Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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bracht, f.

bracht, f.
proscissio, cessatio, was brache: wann das feld heur tregt, so ligt es bisz jar in der bracht, feiret oder tregt gar wenig, der boden muͦsz geruͦhen, man muͦsz in nit erschöpfen. Petr. 53ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 283, Z. 34.

bracht, pracht, m., später f.

bracht, pracht, m. später f.
fragor, clamor, tumultus, strepitus, fastus, luxus, splendor, ein wort das in schreibung, geschlecht und bedeutung schwankt. es stammt aus der wurzel brechen (vgl. wachen wacht, siechen sucht), wie fragor von frangere, welches frangere dazu noch an brangen, prangen mahnt, s. hernach unter 5. Schon das einfache altn. brak drückt aus fragor, strepitus, ebenso das alts. gebrac: burgliudeo gebrac, civium turba. Hel. 66, 19; das ahd. giprëh (Graff 3, 267), ags. gebrëc: gebreca hlûdast. cod. exon. 385, 6. weiter abgeleitet, aber gleichbedeutig sind alts. brahtm Hel. 128, 6. 146, 23; ags. breahtm, im cod. exon. oft begegnend. Der form bracht entspricht sowol ahd. praht (Graff 3, 269), fragor, strepitus, fremitus, als alts. braht: thar ist braht mikil. Hel. 138, 21; was thar braht mikil. 151, 4, lärm, geräusch. auch mhd. braht ist clamor, strepitus (Ben. 1, 243):
sî (die vögel) huoben aber ir süeʒen braht.
Iw. 682;
der kleinen vogel braht.
MS. 1, 192ᵃ;
dâ was von klage grôʒer braht.
Wigal. 5228;
sunder rede und sunder braht.
Trist. 313, 8;
âne schal und âne braht.
380, 13.
weiblich gesetzt findet sich das wort nur bei Jeroschin (Pfeiffer s. 134). Nhd. herscht noch im 16 jh. das m. vor, Luther wechselt mit beiden geschlechtern, später überwiegt das f. bedeutungen:
1)
die alte von lärm und geschrei:
meins mutes schal und praht.
fastn. sp. 1378;
welch machen grosz geschrei und bracht,
die lobt man ietz und hat ir acht.
Brant narr. 19, 53;
nicht lang darnach er das schwein hort
her gegen im mit groszem pracht
laufen.
Teuerdank 35, 43;
Tewrdank höret den lautern pracht.
36, 43;
schluͦgen sie von stund zuͦ samen
mit einem übergroszen pracht.
87, 37;
sie tratent auf dem pflaster,
hettent ein groszen bracht.
Soltau 305;
horch, wie im ror das vöglin lacht,
und treiben pracht.
Garg. 249ᵃ,
wo andere ausgaben bracht schreiben; und ist ein grosz ding umb si, ein groszer bracht. Keisersb. bilg. 96ᵃ.
2)
hieraus entfaltete sich leicht der sinn von fastus, pompa, groszsprecherei, aufwand, zumal in den redensarten bracht haben, führen, treiben, die fast noch ausdrücken lärm machen: auf ein zeit was einer, der füret groszen bracht und het das gut nicht darnach. sch. u. ernst cap. 68: groszen bracht het ein edelman mit seinem edlen gestein und ringen. cap. 220;
mit edlen gestein treibt mancher bracht,
seind doch nicht anders als man acht.
daselbst;
dasz zwei dest pas haben iren bracht.
fastn. sp. 286, 32;
er hat zun ziten ein solchen bracht.
833, 24;
hoffart wirt han allein den bracht.
1028, 12;
des adels pracht.
1295, 1;
so müssen wir es gar wol schmieren,
wöln wir den bracht für auszen füeren.
Murner schelmenz. 35ᵇ;
und haltend auch allein den bracht.
57;
gott wolt nit leiden sölchen pracht.
Schwarzenb. 106, 2;
und wird iren pracht nidrigen mit den armen seiner hende. Es. 25, 11; und hast dich deine klugheit lassen betriegen in deinem pracht. Ez. 28, 17; was hilft uns nu der pracht? (vulg. quid nobis profuit superbia?) weish. Sal. 5, 8; so die oberkeit nur iren pracht imer gröszer machte. Luther 3, 115ᵇ; man müste ja den pracht einziehen und das ausgeben stopfen. das.; es sol der könig nicht viel pferde bei sich haben und ein groszen pracht füren. 3, 129; du denkest, wie du gnug habest und deinen pracht fürest. 5, 414ᵃ; deinen pracht und stolz auszufüren. 5, 417ᵃ; wenn wir ein solche definition setzten und sagten, das die kirche were ein solcher pracht, wie des bapsts wesen stehet, so möchten wir vielleicht nicht so gar ungnedige richter haben. Jonas bei Luther 6, 415ᵇ; die unterm schein der heiligkeit von gemeinen almosen in allem pracht und wollust leben. 6, 467ᵃ; und wenn es ihnen rechter ernst were, der kirche und den armen gewissen zu helfen und nicht vielmehr ihren pracht und geiz zu erhalten. Melanchth. im corp. doctr. 183; so ist auch ein groszer pracht alda. Hutten 5, 250; so er (der prediger) aber dem pracht diser welt widerstat, musz er von der welt verschupft, geschändt und verachtet, ja getödt werden. Zwingli 1, 85; man findt heimlich reiche leut, die in winkeln ein rüwig, fein, still leben haben, keinen pracht oder groszen brauch. kluge weise reden 65ᵇ; das sie ein bischof werden, auf das sie nachmals mit zwei oder dreihundert pferd daher können reiten und iren pracht aus den kirchengütern volstrecken. Höniger 268; dann von wegen des unmeszlichen brachts der tollen weiber müssen etliche männer verderben und ausz haus und hof gehn. Alberus ehbüchl. G 3ᵃ;
dein gute tag in solchem pracht.
Alberus fab. s. 29;
wir achten nichts auf deinen pracht.
33;
und fehrt daher mit stolzem pracht.
43ᵇ;
so fürend wir glich groszen bracht.
trag. Joh. 101;
nid, hasz, hoffart und groszen pracht.
Ruefs Heini 2850;
wollet euwerm verheiszen nachkommen und diesem stolzen Schotten seinen pracht zerknitschen. Galmy 129; was laszt ihr euch bewegen den hohen pracht der hohen schulen? Paracelsus 1, 563ᵃ; die hoches prachts reden. Melissus ps. D 8ᵇ; der pracht wird fast doll sein. Fischart groszm. 105; die groszen pracht mit ihrem gut treiben. wegkürzer 85; also fleucht und steubt aller pracht und ehr der welt dahin. Kirchhof wendunm. 375ᵇ; so man diesen bapst mit groszem pracht und reverenz in einer senften daher getragen. 372ᵃ; begraben ohn einigen pracht. 414ᵃ; und je herlicher der pracht ist, je mehr volks herzu lauft. 414ᵇ;
vermeidet pracht, gottslestrung, neid.
Ringwald tr. Eckh. F 1ᵃ;
mit unzucht, pracht und kartenspiel.
laut. warh. 36;
alsdan sol sich ihr spot und schimpf,
und falscher glimpf
mit ihrem pracht verkürzen.
Weckherlin 9;
hat keinen gröszern lust noch pracht,
dan wan er uns, dein volk, beschweret.
35;
so kom, o herr, die zungen, deren ton
gehöret wird voll pracht, schimpf und hohn
nach verdienst auszuscheiden.
44;
wie köstlich auch in spöttischer andacht
ihr euszerlicher pracht.
52;
worzu taug dieser pracht?
Opitz 1, 60;
dann Jupiter der hasset
der hohen zungen pracht.
1, 168;
