Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

kaland, caland, m.

kaland, caland, m.
eine im 13. jh. gestiftete religiöse brüderschaft, zur fürsorge für begräbnis und seelenheil verstorbener; ihre versammlungen geschahen ursprünglich an dem ersten jedes monats, calendis, daher der name, societas calendaria Frisch 1, 162ᵃ; eine glosse bei Mone anz. 8, 102 'colere calendas, der mânôde kalendas bigân, alse ginùge tuont'. altfries. kalende f., s. Richth. 856ᵇ. die vereinigungen arteten in schmausereien aus, s. kaländern: keine solche geselschaft, wie unser loser caland und der mönche brüderschaft. Luther post., im osterevang.;
'mester' Hans sit baven (oben) an, 'her' Hans sit unden,
wen wi (geistlichen) in unsem kaland werden gefunden (uns versammeln).
Lauremberg 3, 470.
schleswig-holst. eine art synodalversammlung der prediger, s. Schütze 2, 213. daher dann kaland eine gesellschaftliche zusammenkunft überhaupt, 'colloquium, conventus' Stieler 918. Auch das haus der zusammenkünfte hiesz kaland, und die versammlung, der schmaus. in Rostock hiesz selbst das consistorium calandium, kaland, der probst findet sich als herr kaland begrüszt. daher stammt nach Frisch nl. kalant, klant (Kil. kallant), kunde, geschäftsfreund, nrh. clant geselle, genosz Wierstraat chron. von Neusz 748, jetzt klant, klank kunde, ladenfreund, auch franz. chaland; anders Diez 588. s. auch kalandsbruder, das vierte kalander.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 49, Z. 77.

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Zitationshilfe
„caland“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/caland>, abgerufen am 19.10.2021.

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