Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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crepieren

crepieren,
crepare, mori, perire, wird vom sterbenden vieh gesagt, das man bersten, drauf gehn, abstehen, verrecken läszt, vgl. gesch. der d. spr. 27. dann auch von menschen: hätte hier Simplicissimus bei seinem lieben herzbruder kein so treues freund- und bruderstück erwiesen, er hätte wol also crepieren müssen. Simpl. 1, 197; das ist zum crepieren, um zu crepieren, c'est pour en crever.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 639, Z. 66.

krepieren

krepieren,
s. crepieren, es ist aus dem ital. im 17. jahrh. übernommen.
1)
für sterben, als stärkstes kraftwort (auch dän. krepere): so wollte ich lieber, sie hätten mich in dem lazarethe krepiren lassen. Lessing 1, 519; er ist erstickt. bist doch krepirt, du memme. Göthe 8, 93. 42, 118; gräflicher bube, wo ich dich treff, ein brodmesser und du sollst krepiren. Lenz 1, 177.
2)
mit nachklang der eigentlichen bed. bersten: und wollt halb krepiren vor lachen. Schiller 107ᵇ (räub. 1, 2); comödien, 'wo der hanswurst den gschmok des hochodeligen publici mit verfluechten stroachen, zoten und wortspieln vergnüegt, dosz ma krepirn möcht' (vor lachen). Schubarts briefe 1, 257, von einem comödienzettel, wie es scheint, aus Ludwigsburg.
3)
eigen für ärgern, volksmäszig: diese pasquille, sagte der amtkeller, krepieren mich am meisten. J. Paul anh. z. Titan 1, 10. Goltz jug. 3, 74. Danneil 116ᵃ; es lehnt sich da an kreppen ärgern an, s. d.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1870), Bd. V (1873), Sp. 2169, Z. 3.

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Zitationshilfe
„crepieren“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/crepieren>, abgerufen am 16.10.2021.

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