Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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dächsel, m.

dächsel, m.
der dachshund, dann ein mensch mit eingebogenen beinen Schmeller 1, 352.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 666, Z. 78.

dechsel, f.

dechsel, f.
beil, hacke, haue, krummhaue, ascia, ahd. dëhsa dëhsala dësla Graff 5, 124. mhd. dëhse dëhsel Benecke 1, 311. Sumerl. 1, 50 dichsel. Dasypod. 14. 281ᵈ dächsel dechsel. Maaler 85ᵇ dächselaxt. Henisch, Stieler, Frischlin, Frisch und Steinbach führen das wort nicht an. Adelung hat deichsel und stellt es zugleich mit deichsel temo auf. in dem Dictionnaire allemand-françois von Schwan findet man dachsbeil dächsel (degsel wie auch E. T. A. Hoffmann im meister Martin der küfner immer schreibt) deichsel l'aissette essette hachette. Beil 143 deiszel erminette. in Baiern dechsel Schmeller 1, 353. nd. dessel queraxt Brem. wb. 1, 201. als masc. in der Schweiz daxer dachser und däxel dächsel Stalder 1, 274, aber auch in Baiern masc. neben fem. nnl. dissel Weiland, diessel diechsel Kilian, ags. adesa adese, engl. addice adze, norweg. diksl deksla und tekla Aasen 64. böhm. und illyr. tesla, wohin es mag übergegangen sein. es scheint von dem starken verbum dëhsen schwingen, besonders flachs schwingen, abzustammen (Ben. 1, 330), woraus sich der wechsel des ë mit i und a erklärt; dachsbeil ist eine verunglückte etymologie. im mhd. kommt auch dehse, nnd. diesse in der bedeutung von spinnrocken (der geschwungene flachs) vor. die spätere schreibung deichsel ist an sich zu tadeln und verwischt die äuszere unterscheidung von deichsel temo. Mit dechsel werden verschiedenartige werkzeuge dieser art bezeichnet. im mhd. galten noch die zusammensetzungen dehsîsen und dehsschît womit der flachs geschwungen ward, ein breiter, der klinge eines schwerts ähnlicher stab von eisen oder holz. von jenem hat Benecke 1, 756 beispiele, von diesem eine merkenswerthe stelle in Wolframs Wilhelm,
daz swert lieht unde lanc,
ze beiden sîten vil gereht:
valze und eke im wâren sleht,
daz gehilze starc unde wît.
ze Nördeling kein dehsschît
hât dâ niemen alsô breit
295, 16.
nach Adelung ist deichsel eine kurzstielige axt, horizontal damit zu hauen; die zimmerleute haben eine flachdeichsel, welche gerade ist, und eine hohldeichsel, deren schneide krumm gebogen ist, zum aushölen. bei den stellmachern ist sie gleichfalls krumm, bei den sattlern gerade. auch die bötticher gebrauchen dies werkzeug, und in dieser beziehung wird dikse in Norwegen verwendet. in Baiern ist nach Schmeller der dechsel texel in der mühle ein stück eisen zuoberst des mühleisens das in den obern stein eingreift und denselben in bewegung setzt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 881, Z. 10.

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Zitationshilfe
„dächsel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/d%C3%A4chsel>, abgerufen am 31.07.2021.

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