Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

däuben, täuben

däuben täuben,
zwingen, zähmen, unterdrücken, stillen, betäuben, ahd. daubôn gadaubôn domare Graff 5, 96, mhd. touben, bair. dabm Schmeller 1, 350. täubben täubbelen bethören Stalder 1, 272. es gehört zu taub iratus und surdus, mhd. toup erstarrt, empfindungslos, auch zu toben insanire; vergl. Gramm. 2, 19. es sind beispiele aus dem mhd. nötig.
sô trâten wir ime daz houbet,
sô wâre er sciere getoubet
Genes. 21, 30.
er hât uberwunten
al unser vîante:
er hât si gedoubit,
die helle hât er beroubit
78, 19.
diu menige ime geloubit,
mit gedwange er si doubit
80, 24.
den rihtære er tiwer bat
daz er den chradem toupte
Urstende 109, 36.
mit gewalt er (der Antichrist) si toubet,
unz si an in geloubent
Fundgr. 1. 196, 1.
trunkenheit wirt selten guot,
sie toupt und velschet wîsen muot
Freidank 94, 2.
ich gediene ouch got niemer mê,
durch den mir eteswenne wê
von sweiz, von bluot was under helm,
und daz mich toubte sô der melm
daz ich dâ durch kûme gesach
Reinbot Georg 803.
swie vil ich in hie vor geschrê,
daz tet in in den ôren wê,
nû wil ich sie niht touben mê.
Singenberg MS. 2, 157ᵇ.
dîn zunge ist worden dir ze snel:
dû hâst sô vil getoubet mich
Rudolf Barl. 11, 27.
mich moute iuwer gebrehte
und brichet mir daz houbet:
daz ir mich sô toubet,
daz moht ir gerne lâzen
Altd. wälder 3. 206, 38.
einen antvogel er toubte
alsô daz er gelac für tôt
Haupts zeitschr. 7. 342, 42.
ez pflac hie vor diu heidenschaft
maneges ungelouben,
die sie doch muosten touben,
dô daz lieht der cristenheit
mit lêre wart sô hingespreit
in die werlt vil wîten
Passional 166, 70 Hahn.
nimanne wolt er doch sagen
iht von dem selben houbete
ûf daz im niman toubete
sîn hoffen daz an im lac
364, 6.
die viende wolde er touben
der wîsheit und bedempfen
83, 96 Köpke.
er wolte an Crist gelouben
und von im genzlich touben
alles ungelouben irrekeit
209, 91.
nu begunde uns freude touben.
Türleins Wilhelm 119ᵃ pfälz. handschr.
betäuben heiszt auch bezwingen, besänftigen, tranquillare, die bösen lüste betäuben. den zorn betäuben. einen mit guten worten betäuben Stieler 2261.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 830, Z. 12.

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Zitationshilfe
„däuben“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/d%C3%A4uben>, abgerufen am 05.07.2020.

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