des Crösi geld und gut, des Cäsars glück und pracht.
Fleming 34;
geh, Amphitrite, geh, und sag es deinem manne,
dasz er die strenge pracht der frechen wellen schilt.
474;
dein und meine feinde jauchzen! ihrer stolzen geister pracht
wird die grosze welt zu enge.
Gryphius 2, 419;
hier ist ihr eigner schmuck, hier ist ihr eigner pracht.
Logau 2, 3, 57;
wann ich der welt und ihrem pracht hette dienen wollen. Zinkgr. 8, 4. 8;
du forderst keinen pracht der köstlichen banketen.
Caniz 269;
das allen stolzen pracht
der erde nichtig hält.
Wernike 105;
Homer erzählte gleich mit groszem wörterpracht,
was sie darauf gestickt.
Wieland 10, 217;
fliehen lasz uns vor dem pracht.
Gökingk 1, 44.
das m. reicht also in einzelnen beispielen tief ins 18 jh., doch schwankte schon Luther ins f. über: versenke ire pracht ins verborgen. Hiob 40, 8; wil ich heimsuchen die frucht des hochmütigen königes und die pracht seiner hoffertigen augen. Es. 10, 12; deine pracht (vulg. superbia tua) ist herunter in die helle gefaren. 14, 11; auf das er schwechte alle pracht der lustigen stad. 23, 9; wie grosz meinstu denn, das du seiest mit deiner pracht und herlichkeit? Ez. 31, 18; denn die pracht (vulg. superbia) des Jordans ist verstöret. Zach. 11, 3; und würden die braut holen mit groszer pracht. 1 Macc. 9, 37. so auch andere:
nein, solche pracht wil nicht der Römer haupte zimen.
Gryphius 194;
ich selbsten seine pracht (sein stolz).
Logau 2, 3, 59;
wo werde ich aber meinen federbusch und haarlock verkaufen können? er sprach, umb der freundschaft willen euers vaters will ich euch das geld wieder geben, zahlte mir hierauf 18 groschen, und damit übergab ich ihm meine pracht (meinen schmuck, staat, worauf ich stolz war). unw. doct. 368. man sagt: pracht führen, treiben, zeigen,. sehen lassen, aufwand und luxus; an diesem hofe herscht viele pracht, er hat sich der pracht ergeben.
3)
dieser zweiten, meistens in dem übeln sinn von pomp und hoffart geltenden bedeutung schlieszt sich endlich die heutige gute und edle an, pracht ist uns glanz, leuchten, splendor, magnificentia, wir sagen die pracht der aufgehenden, untergehenden sonne, die stille pracht des mondes am himmel, die pracht der wiese, der blumen, der farben, des frühlings. das er sehen liesze den köstlichen pracht seiner maiestät. Esther 1, 4; wenn du aus den elfenbeinen pallasten daher trittest in deiner schönen pracht. ps. 45, 9; ich wil reden von deiner herlichen schönen pracht und von deinen wundern. 145, 5; die ehrliche pracht deines königreichs. 145, 12; Babel, das schönest unter den königreichen, die herliche pracht der Chaldeer. Es. 13, 19; wil ich dich zur pracht ewiglich machen und zur freude fur und fur. 60, 15; sahe das herliche wesen Simonis und den pracht mit golde und silber (vulg. claritatem in auro et argento). 1 Macc. 15, 32;
wie herlich in der welt ist deines namens pracht.
Weckherlin 25;
die thier durch ihre forcht erklären,
wie diese stim voll pracht und kraft.
129;
verwundernd sich ab solchem wunder,
dasz ganz von blei ein hagel kom
mit solchem pracht, macht, kraft und dunder.
346;
voll pracht ist er, den stolz zu dämpfen,
voll güt ist er gleich nach dem streit.
442;
der glieder holder pracht.
Haller 75;
und auf diese jugendfülle,
dieser glieder frohe pracht.
Göthe 3, 41;
zeigt, das ist eine pracht von einem becher!
Schiller 352ᵇ;
schleicht sie zum garten. doch ist für des morgens pracht
ihr schmachtend auge noch zu trübe.
Gotter 1, 15;
die bäume blühen, dasz es eine pracht ist; das grunete und trieb, dasz es eine helle pracht war. Gotthelf schuldenb. 72. vor viele wörter wird pracht gesetzt, um einen hohen grad von glanz und schönheit zu bezeichnen: ein prachtkind, ein prachtpferd, prachtband, prachtbau, ein prachtsal, wovon beispiele unter P folgen sollen. Kant sagt: obgleich die ganze pracht der vernunftbehauptungen nur in verbindung mit dem empirischen hervorleuchten kann. Kant 2, 370; wenn die naturbeschreibung in der ganzen pracht eines groszen systems erscheint. 10, 71.
4)
was die pluralform angeht, so kommt sie selten vor. fürs männliche pracht wäre zu gewarten prächte, wie schaft schäfte, ast äste, verdacht verdächte. vom weiblichen hat man gebildet prachten:
gemäszige trachten,
vermiedene prachten.
Logau 1, 10, 69;
alles, alles überall
in der welt ist wie ein schall:
dann all ihre prachten
sind, wie wir sie achten.
2, 8, 30;
faltet aus die frischen prachten (:machten)
ihr des grünen thals juwelen,
holde blumen, euren flor!
Göthe 13, 242.
auf éinmal ist er da und ganz im stillen
erhebt er sich zu allen seinen prachten (: verachten).
das tagebuch (ungedruckt) stanze 20.
die analogie ist nach tracht, schlacht, wacht, welche doch mhd. trahte slahte wahte lauten und den pl. dem sg. gleich haben.
5)
die erste bedeutung, fragor, ist gut, die zweite, fastus, übel, die dritte, splendor, wieder gut. dem ersten braht entspricht brechen, dem zweiten brangen, dem dritten scheint nahe mhd. brëhen leuchten, und doch ist gezeigt worden, wie aus dem schall und lärm hoffart und stolz, aus dem stolz glanz hervor giengen. verba des schallens und leuchtens mischen sich sonst auch. brangen musz sich buchstäblich mit brechen berühren; wäre es zugleich verwandt mit bringen, so führt dessen praet. brahta, brachte geradezu auf unser bracht, wovon mehr noch unter brangen und bringen. mhd. brehen aber reicht an das adj. berht lucidus, das sich in breht (ags. beorht in engl. bright) umdreht, wie ahd. peraht, zumal in zusammengesetzten namen praht wird, Haduperaht und Hadupraht, ags. breahtm tauscht mit bearhtm. ein bair. lautbräht, schweiz. lutbrächt (Schm. 1, 250. Stald. 1, 212) drückt laut, offenbar, rotbräht rothleuchtend aus. es erscheint also ein tiefer verband der wörter beren, bringen, brehen, brechen, prahlen, berht und braht, von dem hier nicht erschöpfend gehandelt werden kann.
6)
was steht unserm bracht in altn. dialect zur seite? da er überall TT für HT zeigt (âtta, mâttr, nâttr = acht, macht, nacht), wäre auch brâttr anzusetzen, das nicht vorkommt. denn brattr arduus, acclivis, schw. brant scheint das ags. brant, bront, und unverwandt. später haben die Schweden ihr prakt magnificentia, die Dänen pragt, auch die Niederländer pracht aus unserm pracht entlehnt. mnl. begegnet nichts davon.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 283, Z. 38.

