Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

constabel, m.

constabel, m.
ein wort, dessen bedeutung groszem wechsel unterliegt, hervorgieng es aus comes stabuli, tribunus stabuli (Ducange 2, 459), was sich in comestabilis, conestabilis, constabularius entstellte, sp. condestable, it. contestabile. heute ist das franz. connétable eine hohe würde im heer, ohne bezug auf den marstall, so wenig als maréchal, marschall, das von marahscalh, mariscalcus abstammt. engl. ist constable ein öffentlicher beamte, gerichtsbeamte, häscher, polizeidiener. die mnl. sprache machte daraus conincstavel, s. Maerlants scholastica bei Kästner 348. Stoke 2, 241 und conincstavelie bei Maerlant a. a. o. 427. 465. de Klerk 5, 2289. bei Irmino 229 steht der frauenname Constabila, in einer bairischen urk. um 1200 der ort Chunstenobil (MB. 3, 516), was kaum nach Constantinopel gebildet ist. zu Zürich unterschied man constafel und zünfte (Bluntschli 1, 323). zu Magdeburg und Braunschweig hieszen im mittelalter reiche, den festtänzen vorstehende bürgersöhne kunstavel, ihr amt kunstavelie, vgl. Frisch 1, 173. auch die kanoniere beim geschütz nannte man constabel, constabler, constofler: so erlangte ich auch bei dem commendanten, dasz mich einer von seinen constablen die büchsenmeisterkunst und etwas mit dem feuerwerk umzugehen um die gebühr lernete. Simpl. 1, 322. vgl. Oberlin 280 unter constofler.
thuts ihm so eilig, herr constabel?
Schiller 320ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 634, Z. 73.

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Zitationshilfe
„constabel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/constabel>, abgerufen am 26.11.2020.

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