Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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danz, danzen, dänzeln

danz, danzen, dänzeln,
s.tanz, ↗tanzen, ↗tänzeln.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 750, Z. 20.

tänzeln, verb.

tänzeln, verb.,
demin. zu tanzen, tänzen.
1)
intransitiv.
a)
den tänzeltag, die tänzelwoche feiern, bair. dinzeln Schm.² 1, 528:
auch tut man wie ich hör und seh
des jars einmal dem geld recht weh,
da vil handwerker kostbar dänzlen.
Birlinger schwäb.-augsb. wb. 110ᵇ (vom j. 1764).
b)
wie im tanzschritt (hüpfend, trippelnd) sich bewegen:
tänzelnd in der kammer auf und nieder gehn.
Göthe 12, 163 (Faust 3143 Weim.);
(da) hörte er plötzlich in der stille der nacht ein tänzeln feiner füsze vor seiner thür. Tieck novellenkr. 4, 387;
duftig schwebeln, luftig tänzeln,
nur in reimchen mag sie (die aftermuse) .. gern
Uhland 1, 180;
von thieren: da muszt sie (die pferde) der jung reuttersknab ... uͤben mit sprengen, dummelen, ... dentzelen, hupfelen. Fischart Garg. 132ᵃ; das (die zicklein und böcklein) springt, bockt, bäumt, ... schüttelt sich, rüttelt sich, tänzelt. Immermann Münchh. 2, 141; ehrenfest ziehen die einen (pferde) daher, tänzelnd die andern. Gotthelf geld u. geist (1859) 325; (die tauben) tänzelten vor seinen füszen und pickten das futter. Auerbach ges. schriften 1, 267;
euch beneid' ich, ihr lacerten,
die ihr an der mauer tänzelt.
P. Heyse ges. w. 1, 35.
von sachen: Peters warf die lippen nachdenklich auf und liesz die peitsche tänzeln. Gutzkow ritter⁴ 5, 209.
2)
transitiv, ein kind tänzeln, schaukelnd auf den armen, auf dem schosze hin und her bewegen (vgl.tänzen 1), to tandle a child Ludwig 1940: eine mutter hat ein kneblin uf der schosz, sie tenzelt es auf und ab. Keisersberg herr kunig 72ᵃ; dann wan sie es (die mutter das kind) liebelt und dänzelt, sagt und singt sie also. Fischart bienenk. (1580) 179ᵃ; sie lonen wie die bösen kinder, welche, wenn man sie lang auf den henden getragen und getenzelt hat, ihre eltern zu lohn beschmeiszen. sepultura Lutheri (1538) D 2ᵇ; Lenz ist unter uns wie ein krankes kind, wir wiegen und tänzeln ihn. Göthe br. 514 (3, 111) Weim.
3)
reflexiv: sie (die schauspielerin Barry) kann, zu einem eitlen kammerpüppchen zusammengeschnürt, sich mit süszer selbstgefälligkeit tänzeln und zieren, und trippeln, dasz den kleinen mamsellen und den groszen bedienten das herz im ganzen hause aufgeht. Lichtenberg 3, 252. vergl. tänzen 2, tänzlerei.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1890), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 121, Z. 52.

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Zitationshilfe
„dänzeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/d%C3%A4nzeln>, abgerufen am 18.05.2021.

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