Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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brosam, m.

brosam, m.
mica panis, gen. brosams, pl. brosame und mit vollem auslaut, wie atham, bosam, eidam, doch läszt sich aus brosam bei Henisch 516 und dem dat. pl. brosamen bei Luther Matth. 15, 27. Marc. 7, 28. Luc. 16, 21 das genus nicht ersehen. entschieden männlich setzt das wort Klopstock und ihm nachfolgend Voss:
nimm den brosam und isz.
Mess. 15, 906;
stolz war dieser geteuschte
auf den kümmerlichen besitz, den er hatte, geworden,
auf den brosam grünliches brot, den hölzernen becher.
16, 280;
mir genügt ein brosam des trostes!
dir genüget nicht ihm, der dein so sehr sich erbarmt hat,
brosame nur zu geben.
19, 478;
ob einer mir biet ein wenig weines und brosams.
Od. 15, 311;
es geb ihm jeder nach willkür
etwas brosam und wein.
17, 12;
ziegenkäse, sie schabt ihn
klein mit scharfem erz und streuet brosam darüber.
Stolberg 11, 395.
richtiger und der alten sprache entsprechend scheint das f.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 397, Z. 75.

brosame, f.

brosame, f.
gen. brosame, pl. brosamen, ahd. prosamâ, gewöhnlich brosmâ (Graff 3, 315), gen. pl. brosmôno, ebenso alts., wo nur dieser gen. pl. 93, 1 vorkommt; mhd. brosam, brosem stark oder broseme schwach (Ben. 1, 262ᵇ). hierzu fügen sich jene dat. pl. brosamen bei Luther, und bei andern mehr: ein armer hungriger bettler, der nach übergebliebenen brosamen schnappte. Fr. Müller 3, 253. viele aber werfen das a aus: sie nam von keiner schwesteren das allerminst stücklin brots, sunder die brosmen, so von dem tisch kamen, wüschet sie und schwenkt die hefen. Keisersb. bilg. 88ᶜ; nim dorzu eine brosmen schönes brotes. von guter speise cap. 26; mit einer brösmen semeln brotes. cap. 80; mit einer semelbrösmen. cap. 82; brosme Maaler 79ᵃ. Dies brosama, brosma, nhd. brosam, brosme scheint entsprungen aus brohsama, brohsma und das ahd. verbum brochosôn confringere (Graff 3, 269. 267) voraussetzend. es liegt also in ihm die vorstellung des brechens wie in brocke, und beide ausdrücke sind fast gleichbedeutig. Luther verdeutscht κλάσμα durch brocke, ψιχίον durch brosame. Ulfilas aber braucht für beide drauhsna, wofür in der skeireins besser geschrieben ist drausna, da man es doch von driusan fallen zu leiten hat. drausna bezeichnet den abfall, wörtlich sind brosma und drausna einander unverwandt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 398, Z. 17.

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brenkel bräuer
Zitationshilfe
„brosam“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/brosam>.

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