Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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brumme, m.

brumme, m.
was brummer 3, herdochs: auch soll er (der heimbürge) ufheben, (bewahren, füttern) einem hirten seine prummen. weisth. 2, 164.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 428, Z. 5.

brumme, f.

brumme, f.
was brummfliege:
hören sie nur das gesumme,
die verdammte grosze brumme
musz ich erst durchaus erschlagen.
Houwald.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 428, Z. 8.

brummen

brummen,
fremere, rugire, ein wort das sich aus dem alten brëman entfaltete (sp. 362) und es zuletzt verdrängte, nnl. brommen. brüllen verwenden wir mehr von einem starken, schreienden laut, brummen von einem dumpfen: der löwe, der ochs brüllt, der bär brummt, die fliege, biene brummt, summt; der donner brüllt, wenn er nahe ist, brummt aus der ferne; man brummt (nicht brüllt) etwas in die zähne, in den bart. die belege thun aber dar, dasz man nicht immer so unterschied oder es damit nicht genau nahm, denn oft vertreten einander beide wörter: das geschütz brüllt oder brummt und der herdochs heiszt brüllochs wie brummochs.
1)
gewöhnlich intransitiv, brummen als ein per oder lew, rugire. vocab. 1482 e 3ᵇ; prummen, wuten, toben, furere. z 7ᵃ;
ich weisz nit, wie ich hin wider prum,
und auch mit worten an in kum.
fastn. 331, 23;
umb mich die mucken teten prummen.
565, 16;
die posaunen gar gemlich prummen.
1133;
ir beinlein sie (die bienen) mit blümlein hoseten,
beide sie brumten und auch koseten.
1304;
do rumpelt er die stiegen ab,
er hub an grausamlich zu prummen.
Rosenblüts farender schüler, cod. giss. 21ᵃ;
brummen und hülen der verdampten. Keisersb. bilg. 227ᵇ.ᶜ; darumb brummet mein herz über Moab, wie eine harfen. Es. 16, 11; wir brummen alle wie die beren und echzen wie die tauben. 59, 11; darumb brummet mein herz über Moab, wie eine dromete. Jer. 48, 36; dort murret einer von klostergelübden, da brummet einer von der heiligen dienst. Luther 4, 382ᵇ; die da murmelten und brummeten in der kirchen, wenn man die geistlichen lieder sunge. tischr. 187ᵃ; wollt ir ja brüllen, brummen, grunzen und murren, so geht unter die kühe und schweine. das.; sprach die spinn zu der immen, du brummender, unruͦwiger fogel! Cyrillus 65; das M hat ein brummende stimm, wie die küe, bern oder die stummen, so man bede lefzen auf einander truckt und brummet. Ickelsamer B 1ᵃ;
wir wöln me mit einer seiten brummen,
dan schlüg man sechs und zwenzig trummen.
Murner luth. narr 3988;
schlag uf, schlag uf mit beiden trummen,
lasz durch alle berg und deler brummen.
2930;
so prumbt sie wie ein alter bär.
H. Sachs I, 521ᵃ;
wan mein bauch brummet mir so stark.
II. 2, 39ᵈ;
wider sich selb heimlich prumbt.
III. 2, 166ᵈ;
der mag hebt mir gleich an zu prummen (latrare).
III. 2, 179ᶜ;
mein bauch ist mir auch weit
und hebt mir heimlich an zu brummen.
III. 2, 200ᵈ;
hör, wie der alt graner brumb.
III, 2, 213ᶜ;
wenn lang der teufel sich vermumbt,
nach seinem willen umbher brumbt.
Kirchhof wendunm. 411ᵇ;
sein dunder kommet auch gefaren
mit langem brummen auf das meer.
Weckherlin 127;
als jetzt Misander brummt und schäumt.
Günther 434;
ein anderer grummet und prummet als wie eine humse in einer drummel. Philand. 1, 22; vor die ohren schlagen, dasz der kopf brummt. Weise erzn. 250; sonderlich aber kam ihr verdruszlich, dasz der alte herr in seinem hause etwas genau lebete und über einen kleinen schaden den ganzen tag brummen konte. pol. stockf. 119; indem ein oder zwei creditores schon von ferne in etwas zu brummen anfiengen. Felsenb. 2, 243, darum heiszen auch die gläubiger 'die brummenden bären', z. b. Perus 236 und 'einen bären anbinden' schulden machen (vgl. 1, 296. 1123); sobald der seiger zu brummen anfieng. Leipz. avant. 1, 153 (vgl. ausbrummen);
auch fluche nicht der alten muhme.
man musz ihr brummen, sich zum ruhme,
mit stiller sanftmut übergehn.
Lessing 1, 73;
der meister brummt, der harte mann.
Göthe 1, 37;
wenn endlich die kanone brummt,
und knatterts klein gewehr,
trompet und trab und trommel summt,
da gehts wol lustig her.
1, 149;
und einstimmig mit ihm heulte, schrie, brummte und lärmte alles durcheinander. 19, 52; in sich brummen. Klinger 10, 140;
und horch, es brummt die glocke noch,
die elf schon angeschlagen.
Bürger;
stille wirds im glockenhause,
nur die glocke, wenn sie brummet,
unterbricht die tiefe pause.
Platen 13ᵃ;
im himmel ist gut leben, sagte der knabe mit tiefer stimme, dasz die balken brummten. Arnim kronenw. 1, 172. brummen heiszt auch gefangen sitzen, einen brummen lassen, gefangen setzen: er musz brummen, gefangen liegen, vgl. brummstall. die kuh, die sau brummt, will nach dem stier, eber.
2)
transitiv:
man brummt den tiefen bas.
Logau 2, 5, 39;
lernete die neuesten und lustigsten lieder aufs beweglichste singen, auf dem hackebrete selbst darzu spielen, und verdiente also, zumalen wenn der vater den bas darzu brummete, manchen schönen groschen. Felsenb. 2, 321; sie geht herum und brummt psalme. Rabener 2, 292; was brummt er denn da in seinen bart? Faust von Simrock 74; der wird ihr was brummen = der wird sich wol hüten, es zu thun. Hermes Soph. reise 6, 515.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 428, Z. 65.

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brenkel bräuer
Zitationshilfe
„brumme“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/brumme>.

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