Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

brunft, f.

brunft, f.
coitus, libido coitus, weidmännisch von dem roth- und schwarzwild, einige schreiben brumpft und brumpfst, Frisch 1, 145ᶜ brumft, Tänzer und Pärson prumft, Göchhausen prunft, Becher und Döbel brunft: der hirsch geht in die brunft, tritt auf die brunft, aus der brunft, ist in der brunft, hat die brunft vollbracht; schmalrieken, die noch niemals eine brunft gethan. Döbel 1, 27ᵃ; wie viel elremänner allbereit aus der brust, brunst und brumpfst deines leibes in dem luft aufgeflogen. Abele 3, 59;
ob weiber menschen sind? sie haben ja vernunft,
sie lieben fort und fort. dann wilder thiere zunft
hegt nur zu maneher zeit der süszen liebe brunft.
Logau 3, 2, 64.
Frisch deutet dieses wort mugitus cervi und leitet es von brummen, Lessing 5, 311 will es von brunst geschieden wissen, wie auch Logau in der überschrift zu 1, 1, 91 die letzte brunst der welt setzt, abweichend von jenem brunft 3, 2, 64. entgegen zu stehn scheint aber, dasz Maaler 80ᵃ brunst, ardor, auch für den begrif von brunft gelten läszt: brunst, gebirliche zeit, die zeit und stund, da das weible des mennlins begert, genitalis hora. hierzu stimmt bei Henisch 537 brunst, das laufen der hunde, libido, catullitio; wie der hirsch auf die brunst trit, so gehet er wider davon, ist der bawren prognosticon vom wetter um Egidii. nicht anders gilt nnl. bronst und in de bronst zijn. Dennoch ist die lessingische ansicht fest zu halten. brunft leitet sich von brëman fremere, wie kunft von quëman, vernunft von nëman. das schreien des hirsches und rennthiers gab einem monat den namen (gesch. d. d. spr. 97. 100), brunft wird also auch den jährlichen eintritt der begattung des wilds bezeichnen, brummen und brüllen drücken ebenso das verlangen der kuh und sau nach dem ochs und eber aus. auch ist schon mhd. brunft etwas anderes als brunst:
der hirʒ lief vor den hunden hin,
durch sînes lebenes gewin,
durch sînes lîbes hinkunft.
eʒ was niht in der rehten brunft,
im selbe ze frumen, niht ze schaden
was er niht überladen
mit fleische zuͦ der stunde.
Heinr. Trist. 2402.
die vorstellung von brunst, ardor, konnte sich leicht an den platz von brunft drängen, da einige mundarten komst für kunft, vernunst für vernunft bildeten; niemals aber steht brunft für eine wirkliche brunst, feuersbrunst. die weidmänner hielten auch auf ihrem althergebrachten worte brunft und bestraften brunst mit dem messer. von hirsch und rothwildbret wurde der ausdruck auf andere jagdbare thiere erstreckt. böhm. ebenso řjge, geschrei, brunft der hirsche, rehe, und řjgen october, řjgiti rugire.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 430, Z. 58.

brunft, f.

brunft, f.
phallus impudicus, ein schwamm, auch hirschbrunft, hexenei, teufelsei.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 431, Z. 27.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
brenkel bräuer
Zitationshilfe
„brunft“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/brunft>.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)