Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

kutruff, cutroff

kutruff, cutroff,
ein dunkler ausdruck (Frisch 1, 560ᶜ): wenn die kriegsherrn goldes benötiget, sind sie mit der münz gefallen (haben das gold geringer ausgeprägt), wie man auch etlich liederne münz mit silbern stiften, die alten Sparneckermünz und vol lauter leder, kutruff, und kupfer haben (sie gedacht statt man) machen lassen. Mathes. Sarepta 55ᵇ (5. pred.), also wie leder und kupfer, zur ausfüllung falscher silbermünzen (die alte Sparnecker münz, von leder mit silberstiften durchschlagen, auch 165ᵃ); wiewol aber die alten auf bletter von palmbeumen, cutroff, und rinden der beume geschrieben, wie wir kinder auch büchlein von birken rinden macheten. 104ᵃ; an dem aber ist in schulen kein zweifel, die lateinischen wörter, damit sie die bücher nennen, haben von past, rinden, cutroff und vom stocke den namen. 105ᵃ (also liber, codex). Nahe liegt in klang und sinn ein wort der holzhauer auf dem Thüringer walde: die nacht verbringt die genossenschaft in ihrer zeltförmigen, aus pfählen gebauten und mit fichtenrinden ('guttern') bedeckten hütte. B. Sigismund in Gutzkows unterh. am h. herd, neue folge, 2, 26ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2884, Z. 17.

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Zitationshilfe
„cutroff“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/cutroff>, abgerufen am 19.10.2021.

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