brächt, n.

brächt, n.
clamor, vociferatio, für gebrächt, mhd. gebrehte (Ben. 1, 243ᵇ), den umlaut rechtfertigt erst die ableitung, doch schon Boner 76, 40 verwendet ein männliches brecht (: recht), wobei wieder das adj. brecht für bercht eingewirkt haben kann. Maalers unterscheidung 319ᶜ zwischen pracht m. fastus und prächt n. grosz geschrei scheint willkürlich.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 286, Z. 44.

brachte

brachte,
anomales praet. zu bringen, w. m. s.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 286, Z. 50.

brachten

brachten,
ahd. prahtan, fremere, strepere (Graff 3, 269), vgl.perahtan splendescere (3, 210); mhd. brahten, gewöhnlicher brehten. nhd. nach den bedeutungen von bracht,
1)
clamare, schreien, toben, bei Maaler 319ᶜ prachten crepare.
in leichtfertigkeit thunt sie (die übeln weiber) brachten.
Amor E 3;
so ir nun fliszig werdend achten,
nit schrien, wüten, toben, prachten.
Hans von Rüte osterspiel A 2.
Schmeller 1, 250 gibt aber aus der bairischen mundart die noch einfachere bedeutung von sprechen und reden an: man und brachtn, mahnen und anreden, er hat durch dolmetschen mit em bracht, geredet; das ist war, was ich jetzt prächten werde. Abele gerichtsh. 1, 407, wie auch bracht gerede, geschwätz, prahlerei ist. man wird ans nnl. praat schwatz und praaten schwätzen erinnert, welche mnl. noch nicht erscheinen. noch mehr an eine höhere berührung zwischen brechen und sprechen, vgl. 1, 1451 über vereinbarung der begriffe des brechens und schallens.
2)
superbire, stolzieren, hoffärtig sein: aber die krummen seelen in sich selbs gebeugt mit falschem gutdünken und betrieglicher guter meinung prachten auf sich selbs und nicht in gott. Luther 1, 25ᵇ. 3, 7ᵇ; auf das du also nicht auf dich noch dein thun, sondern auf deines lieben vaters im himel gnade und barmherzigkeit lernest brachten und bochen. 1, 65ᵃ; wo ist er nu? wo ist sein trotzen und prachten? 1, 535ᵇ. 3, 296ᵃ. br. 2, 82; rhümen, prachten, prangen und trotzen. 3, 7ᵃ;
mein vatter hat vor grosz fest gmacht
und in maalziten herlich gbracht.
trag. Joh. J 5;
nach hohen digniteten trachten,
mit breiten roten hüten prachten.
Waldis Es. 4, 4;
des hoffertigen prachtens,
des höhnen, schmehen und verachtens.
4, 100;
junge krieger, alte krieger stärk und mut ist auch ein ding,
das wie sehr es vor geprachtet, endlich doch auf krücken ging.
Logau 3, 1, 90;
dann auf prachten, dann auf kriegen pflegt man alten schatz zu wagen.
3, 6, 62;
damit sie hernach etwas zu panketieren, zu prassen, zu prachten ... haben mögen. Simpl. 1, 299. Stieler 1475 hat noch prachten für prangen, pralen, im 18 jh. wird es ungebräuchlich.
3)
splendere:
und rubin und smaragden,
demant und auch sapphir,
sah man erschimmernd prachten.
Tieck 13, 156;
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 286, Z. 51.

brächten

brächten,
vociferari, superbire, mhd. brehten (Ben. 1, 243ᵇ). prächten, laut schreien, als ob man allein im ze losen hab. Maaler 319ᵈ; brechten, laut schwätzen. Henisch 495, 22; und ist bischofamt nit eine hohe würde, als sie ietz prechtend, sunder ein amt, das on ruͦw versorgt wil sein. Zwingli 1, 42.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 287, Z. 16.

brächten

brächten
für prägen. s. prächt und prächten.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 287, Z. 22.

bringe, f.

bringe, f.
so heiszt das weibchen einiger thiere, namentlich der katzen, hasen, kaninchen. Stalder 1, 226, auch bringeri. Tobler 78ᵃ hündin und mutterschwein. s. bringen 2.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 384, Z. 20.

