Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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damm, m.

damm m.
agger.
1.
eine in die länge sich ziehende erhöhung von sand, erde oder stein, in welchem allgemeinen sinn von den seeleuten eine sandbank ein damm genannt wird.
2.
in bestimmter bedeutung eine erhöhung, die am ufer des meeres, eines flusses, oder rings um einen see zum schutz gegen das austreten des wassers aufgeführt ist, ein wall, s.deich. man sagt einen damm schlagen, aufwerfen Henisch. das wasser mit einem damm schwellen mit einer schwelle umgeben ders. einen damm machen, durchstechen, durchgraben Frisch 1, 182ᵃ. im bergbau den damm stoszen. der damm bricht, wenn die gewalt des wassers ihn zerreiszt. und die wasser werden verlaufen dasz die seen an temmen werden geringe und treuge werden Jes. 19, 6. da ich (der herr) im (dem meer) den lauft brach mit meinem tham Hiob 38, 10. wer hadder anfehet ist gleich als der dem wasser den tham aufreiszt Sprichw. 17, 14. ob es (das wasser) nicht etwan mit einem damm aufzuhalten sei, denn je höher der damm, je tiefer das wasser wird Kirchhof milit. discipl. 167.
was dorfts das sie vil dämm umbbauten.
Fischart Glückh. schiff 20.
ja wann eins groszen wassers kraft
die vorgeschützten dämm, die nicht
stark genug sein, mit gewalt durchbricht.
Fuchs Mückenkr. 3, 551.
der damm zerreiszt, das feld erbraust,
die fluthen spielen, die fläche saust
Göthe 2, 37.
der damm zerschmilzt, das feld erbraust,
die fluthen wühlen, die fläche saust
2, 38
wo die flämmchen mächtig schwärmten
stand ein damm den andern tag
41, 301.
du bist doch nur für uns bemüht
mit deinen dämmen, deinen bühnen
41, 320.
gieng ihre (der Spanier) vermessenheit so weit dasz die einwohner (der Niederlande) aufhörten an den dämmen zu arbeiten und ihr vaterland lieber dem meere überlassen wollten Schiller 791.
3.
bildlich, das gesetz ist ein damm gegen willkür.
wenn ich wolt es gar gewis haben,
so hat mir ain ander den dam abgraben
(mich nicht dazu gelangen lassen)
Fastnachtsp. 673, 23.
denn da der grosze damm brach und gottes wort, die rechte meinung der kirchen weg war, wie solte da nicht einreiszen eitel sindflut, allerlei menschenlehre, das ist lügen, irrthum, abgötterei und greuel Luther 6, 91ᵃ. es war an seinem lierzen wie wenn ein damm durchgehet F. H. Jacobi Woldemar 190. da eitelkeit, stolz — auf einmal so rasch den damm überspringen können, der sie bisher eingeengt hat Klinger 5, 160. da das schwellende herz doch endlich den damm der verstellung überwältigt J. Paul Hesp. 3, 57.
denn Deutschlands völkerstamm
war grosz von anbeginne,
erst der freiheit damm,
dann der herschaft zinne
Rückert 145.
danke dasz dich nicht die flut verschlungen,
weil ich dir geworden bin zum damm
337.
man sagt einen auf den damm bringen einem forthelfen, ihn in die höhe bringen, besonders wenn man einem handwerker kunden verschaft, so dasz er in wolstand kommt. in Berlin, in Sachsen gilt die bildliche redensart er ist nicht auf dem damm nicht gesund, frisch und munter. ebenso man musz auf dem damm sein wachsam.
4.
in engerer bedeutung ein abzugsgraben, emissarium, um das wasser abzuschlieszen oder einzulassen, ein wassergatter, laszladen Henisch 637, schleuse nach Höfers östreich. wörterb. klopfdamm heiszt die erde, die man beim graben eines canals vorläufig stehen läszt, um das wasser von den arbeitern abzuhalten.
5.
da die heerstrasze meist erhöht wird, zumal in sumpfigen gegenden, und da sie oft auf einem damm hergeht, so wird der begriff vom fahrweg darauf übertragen: sanddamm, steindamm ist ein mit sand oder mit steinen erhöhter fahrweg: der knüttel- oder knüppeldamm wird aus unmittelbar an einander gelegten baumstämmen oder ästen hergestellt. im nördlichen Deutschland wird sogar der erhöhte theil in der mitte einer gepflasterten strasze der damm genannt: im dänischen und isländischen heiszt umgekehrt das von dem wall umgebene wasser dam. dort sagt man einen fisch in den damm (fischteich) setzen.
6.
nach Frisch heiszen die hölzer, worauf der stock in der orgel liegt, in welchem die pfeifen stecken, damit die register füglich können gezogen werden, dämme.
7.
in der anatomie das perinaeum, die schamleiste, das mittelfleisch, daher dammmuskel. Im gothischen faurdammjan durch einen damm verschlieszen, ags. demman; das subst. hat sich dort noch nicht gezeigt, erscheint aber im mhd. tam (tam für sünden sê K. Tirol MS. 2, 248. des sêwes tam Wartb. kr. MS. 2, 6ᵇ. den tam zerbrechen 7ᵃ), isl. dammr, altschwed. dampn bei Ihre, engl. schwed. dän. dam, mlat. damma, franz. dame klopfdamm, poln. tamma. das starke verbum, von dem es abstammt, ist verloren.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 706, Z. 38.

däm, gedäm, n.

däm gedäm, n.
anschlagen der waffen, waffenlärm im kampf. das gedäm erhall in himmel strepitus armorum ad cœlum ferri cœpit D. v. Plieningens Jugurtha c. 60. der jud Joffel sagte aus es sei bei der marter des gemordeten christkindes ein solches geschrei und thäm gewesen, dasz er nicht gründlich angeben könne ob die marter mit nadeln oder mit messern geschehen sei Schmeller 1, 369. 70. bei einem bauernkampf wird gefragt
ach! wo sind unsre man?
do sprach das winzig Gredel
'sie seind auch in dem däm'
Uhland Volksl. 658.
ebenso gebraucht wird mhd. daz getemere, eigentlich das klopfen mit dem hammer auf metall, wofür man auch dengelen sagt.
man hôrte swert dô klingen
so lûte als vil hemere
macheten daz getemere,
dâ man vil kezzel worhte.
Ulrichs v. Türheim Wilhelm pfälz. hs. bl. 247.
dô wart ein solch getemere
sam tûsent smitte slüegen hemere.
Lohengr. s. 44. Engelh. 2729.
vgl.dämmern klopfen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 700, Z. 32.

dam

dam,
s. damhirsch.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 700, Z. 31.

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Zitationshilfe
„däm“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/d%C3%A4m>, abgerufen am 15.07.2020.

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