Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

burgfriede, m.

burgfriede, m.
castri pax.
1)
galt für heilig und unverletzlich, wer ihn brach, fiel in schwere strafe: welcher Santfelten hat euch ewer sinne also beraubet, also frech und kühne gemacht, dasz ihr da kommet in den burgfrieden und denselbigen brechet? Philand. 2, 509; er behandelte diese that als das gröszte verbrechen, qualificierte sie zu einem beleidigten burgfrieden. Göthe 18, 297; dasz der burgfriede vor des herzogs quartier nicht verletzt werden dürfe. 30, 318; es ist hier mein recht, beleidigter burgfrieden. Fr. Müller 3, 172.
2)
bezeichnet auch das um die burg liegende gebiet, binnen welchem, wie in der burg selbst, der friede gehalten werden muste, die weisthümer geben seine grenze an, z. b. 2, 707. es heiszt, den burgfride machen. 3, 518; in den burgfrieden liefern. 2, 168; zu dem burgfride zu rechte furen. 3, 363.
3)
scheint einigemal mit bergfriede, propugnaculum (1, 1511) zu tauschen: holz hauen, so viel sie es zu ihrem burgfrid bedurfen. weisth. 3, 388. vgl. Frisch 1, 155ᶜ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 542, Z. 75.

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Zitationshilfe
„burgfriede“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/burgfriede>, abgerufen am 02.12.2021.

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