bringen

bringen,
parere, ferre, ein weitgreifendes wort unserer sprache, das manigfache überlegung kostet. Es steht allen deutschen mundarten zu, mit merkwürdiger ausnahme der altnordischen. goth. briggan, ahd. prinkan, bringan (Graff 3, 192), mhd. bringen (Ben. 1, 248), ags. bringan, engl. bring, alts. brengian, mnl. nnl. brengen, fries. brensza. den Schweden und Dänen ist ihr bringa, bringe erst ein neues, von uns entlehntes wort. Aber auch die flexion fordert aufmerksamkeit. zum ahd. prinkan findet sich oft ein part. praet. prunkan und bei O. auch das praet. ind. brang, pl. brungun, so dasz ihm bringan ganz wie singan sang sungun geht. so erscheint hin und wieder mhd. gebranc. Diemer 219, 28; brungen. Karajan 26, 4. 37, 10; nhd.
das hab ir groszen schaden brungen.
fastn. 629, 18;
voresse brunge. Gotthelf schuldenb. 139; und nicht anders ags. brungen Cœdm. 41, 4. cod. exon. 8, 20. 403, 13. das goth. briggan dagegen bildet sein praet. anomal brahta pl. brahtêdun, was auf ein schwaches braggjan, wie þahta þahtêdun auf þagkjan zurückgebracht werden musz, und im ags. brengian, nl. brengen, fries. brensza bewahrt scheint, auch in Luthers schriften (nicht in der bibel) und bei H. Sachs liest man öfter brengen für bringen. brahta ist zusammengedrängtes braggida, wie þahta = þagkida. aber ahd. und ags. bildet jenes brang brungun immer nur die ausnahme und die regel begehrt nach goth. weise ahd. prâhta pl. prâhtun, ags. brohte, wie mhd. brâhte, nhd. brachte, engl. brought, nnl. bragt. nicht unmöglich, dasz die Gothen, wenn wir ihre sprache ganz übersähen, neben brahta gleichfalls ein bragg zulieszen, und diese anwendbarkeit starker und schwacher flexion für dasselbe verbum gibt uns wichtige fingerzeige. das goth. part. praet. kommt nicht vor, würde aber brahts lauten, wie ahd. prâht, mhd. brâht, ags. broht, engl. brought; dies part. ist eins von denen, welche von altersher kein ge vor sich leiden, und auch nhd. galt noch im 16 jh., namentlich bei Luther nur bracht, kein gebracht, was spätere ausgaben der bibel einschwärzen. Henisch 510 hat bereits gebracht. Was nun die wurzel bringen und deren grund und boden angeht, so liegt ihre unmittelbare verwandtschaft mit goth. bairan, ahd. përan, unserm gebären, folglich mit lat. ferre und parere, gr. φέρειν am tage; Graff setzt bringan unter bar. unsere sprache, wie die lat., liebt bildungen mit NG, bringen gleicht dem lat. frangere, defringere, infringere, die aus fragere = brechen entsprangen, brechen ist ein voneinander, auseinander bringen, also scheint bringen in engem band mit brechen, und bringen mahnte an brangen (sp. 303), dies an bracht (sp. 283); ein stolzer brangt (effert se) und macht geräusch, bracht. ῥήγνυμι digammiert wird leicht zu φρήγνυμι und ein vermutetes φρῆμι stellt sich zu φρέω = φέρω. mögen diese schritte noch ihr wagnis haben, doch wird bringen nicht von beren und brechen, frangere nicht von ferre loszureiszen sein.
Bedeutungen.
1)
bringen, parere, gebären, zur welt bringen: mhd.
der sun, den sie bringet.
Mar. 187, 3.
es sind aber ifgn. die herzogin hernach genesen und zu Rotta einen jungen herrn bracht. Schweinichen 1, 38;
du dreier treueste, die eine mutter brachte!
Fleming 637;
es brachte heut ein kind, die gestern braut noch war.
Logau 1, 6, 86;
im achten monat bracht ein kind Sirona.
2, 4, 78;
Corinna hat den mann zwei jahr lang nicht gesehen
und brachte doch ein kind? durch wechsel ists geschehen.
3, 9, 9;
lauter lichteskinder bringet Delila.
immer war am tage, der sie liebte, da.
3, 10, 39;
ein kind zur welt bringen. Lokmans fab. 10; wie sie uns ein munteres, lebhaftes töchterchen brachte, aber zugleich von ihrer munterkeit, von ihrem reiz manches verlor. Göthe 10, 162; Sara wird guter hofnung und bringt einen sohn. 24, 211; seine gattin brachte ihm vier töchter. 37, 326; die frau hat zwillinge gebracht. auch von hebamme und geburtshelfer sagt man, sie bringen das kind. zu dem transitiven bringen vgl. das intrans. brechen, niederbrechen, entbunden werden: se is dalbraken, ist kindes genesen. Schütze holst. id. 1, 196; fieng die schwanger fraw an zu krachen. Garg. 102ᵇ; das haus knackt, die geburtsstunde naht; das haus ist eingefallen, die geburt ist erfolgt. sächs. provinz. bl. 14, 127; der ofen fällt ein, will einfallen, die schwangere ist am gebären. die kinder bringen (sonst kriegen, machen, hecken) zähne. hebamme 874.
2)
bringen, parere, von thieren, was sonst werfen, schütten: also empfiengen die herde uber den steben und brachten sprenkliche, fleckete und bunte. 1 Mos. 30, 39;
dafur lob ich das schafgeschrei,
wenn sie die lemmer pringen.
fastn. 1114;
unser geisz bringt, capella nostra parturit. Frischlini facetiae p. m. 22; vier kühe hatten so viel kälber gebracht. Felsenb. 2, 78; a rehgoasz hot zwa kitzel brocht. Firmenich 2, 684; der luchs bringet junge. Döbel 1, 34ᵇ; der biber bringt junge. 1, 36ᵇ; der otter bringt junge. 1, 40ᵇ; die wölfin bringt neun junge; schlecht bringen, verwerfen. von andern thieren heiszt es lieber werfen, setzen. s. bringe.
3)
bringen, hervorbringen, von bäumen: der baum bringt gute äpfel; der acker bringt reichlich, bringt wenig oder nichts; zeit bringt rosen; die bewme auf dem felde ire früchte bringen. 3 Mos. 26, 4; der ist wie ein bawm gepflanzet an den wasserbechen, der seine frucht bringet zu seiner zeit. ps. 1, 3; und wartet, das er drauben brechte, aber er brachte heerlinge. Es. 5, 2; du pflanzest sie, das sie wurzeln und wachsen und bringen frucht. Jer. 12, 2; und war doch auf eim guten boden an vil wasser gepflanzt, das er wol hette können zweige bringen, früchte tragen und ein herlicher weinstock werden. Ez. 17, 8; das es zweige gewinne und früchte bringe. 17, 23; welcher bawm nicht gute frucht bringet wird abgehawen und ins fewer geworfen. Matth. 3, 10; ein ieglicher guter bawm bringet gute früchte (goth. akrana gôda gataujiþ). 7, 17; und bringen frucht (goth. jah akran bairand). Marc. 4, 20; das sie (die erde) herausgebe und von sich bringe gras u. s. w. Luther 4, 7;
unz ein frucht die andern bringt.
fastn. 626, 1.
4)
einen bringen bedeutet eigentlich getragen bringen: sie brachten den todten, den verwundeten auf einer bahre; der kranke wurde in eine andere stube gebracht; die mutter brachte das kind, wie es in ihren armen eingeschlafen war, zu bette, sie bringt es vorher dem vater. es steht aber auch häufig für leiten, schleppen, führen, zuführen: bringe meine söne her zu mir, das ich sie segene. 1 Mos. 48, 9; ich sende einen engel fur dir her, der dich bringe an den ort den ich bereit habe. 2 Mos. 23, 20; ich bringe ihn jeden abend nach hause; die frau brachte den trunknen mann zu bette; der ergriffene dieb wird auf die hauptwache, in den kerker gebracht; einen vor gericht, in die schule, auf die universität bringen; in den wagen, zu schiffe, ins schauspiel bringen; er ist in sicherheit gebracht; der morgenstern bringt den tag; ein tag bringt den andern. Göthe 8, 75.
