Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

kornut, cornut, m.

kornut, cornut, m.
'lehrjung der seine lehrjahre zwar geendet, aber noch nicht zum gesellen gemacht ist und deswegen unter den andern hörner tragen musz' Frisch 1, 175ᵃ: salz einstreichen (in den mund) wie einem cornuten den man absolvirt. Mathesius Sar. 127ᵇ. Es ist lat., cornutus, d. i. der gehörnte, bei den depositionen der name dessen, der sich der deposition unterziehen muszte, weil ihm u. a. auch hörner aufgesetzt und abgestoszen wurden (vgl. 'sich die hörner abstoszen', vernünftig werden), s. O. Schade im weim. jahrb. 6, 323 ff. der name erhielt sich bis um 1800 und länger bei den buchdruckern, vgl. a. a. o. s. 370, 374. Anders nd. kornuten pl., kumpane, zechgenossen, consorten, angeblich eig. kornôten, wahlgenossen, s. brem. wb. 2, 854. auch karnuten: ich bin keine von seinen karnuten (von seinem gelichter). Shaksp. Romeo u. J. 2, 4. noch in Sachsen karnûtje f. als schimpfwort, z. b. für kinder. Merkwürdig in dem voc. des mag. Engelhusen 'kornuthe, mumme (minne?), amasia'. Mones anz. 7, 301ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1831, Z. 64.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
Zitationshilfe
„cornut“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/cornut>, abgerufen am 19.10.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)