Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

canaille, f.

canaille, f.
bellua, infima faex populi, it. canaglia, sp. canalla, nnl. schw. kanalje, dän. karnallie (oft bei Holberg), schw. canalj, böhm. kanalie, russ. kanal'ja. ursprünglich wieder ein collectivum, hundevolk, mhd. gehünde, dann aber auch schelte für einzelne, wie hund. Stieler 928 hat kanalje, leitet es aber ungereimt von kanal her, im sinn von canalicola. seinen hirschfänger entblöszete, und indem er mir die spitze auf die brust setzte sprach, canaille! bete ein vater unser in der stille. Felsenb. 2, 494; die venetianischen canaillen haben dir im kopfe gesteckt. irrg. der liebe 220; ziehe vom leder, canaille! 591; er säuft wie eine canaille; dasz die canaille mir meinen namen so verhunzen soll! Schiller 117ᵇ; hört canaillen, ich sag euch! 120ᵇ; he canaillepack! was weinst du denn, Lottchen? Fr. Müller 1, 269; bestie, wart, canaille! vgl. bauercanaille 1, 1179.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 604, Z. 4.

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Zitationshilfe
„canaille“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/canaille>, abgerufen am 19.10.2021.

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