kommt, kommt und bringt der mutter ihren sohn!
Schiller 538ᵇ;
als dich ein tief geheimnisvolles schicksal
vor so viel jahren diesem tempel brachte.
Göthe 9, 7.
5)
eine sache bringen, holen, wiederum getragen bringen: bring mir meine kleider, stiefel, meinen hut; du hast die unrechten schuhe gebracht; das essen wird gleich gebracht, aufgetragen; bringt gläser!;
verliere was, er wird es bringen (apportieren),
nach deinem stock ins wasser springen.
Göthe 12, 63;
man sol euch ein wenig wassers bringen und ewre füsze waschen. 1 Mos. 18, 4; und ich wil euch ein bissen brots bringen, das ir ewr herz labet. 18, 5; schepften des wassers, trugens und brachtens David. 2 Sam. 23, 16; und die raben brachten im brot und fleisch. 1 kön. 17, 6. reichen und langen ist weniger als holen und bringen, der bringende musz gegangen kommen, der reichende braucht nur mit dem arm zu langen. ich bringe dir einen strausz zu deinem namenstag. dies bringen wird dann oft ein darbringen, opfern. auch kann zu solchem bringen statt des acc. ein partitiver gen. gefügt werden, z. b. und der priester sol des bluts vom farren in die hütten bringen. 3 Mos. 4, 16; Emilia bracht theurer und kostbarlicher kleinot. buch d. liebe 117, 1. bringen, absolut, schaffen, herbeischaffen: sie schaft, sie bringt. Göthe 17, 363.
6)
es bringen, praebibere, propinare poculum, einem zutrinken, dasz er bescheid thue (1, 1553), vgl. Tobler 77ᵇ: ich bring es dir, ich bring dir das, nemlich das glas; auch einen bringen, den becher oder den trunk: wie sie nun also mit zechen fortfahren und einer dem andern einen bringt, nach der Griechen weis und kundschaft. Alberus Esop 13;
nun thu bescheid,
ich bracht dir vor ein ganzen aus.
28 (vgl, 1, 838 ausbringen);
ich denk, dasz ich im einen bring.
dann wil ich dir noch einen bringen.
das.;
und schenkt den gesten dapfer ein,
das einer dem andern eins bring
H. Sachs III. 1, 94ᵈ;
aber der tod, der gar nicht trinkt,
zucket den trinker hin,
wiewol er ruft 'dem tod eins bringt,
heiszt ein weil sitzen ihn'.
Garg. 11;
führn ihn zur tabern so doll,
bringen ihm eins halb und voll
und thun von seinetwegen bescheid,
wann er dann nit gut wetter geit
so wird er in die pfützen geleit (Urban, vgl. myth. 18).
50ᵃ;
hab ich ein tode sau geschunden, das mir keiner kein bringt? 85ᵇ;
drumb, bruder mein, ich bring dir das,
so vil vom wein ist in dem glas.
86ᵃ;
auch weil der mensch ist ein animal sociale, lud er gemeinlich gern zu ihm etlich wol besoffene schlucker seiner nachbauren, mit denen nam ers an in allen pässen und süffen, wie mans ihm bracht, sagten vom alten bis zum newen, allezeit einen dran, dasz man den Pilatum mit dem keiser schreck. 171ᵇ;
thut all frölichkeit anfangen,
und einer eins dem andern bring.
Ayrer 368ᵇ;
ihr herren, disen bring ich euch.
Weckherlin 531;
brachte ihm eins. Simpl. 2, 13; ich bringe dirs! Schlampampe 34; indem dise sich an den tisch gesetzt, brachte der berggeschworne an Eckarten ein glas gerstenbier sagende: mein herr verzeihe mir, dasz ich mich erkühne demselben unbekanterweise eins zuzutrinken. Eckart replicierte, mein herr hat es gute macht! und nahm das glas von ihm. unw. doct. 2;
Octavio, das bring ich dir! ersäuft
sei aller groll in diesem bundestrunk.
Schiller 354ᵇ;
ich brings euch, junker, trinket frisch! es geht
aus éinem becher und aus éinem herzen.
525ᵃ;
worauf denn dieses abschiedsglas für diesmal gebracht sei! Göthe 23, 15;
ein fläschchen schnapps ergreif ich da,
das trift sich doch geschickt.
ich bring es dir, du bringst es mir
und bald sind wir erquickt.
47, 85.
7)
mhd. war dies zutrinken noch unbekannt, sonst würde es im weinschwelg nicht fehlen, der nur den wein selbst, keine zechgesellen anredet, auch eʒ bringen in diesem sinn bei den dichtern erscheinen. wol aber begegnet es in anderm:
swâ er die durftigen gesah
necket odir frostic,
hungirc odir durstic,
den brâhter iʒ stille
durh den gotis willen.
Aegid. 91;
als in leitet sîn muͦt
und als erʒ bringin mac.
fundgr. 2, 111;
die frowen habent eʒ also brâht,
daʒ ir von rehte wirt gedâht
in der vordersten zal.
Er. 7777;
sus het erʒ umbe si alle brâht.
Iw. 2652;
wir wollen eʒ in bringen ûf daʒ felt
mitten under ir gezelt.
Herbort 1345.
nhd. brachte es ihm schön, als er hinein kam (bewillkommte ihn höflich). Gotthelfs sagen 4, 149; bring mrs (führe mirs her)! 5, 171.
8)
es weit, hoch, bis auf, zu etwas bringen: er brachte sein leben auf achtzig jahre; diejenigen, die es auf der bahn der ehre und des glücks am weitesten bringen. Wieland 1, 163; er wird es weit in den wissenschaften bringen; er kann es wol noch auf eine million bringen;
so weit gebracht,
dasz wir bei nacht
allvater heimlich singen.
Göthe 1, 235;
doch wenn du es so weit wie deine freundin bringst,
da er dich sonst bezwang, du künftig ihn bezwingst.
7, 20;
da sie ihr leben nicht allein so hoch gebracht haben. 14, 198; wir wollen nicht weiter gehen (in complimenten), denn sonst könnten wir es leicht bis zur majestät bringen. 24, 165; kinder durch hausunterricht etwas weiter brachten, als es in trivialschulen zu geschehen pflegt. 24, 262; sie hat übrigens ihr leben nicht so hoch gebracht. 26, 340;
die Deutschen sind recht gute leut,
sind sie einzeln, sie bringens weit.
47, 231;
er hat es zu nichts gebracht, er wird es zu gar nichts bringen.
9)
die empfangne wunde brachte ihm den tod (führte ihn herbei, nach 4, weil man tod oder krankheit persönlich dachte); feber, kaltwee, hauptwee, pfnüsel bringen. Maaler 77ᵈ. 78ᵃ;
bei hofe gilt der junge rath, als wie ein junger wein,
wiewol er darmgicht gerne bringt, noch geht er lieblich ein.
Logau 2, 1, 24;
das opium brachte endlich milden schlaf; vor der abreise wurde eine abendmusik, ein ständchen gebracht (dargebracht);
so dürfen wir auch nicht ein süszes stündlein bringen,
und in manch instrument die knaben lassen singen.
Fleming 39 (40);
war landgraf Wilhelm der erste, der seinen heldenarm freiwillig dem schwedischen helden brachte. Schiller 905.
10)
beistand, hilfe, trost, rath bringen; freude, vergnügen, lust, gewinn, vortheil, nutzen, glück, ehre bringen; leid, trauer, verlust, schaden, nachtheil, gefahr, schande, verderben, den untergang, kummer, argwohn, schrecken; frohe botschaft, gute nachricht, neuigkeiten, grüsze, bescheid, auskunft; was bringst du neues?;
bringt ihr mir nichts von Unterwalden? nichts
von meinem vater?
Schiller 522ᵃ;
es bringt (verursacht) verdrusz, ärger, beschwerde, mühe, sorge, angst; es bringt einen groszen unwillen. Schertlins br. 4; zuwachs, vermehrung, stärke, kraft bringen:
nun bis mir recht willkommen,
du edler rebensaft,
ich hab gar wol vernommen,
du bringst mir süsze kraft.
Garg. 84ᵇ;
die rede wann sie schweigt, bringt eitel lieblichkeit.
Logau 2, 1, 38.
das bringt mir wunder, nimmt mich wunder; maszen er dem frembden herrn solche verwunderung brachte, dasz er fragte —. Simpl. 2, 302.
11)
