pferden darzuͦ. Garg. 130ᵇ; man lasz sich nit irren, das dem kinde viel wasser zu den augen ausgehet, es brünzelt nur desto weniger. Spangenb. lustg. 453. s. wässerlen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 441, Z. 38.

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bräuchlichkeit busereinen
Zitationshilfe
„brünzeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/br%C3%BCnzeln>.

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