Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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daube, f.

daube, f.
ein seitenbrett an einem hölzernen fasz, asserculus vasis lignei, lamina dolii, mittellat. dova doa doela, ital. provenz. catal. wallon. doga, alban. dogë, franz. douve douvelle, mailänd. dova. die tauwen eines fasses mit reifen und banden wol versorgen Keisersb. Postille bl. 217. taub assula Frischlin 296ᵃ. daub, deichel, ein bret an einem fasz oder butten Henisch 663. Frisch 1, 187 erklärt es durch ein schmales brett des fasses in der ründe, faszstab. ein stab scheint auch die eigentliche bedeutung zu sein, und im englischen wird daube nur durch staff stave ausgedrückt. sonst wird die müncherei beide spund und boden mit dauben und reifen verlieren Luther 6, 26ᵇ.
sägt klötze von dem stamme,
die dann mit regem fleisz
ein büttner dünner noch zerfällt
und draus zu fässern dauben spellt
Fr. Kind Gedichte.
verfaulet ist das holz der dauben
Göthe 41, 20.
Da die lateinischen und französischen ausdrücke zugleich für graben, seitendamm gelten, andauge in der Wetterau und Thüringen (nach Weigand Wörterb. 1, 235) ein bedeckter abzugsgraben ist, da ferner das latein. doga das fasz selbst oder auch poculum bedeutet, im niederl. duighe (Junius Nomenclator 220) oder deuvik (bei Kramer und Weiland) zapfen epistomium: so liegt in daube wie in dauge der begriff des festhaltenden, und es ist dasselbe wort, in welchem nur g mit b vertauscht ist, wie g mit v in den romanischen formen; vergl. Diez Roman. wörterb. 125. und wiederum ist b in f übergegangen in daufelholz. Diez bringt es mit δοχὴ receptaculum zusammen. s.dauge. daufel. faszdaube.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 829, Z. 55.

daube

daube,
s.taube.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 830, Z. 6.

daube, f.

daube, f.
für tappe, tatze, pfote, im Elsasz dobe, in der Schweiz topa Tobler 140. der katze daub küssen Keisersb. Herr der kunig 84ᵇ. er will gewis nicht, dasz man die bauern wie das vieh hudeln oder wie die kinder mit döble (schlägen auf die hand) einschulen soll Auerbach Dorfgesch. 1, 129.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 830, Z. 7.

däuben, täuben

däuben täuben,
zwingen, zähmen, unterdrücken, stillen, betäuben, ahd. daubôn gadaubôn domare Graff 5, 96, mhd. touben, bair. dabm Schmeller 1, 350. täubben täubbelen bethören Stalder 1, 272. es gehört zu taub iratus und surdus, mhd. toup erstarrt, empfindungslos, auch zu toben insanire; vergl. Gramm. 2, 19. es sind beispiele aus dem mhd. nötig.
sô trâten wir ime daz houbet,
sô wâre er sciere getoubet
Genes. 21, 30.
er hât uberwunten
al unser vîante:
er hât si gedoubit,
die helle hât er beroubit
78, 19.
diu menige ime geloubit,
mit gedwange er si doubit
80, 24.
den rihtære er tiwer bat
daz er den chradem toupte
Urstende 109, 36.
mit gewalt er (der Antichrist) si toubet,
unz si an in geloubent
Fundgr. 1. 196, 1.
trunkenheit wirt selten guot,
sie toupt und velschet wîsen muot
Freidank 94, 2.
ich gediene ouch got niemer mê,
durch den mir eteswenne wê
von sweiz, von bluot was under helm,
und daz mich toubte sô der melm
daz ich dâ durch kûme gesach
Reinbot Georg 803.
swie vil ich in hie vor geschrê,
daz tet in in den ôren wê,
nû wil ich sie niht touben mê.
Singenberg MS. 2, 157ᵇ.
dîn zunge ist worden dir ze snel:
dû hâst sô vil getoubet mich
Rudolf Barl. 11, 27.
mich moute iuwer gebrehte
und brichet mir daz houbet:
daz ir mich sô toubet,
daz moht ir gerne lâzen
Altd. wälder 3. 206, 38.
einen antvogel er toubte
alsô daz er gelac für tôt
Haupts zeitschr. 7. 342, 42.
ez pflac hie vor diu heidenschaft
maneges ungelouben,
die sie doch muosten touben,
dô daz lieht der cristenheit
mit lêre wart sô hingespreit
in die werlt vil wîten
Passional 166, 70 Hahn.
nimanne wolt er doch sagen
iht von dem selben houbete
ûf daz im niman toubete
sîn hoffen daz an im lac
364, 6.
die viende wolde er touben
der wîsheit und bedempfen
83, 96 Köpke.
er wolte an Crist gelouben
und von im genzlich touben
alles ungelouben irrekeit
209, 91.
nu begunde uns freude touben.
Türleins Wilhelm 119ᵃ pfälz. handschr.
betäuben heiszt auch bezwingen, besänftigen, tranquillare, die bösen lüste betäuben. den zorn betäuben. einen mit guten worten betäuben Stieler 2261.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 830, Z. 12.

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Zitationshilfe
„däuben“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/d%C3%A4uben>, abgerufen am 16.06.2021.

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