der krieg bringt nichts, er holt. Hebels schatzk. 158; es geht hier ein tag nach dem andern hin und bringt nichts. Bettine br. 2, 21; die zeit wirds schon bringen; das bringt (erbringt, erträgt) im ganzen etwa zwanzig thaler; es brachte auf den tag kaum drei groschen; darumb bringen (erweisen) die vorigen sprüche solchs nicht. Luther 4, 95ᵇ; wie es die historia an ir selbs bringt (enthält, mit sich bringt). das.;
man lasse mir die lust (zu dichten),
die wo sie wenig bringt, noch weniger doch kost.
Logau 1 s. 97;
dann bringt (hilft) ihm weiter nichts das mühen und erwerben,
und alles was er gibt, als so nur eher sterben.
1, 7, 41.
12)
bringen mit dem acc. eines adj. als praedicat ist in der heutigen sprache selten: wir hoffen den gefangnen los zu bringen; ich kann den nagel nicht los bringen (kriegen, machen), das kleid nicht rein bringen; er bringt nichts fertig. in der alten sprache häufiger: und konnen die stucke wol war brengen (als wahr erweisen, beibringen). Fichards Wetteravia 166, wofür es auch blosz hiesz etwas bringen. Schm. 1, 262. mnd.
dine viande bedwingen
unde alle underdanich bringen.
Wiggerts scherflein 2, 67;
mhd. wâr ich daʒ wol bringe.
krone ...;
daʒ du mich glôvich hâs brâht.
Wernher v. N. 18, 15;
der vogele süeʒeʒ schallen
hât mich hügende brâht.
MSH. 1, 316ᵇ;
ich bringe in lîhte sigehaft,
ê denne uns ieman scheide.
3, 320ᵇ;
andere belege stehn gramm. 4, 624 und zumal merkwürdig sind die goth. vundan briggan, verwunden, frijan briggan, frei machen, vairþan briggan, würdig machen, ich glaube immer mit schwacher form des adj.
13)
bringen in: würdet ir meine grawe har mit herzeleide in die gruben bringen. 1 Mos. 42, 38. 44, 31; denn du wirst dis volk ins land bringen. 5 Mos. 31, 7; hielt ich für das beste, das ich nicht scharf oder hart, sondern mit maszen inen widerstünde, das ist ire lere in ein zweivel brechte. Luther 1, 57ᵃ; das die disputation solt allein mündlich geschehen, nicht durch offenbare schreiber oder notarien in die feddern und schrift gebracht werden. 1, 144ᵇ; wie thu ich, das ich die Wittemberger ins geschrei bringe. 3, 50ᵃ; der pfaffenstand, den bapst aufgericht hat zu gottes dienst, und in die leute bracht. 4, 13ᵃ; in französisch, in welsch bringen. Spaltin bei Luther 5, 33ᵇ; bis sie es anfahen ins werk zu bringen. 8, 3ᵇ;
als Venus wolte Mars in ihre liebe bringen,
hat sie ihn blank und blosz am besten können zwingen.
Logau 1, 2, 9;
ein mann, mein kind, ist leicht in zorn zu bringen.
Gellert;
so mich abermal in harnisch brachte (aufbrachte). Simpl. 2, 317; in noth, in elend bringen; ins kleine bringen. hebamme 705; es ist von mir ins kurze gebracht worden, da es aus ohngefähr sechzehn bogen bestand. J. E. Schlegel 5, 61; er brachte die Thracier, die Geten in die waffen. Heilmanns Thucyd. 299; du bringst mich in gefahr; in verlegenheit, verzweiflung, übeln ruf; sie war durch diese drohung ganz in aufruhr gebracht; sie brachten ihre habe in sicherheit;
Belinde, bringe dein gesicht
erst wieder in die mode.
Gotter 1, 46;
bist du es, der so mich in schande gebracht,
so bring mich auch wieder zu ehren.
Bürger;
unsre frauen zu belehren
hab ich solches kund gemacht,
und in saubre reimlein bracht.
Stolberg 1, 172;
etwas in unbeschränkte achtung bringen. Kant 4, 28; eine feder bringt eine kraft in einen körper hinein. 8, 53; die auf diese weise in die körper gebrachte kraft. 8, 197; ich bringe in erfahrung;
der mond hat alles ins helle gebracht.
Göthe 1, 229;
die scenen entworfen, ja schon einige der vornehmsten stellen und gesänge in verse und zu papiere gebracht. 18, 269; in der leute mäuler bringen. A. Wall beide bill. 24; ins gerede bringen; in lauf, umlauf; er hat die hände in kein buch gebracht, keins aufgeschlagen; ein mensch, den die sonnennähe eines groszen menschen nicht in flammen und auszer sich bringt, ist nichts werth. J. P. Hesp. 1, 255; alles ist in gang, in bewegung gebracht; in rechnung, anschlag, in einnahme und ausgabe bringen u. s. w.
14)
bringen an: sihe, ich sende einen engel fur dir her, der dich behüte und bringe dich an den ort, den ich bereit habe. 2 Mos. 23, 20; wo aber ein grosze sach ist, das sie die selb an dich bringen. 18, 22; denn es ist alles darumb so gestellet und an uns bracht, das die lieben apostel wol gemerkt haben, wie treflich schwer dieser artikel eingehet und erhalten wird. Luther 6, 69ᵇ;
die welt tuͦt an mich bringen
mit hüpschen worten kluͦg,
dasz ich muͦsz aber singen
und ist nit wol mein fuͦg.
Uhland 721;
den strick ir an die hörner bringen.
H. Sachs I, 526ᶜ;
durch schenk haben sies an uns bracht.
Ayrer 29ᵇ;
ich stelle dahin, ob sie vermeinte, mit diesem gelinden futter den vogelleim zu bedecken und den vogel desto eher dran zn bringen. pol. stockf. 51; sie bitten mich um etwas, mein herr, das ich selbsten an sie würde gebracht (ihnen vorgeschlagen) haben. Felsenb. 1, 29; solche (sprichwörter) recht auszulesen und an den mann zu bringen. Günther vorr. b 1ᵃ; er hat alle seine töchter an den mann gebracht (er hat sie alle ángebracht); als er diesen mann so übel zugerichtet sah, fragte er wer ihn geliefert habe? man sagte Benvenuto, aber diese bestie habe es an ihn gebracht. Göthe 34, 195; offenbar musz dieses gegengewicht durch eine kraft des gemüts an die seele gebracht werden. Fichte krit. der offenb. 145; eine sache käuflich an sich bringen; einen an die reihe bringen, an den bettelstab; er hat es an das licht, an den tag gebracht. vgl. ánbringen.
15)
bringen auf: und hettest also eine schuld auf uns bracht. 1 Mos. 26, 10; so er doch keine schuld mit recht und warheit auf mich bringen kan. Luther 6, 7ᵃ; und findet sich doch keine schuld drinnen, die er mit gutem grunde auf mich müge bringen. 8ᵇ;
sie mögends nit auf mich bringen
mit siben erbaren mannen,
die guͦt zuͦ der warheit sind,
dasz ich solchs hab geton.
Uhland 306;
der stallmeister, der sehr gut focht, war gefällig genug seinen gegner zu schonen und sich einige kreidenflecke auf den rock bringen zu lassen. Göthe 18, 225; bisher hatte man sich immer über den umgang des barons mit den komödianten aufgehalten, man hatte allerlei geschichten auf ihn gebracht. 18, 293; um mir so mit der besten manier den hals umzudrehen, weil es nachher niemand auf ihn bringen könnte. Tieck 9, 258; es wurde schnell ein ansehnliches heer auf die beine gebracht; da brachte der flötenist wieder den alten reiterscherz auf die bahn. J. P. flegelj. 1, 119; man bringt ihn auf andere gedanken, auf die rechten schliche; er brachte es auf die seite. ich bringe den kasten nicht áuf, s. aufbringen.
16)
bringen zu:
dô was in beiden niht baʒ
dann einem habech, der im sîn maʒ
von geschihten ze ougen bringet,
sô in der hunger twinget.
Er. 1863;
ouh brâhtern zarebeiten.
Reinh. 46;
