Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

dätscheln, tätscheln

dätscheln tätscheln,
wie däntscheln oben s. 750. engl. to dash. die süddeutschen mundarten gebrauchen datschen, dätschen für etwas weiches, besonders teig drücken, niederdrücken, mit der flachen hand darauf schlagen dasz es schallt, platschen Stalder 1, 270. Schmeller 1, 405. Schmid 117. und davon ist das iterativum dätscheln, verdätscheln in die schriftsprache aufgenommen.
1.
liebkosend und vertraulich streicheln. die mutter dätschelt das kind im bade. tätschlen, streicheln wie man gemeinlich den rossen thut palpare Maaler 397ᵇ. das pfärdt hüpschlich sanft und tugendlich oder lieblich tätscheln equo applaudere ders. das tätschlen mit den henden auf dem hals eines rosses ders. dätscheln, tätschlen, zätschlen demulcere, blandiri, indulgentem esse Stieler 318. tätscheln palma manus mulcere Frisch 2, 363.
2.
antasten, angreifen und dabei tändeln und schönthun; s.antatschen. mit der linken hand tätschelet und wätschelet er im mörport bei der rostigen roszschellin Garg. 31ᵇ. ich (das junge mädchen) wuste zuletzt nicht wohin ich mich wenden sollte: sie (die herrn) dünkten sich zu klug sich unterhalten zu lassen, und sie glaubten mich wundersam zu unterhalten, wenn sie an mir herum tätschelten. ich fieng an sie alle von herzen zu verachten Göthe 19, 100. nun aber die alten herrn waren ganz unerträglich, die ihre hände nicht im zaum hielten und bei widerwärtigem tätscheln sogar einen kusz verlangten 48, 161. wenn er ihn eben so zierlich streicheln und tätscheln will Tieck 3, 53.
doch mit den händen tätscheln, fingerdrücken.
Schlegels Shakesp. Wintermärchen act 1 sc. 1. Othello act 2 sc. 1.
das weib klagt der mann thäte nicht nach schuldigkeit flattieren und tätscheln Jerem. Gotthelf Bilder und sagen 5, 12. s. verdätscheln. Dem englischen dash nähert sich noch mehr die form täschlen poppysmo mulcere Stieler 2259. einen täschlen palpare aliquem ders. in Östreich daschln Castelli Wörterb. 106.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 825, Z. 59.

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Zitationshilfe
„dätscheln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/d%C3%A4tscheln>, abgerufen am 14.08.2020.

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