Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

dämon, m.

dämon, m.
genius. der griechische δαίμων bezeichnet einen bösen sowol als einen guten geist, einen schutzgeist: dem christenthum gegenüber trat er in die dunkelheit und treibt die menschen, über die er macht hat, zum bösen. doch nehmen ihn einzelne wieder im sinne der alten, besonders Göthe.
so auch der behendeste,
dasz er dieben und schälken,
vortheil suchenden allen auch
ewig günstiger dämon sei
41, 231.
halbgötter, helden, götter, ja dämonen,
sie führten mich im irren hin und her
41, 213.
schätze, scheiternd hier verschlungen,
habt ihr uns herangesungen,
ihr dämonen unsrer bucht
41, 159.
unselige gespenster! so behandelt ihr
das menschliche geschlecht zu tausend malen:
gleichgültige tage selbst verwandelt ihr
in garstigen wirrwarr netzumstrickter qualen.
dämonen, weisz ich, wird man schwerlich los,
das geistig strenge band ist nicht zu trennen
41, 317.
sie betrügt man nicht, sie sind
mit geistern, mit dämonen einverstanden
Schiller 262ᵃ.
sie ist die meine und des dämons neid
wird keine macht mehr haben über mich
ders.
den bösen dämon zu vertreiben,
der um mein haupt die schwarzen flügel schlägt
376ᵃ.
Buttler! Buttler!
ihr seid mein böser dämon
382ᵇ.
o musz ein neidscher dämon mir die wonne
des heisz erflehten augenblicks verbittern
509ᵃ.
rast ihr? was für ein dämon reizt euch an?
505ᵃ.
vollendet, ihr habt freie macht!
gehorcht dem dämon, der euch sinnlos wütend treibt
ders.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 713, Z. 79.

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Zitationshilfe
„dämon“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/d%C3%A4mon>, abgerufen am 18.05.2021.

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