und wer silber und erz hub, der brachts zur hebe dem herrn. 2 Mos. 35, 24; den ohnmächtigen wieder zu sich bringen (zu bewustsein); weiden auf römisch heiszet alle welt mit buben von Rom besetzen, alle hadder zu sich (an sich) bringen. Luther 1, 276ᵃ; wo der adel sollte die klostergüter zu sich bringen. Luthers br. 3, 137; man müsse es zu werk (zu stande) bringen. 2, 541; reizet si darzuͦ ie mer und mer si zuͦr freiheit zuͦ bringen. Frank weltb. 118ᵇ; bringt es zu wegen. Keisersb. bilg. 9ᶜ;
und alle ding brengen ze mære.
Muskatblut 79, 28;
das pringts zu mären also warm.
H. Sachs I, 509ᵇ;
wil ich dein weib von freien dingen
zu lieb und meinem willen bringen.
III. 2, 11ᵈ;
ihr möcht die wichtigsten und ernsthaftesten allegorien drüber zu markt bringen, die ihr wolt. Garg. 287ᵃ; das wir nicht zuͦ nichte gebracht werden. Melissus ps. Q 8ᵃ; wir brachten eine leiter und seil aus einer scheur zuwegen. Simpl. 1, 240; zween kerl, die mir ein seil zuflieszen lieszen und das eine end davon bei sich behielten, das ander ende aber brachte ich mit groszer mühe ungefähr zu wege. 1, 390; dadurch er selbige (gestolne sachen) wieder zur hand bringen möchte. 1, 471; weswegen er dann schier die verwichene ganze nacht kein aug zum andern bringen können. 2, 319; einen zu friede, zu frieden, d. i. zu ruhe bringen, woraus unser falsches adj. zufrieden entsprang; eine dirne zu falle bringen. Felsenb. 2, 56; er bringt seine schmeichelei zu unnützen kosten. was ich gesagt habe, habe ich gesagt. Lessing 1, 468; die sache ist schon zur sprache gebracht; das bringt ihn zum rasen; ich habe schon mehrere solche menschen gekannt, die hernach wieder ganz ordentlich zurecht gebracht wurden. Tieck 2, 98; die generale werden sich zu allem bringen lassen. Schiller 345; er ist nicht dazu zu bringen; dies soll zu papier gebracht werden; vom leben zum tode bringen. mit mangelndem casus und stärkerm ton: sie brachte ihm drei kinder zú (der ehe); ich kann die thür nicht zú (der wand) bringen; die pferde bringen viel futter zú (boden), verthun, verzetteln, lassen es niederfallen.
17)
bringen von:
daʒ si von wunden brâhten daʒ flieʒende bluot.
Nib. 229, 3;
der teufel wird euch brengen vom glauben. Luther 8, 284ᵃ; das (blut) si auf mancherlei weis von iren zungen, herz, henden und brust von in bringen mit schneiden, hawen. Frank weltb. 228ᵇ; was bringen sie davon? Garg. 62ᵇ; und war unmöglich ein einiges wörtlin von (aus) ihm zu bringen. 145ᵃ;
hat sich verschrieben und versprochen
mich zu bezahlen in vier wochen,
ietzt ich nichts von ihm bringen kan.
Ayrer 185ᵇ;
pech ist schwer von der hand zu bringen; ich kann nichts davon bringen (abbringen); er hat nichts davon gebracht (geflüchtet, gerettet). vgl. ábbringen.
18)
bringen aus:
daʒ swert an sînen ecken brâht ûʒ wunden bluot.
Nib. 187, 3;
aus diesem bericht, kan man da nicht bringen, das wir einer gestalt brauch recht halten. Luther 6, 18ᵇ; ungeacht was man aus Paulo dargegen bringt. bienenk. 146ᵇ; kunte ich das wort 'ich bins' nicht aus mir bringen. pers. rosenth. 5, 16; nur war fast gar nichts aus ihr zu bringen. Göthe 11, 53; das kind war still und nichts weiter aus ihm zu bringen. 18, 235; als Wilhelm hinzu eilte, sie auseinander zu bringen und zu besänftigen. 19, 93; ich kann mirs gar nicht aus dem sinn, aus dem kopfe bringen; der fleck ist nicht aus dem kleid zu bringen; sie war ganz aus der fassung gebracht. vgl. áusbringen.
19)
bringen um, fraudare, privare: einen umb ein auge bringen. Ann. Privatus 339; ums leben, um geld und gut bringen;
und umb mein leben mich zu brengen.
H. Sachs I, 347ᵇ;
auf dasz er dich mit solchem schein
und falscher lieb bring umb das dein.
Alberus fab. 148;
als Evens apfelbisz
uns um den eden brachte.
Fleming 3;
wer brachte mich drum?
Göthe 12, 241
er hat mich um hab und gut, um mein glück, um meine ehre gebracht; setzten sie ihren jauchzenden zug weiter fort und nachdem sie sich eine zeitlang im dorfe aufgehalten und daselbst frauen und mädchen gleichfalls um manches band gebracht. 17, 155; ich will dich eben um deinen schmerz bringen. Klingers th. 4, 256; der alte brachte sie darum. J. P. Fibel 17; warum soll ich mich hier um so manche erträgliche allegorie bringen? aesth. 3, 86. vgl. umbringen.
20)
bringen herum, herumtragen:
bringst du waaren aus der stadt
im land herum?
Göthe 2, 176.
einen herum bringen (kriegen), auf andere meinung bringen.
21)
bringen unter und über: und sihe ein man aus den kindern Israel kam und bracht unter seine brüder ein Midianitin. 4 Mos. 25, 6; welche da über ihre eigene lust meister sind und dieselbe unter sich gebracht haben, die beginnen erst recht meister zu werden. pers. baumg. 6, 1; was hat dich doch nun so darnieder gefället und unter sich gebracht, als einen alten, abgelebten fuchs? 5, 2; unter die leute bringen. ungr. Simpl. 180; eine stadt unter den fusz bringen (unterjochen). Hahn 2, 181; einen unter die erde bringen; und brachte uber mich einen fluch und nicht einen segen. 1 Mos. 27, 12; was hat dir das volk gethan, das du so eine grosze sünde uber sie bracht hast? 2 Mos. 32, 21; ich kanns nicht über das herz bringen; das heer ist über den strom gebracht; er bringt unglück über das ganze land.
22)
herunter bringen, erniedrigen.
23)
bringen vor: ich habe ein schön stücklein heller vor mich bracht. Gryphius 1, 829; dasz man den tag im tage verthut und so immer aus der hand in den mund lebt, ohne etwas vor sich zu bringen. Göthe 22, 225; indem er dessen that, wobei er allein gegenwärtig gewesen, heraushob, mit eifer vor den feldherrn brachte. 17, 385; so bring in sein herr fur die götter. 2 Mos. 21, 6. vgl. vórbringen.
24)
bringen hinter: wir haben den langen weg glücklich hinter uns gebracht; die hauptherrn, welche den reichsboden hinter sich gebracht hatten. Möser 2, 174.
25)
bringen mit, secum ferre: ich bringe alles mit, was ich habe; messer und gabel mit zu tische bringen; jemanden einen jahrmarkt, eine messe mitbringen;
was der landsbrauch mitte bringet, mag man kühnlich treiben.
Logau 3, 7, 71;
allein weil es ihr alter mit sich brachte,
dasz sie um mitternacht erwachte.
Gellert 1, 180;
wer krieg führen will, musz vertragen können was der krieg mit sich bringt. Klinger 11, 332; wie es die zeit, das alter mit sich bringt. vgl. mít (sich) bringen.
26)
innen, inne bringen, gewahr werden lassen: ich will dich dieser sache, die du zu vergessen scheinst, schon innen bringen, inne werden lassen. mhd.
des bring ich iuch wol innen, lât irʒ âne nît.
Nib. 601, 1;
des brâhten in wol innen die helde küene und gemeit.
1036, 4.
27)
vgl. abbringen, anbringen, aufbringen, ausbringen, beibringen, davonbringen, darbringen, durchbringen, einbringen, hinterbringen, nachbringen, überbringen, unterbringen, umbringen, verbringen, vorbringen, widerbringen, zubringen, zurückbringen. hier empfängt meistens die partikel höheren ton, im allgemeinen halte man zum transitivbegrif bringen den intransitivischen kommen, z. b. anbringen entspricht oft dem ankommen, umbringen dem umkommen u. s. w.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 384, Z. 23.

gebracht, n.

gebracht, n.
nebenform zu bracht (pracht), s. d., mhd. gebraht Lexer 1, 759, noch oberd. im 15. 16. jh.; lärm aller art, besonders von übermütigen menschen: gebracht in der kirchen. Brant narr. c. 44 überschr.; prahlendes thun, übermut u. ähnl. (s. bracht 2):
merkt, wie die Schweizerknaben ..
getriben grosz übermuͦt ..
der sinn (ihr selbstgefühl) hat si betrogen,
darzuͦ ir groszer gebracht.
Uhland volksl. 475, Liliencron 3, 171ᵃ,
wo der vers übrigens bracht verlangt, in dem aber nach spalte 1606 fg. umgekehrt oft gebracht enthalten sein wird, was deutlicher wird in der schreibung pracht m. fastus, ostentatio, magnificentia Maaler 319ᶜ (wie das. prächt für gebrächt). zugleich pracht, prunk: wir (geistlichen) ... mit unser übermeszigen gebracht, hoffart und aller üppigkait. Schade sat. 2, 95. s. auch gebrecht, gebrachten.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1877), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 1814, Z. 68.

gebrächte, gebrächt, n.

gebrächte, gebrächt, n.
lärm u. ä., s. gebrecht.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1877), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 1815, Z. 6.

gebrecht, gebrächt, n.

gebrecht, gebrächt, n.
lärm aller art, eig. gebrächte, mhd. gebrehte wb. 1, 243ᵇ, gebrähte (: næte) Helbl. 2, 1368, auch mnd. gebrechte Sch. u. L. 2, 23ᵃ, collectivische bildung zu mhd. braht (s. mhd. bracht); es erscheint noch im 16. jahrh. oberd. s. auch das gleichbedeutende gebracht.
1)
die form.
a)
gebrächte, gewöhnlich gebrecht, gebrächt:
die alle rauschen mit gebrächte.
Renner 72,
übermütig lärmend sich geltend machen (im mhd. texte v. 14111);
ir ding ist nüt (nichts) dann gböch und gbrächt.
Sixt Birk Lucretia A 3;
do hort er aber ein grosz gebrächte auf dem dach von den bösen feinden, die wolten in an seiner andacht geirrt haben. Scherz 484; ein grosz wilds schwein, das het (machte) als grosz gebrecht oder geschrei. Aimon i 3; haben ein grosz gebrecht. Frey gart. 72; er sich mit eim gebrecht herfür machet und schrei hinab .. buch d. liebe 238ᵇ; ich hör ein grosz gebrecht von pferden. Aimon O 4.
b)
geprächt, geprecht (wie pracht neben bracht): fienge an also ein grosz geschrei und geprächt zu haben. Frey gart. 45; lauft er hinaus ins haus und hat ein wildes geprecht. das. 2ᵇ;
sie hatt ein schererknecht ..
machet ein grosz geprecht.
de fide concub. 137 fg.;
des fürst du gar ein lut geprecht,
wie ein brauch han die lantzknecht.
spil wie man die narren beschw. sol B 4ᵇ;
der erzeigte sich ungetümmiglich mit lautem geprecht. Steinhöwel 106ᵇ. geprächt tumultuatio Maaler 169ᵇ.
c)
dasselbe ist das prächt, grosz geschrei, vociferatio Maaler 319ᶜ, und brächt (s. d.), d. h. die form gbrächt unter a in bequemer oberd. aussprache (s. unter ge- sp. 1606 fg.); vgl. z. b. bei Boner 76, 40, wie da die hss. brecht meist in gebrecht umsetzen, obwol der vers nur jenes zuläszt, d. h. sie überlieszen dem leser die sprachform zu brauchen, retteten aber selbst die schreibform.
2)
zur bed. ist
a)
hauptsächlich bracht (pracht) und brachten zu vergleichen; noch bair. bei Schm.² 1, 345 gebrächt gerede (in der sprechform prächt), eigentlich lärmendes gerede, wie brächten schreiend reden u. ä. (s. unter brachten 1).
b)
die heutige bedeutung von pracht (s. bracht 2) zeigt sich auch im collectivum, mhd. und gewiss auch noch nhd., z. b.: reichthums geprächt. Hätzl. 268ᵃ; daʒ guot verzern mit gebrechte. Renner 2253. auch unter 1 bricht die nebenbedeutung des prunkens, prahlens mehrmals mit hervor, z. b. bei Birk. s. auch gebracht am ende.
c)
dasz es zu brechen gehört, eig. vom krachen brechender dinge, z. b. der speere im kampfe ausgegangen (vgl. u. gebrech II, 1, a), bestätigt auch der umstand, dasz brast, subst. zu bresten gleich brechen, gleichfalls diese bedeutung entwickelt hatte: brast, hohmut, bracht, hoffart, pompa, superbia. voc. 1482 e iijᵃ; s. auch gebrästel. das -t zeigt sich schon ahd. auch in kipruht confractio, untarpruht interruptio u. a. Graff 3, 270, und so erscheint gebracht zugleich als hochd. nebenform zu alts. gibrac (s. gebrech II, 1, a sp. 1842).
3)
dunkel ist vor der hand ein gebrecht, das Schmeller 1, 250 beibringt aus den büchern Sam. des P. Aemilius, in jüdischdeutschen versen in der spätern Nibelungenstrophe bearbeitet:
nun bin ich von Benjamin   gar ain klaines geschlecht,
darzu bin ich der jungste   under Jacobs gebrecht.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1877), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 1857, Z. 66.

prachten, verb.

prachten, verb.,
eine (einen) pracht erheben, zeigen, s. brachten theil 2, 286 f., z. b. zu 1:
was wir denn prachten (schwatzen) lang.
Liliencron volksl. 338, 13 (vom j. 1519).
zu 2:
leut, die durch schein betrogen werden,
geberde, prangen und das prachten,
höher denn kunst und tugent achten.
Waldis Es. 2, 76, 17;
wiltu hoch achten
weltliches prachten,
und darnach trachten.
Kehrein kirchenl. 1, 638, 14.
zu 3:
(was) buntlich prachtet
in den buxumschantzten stätten.
Harsdörfer gesprächsp. 8, 140.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1888), Bd. VII (1889), Sp. 2044, Z. 62.

prächten, verb.

prächten, verb.,
s. brächten theil 2, 287 und Schm.² 1, 345. Lexer kärnt. wb. 37.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1888), Bd. VII (1889), Sp. 2044, Z. 78.

prächten, verb.

prächten, verb.
prägen (s. präch, prächt): das man so vil gelt nit mit hämmern schneiden, prächten und stämpfen kan. kriegb. des fr. 190.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1888), Bd. VII (1889), Sp. 2044, Z. 80.

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brenkel bräuer
Zitationshilfe
„bringen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/bringen>.

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