Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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däuchten

däuchten,
dünken, videri. organisch sind, abgesehen von dem umlaut, nur das prät. däuchte und das partic. prät. gedäucht, goth. þûhta, ahd. dûhta, gedûht, mhd. dûhte, conj. diuhte, wozu der goth. infin. þugkjan, ahd. dunkjan, mhd. dunken gehört; auch die andern stammverwandten sprachen haben dieses anomale verbum. im 15ten jahrh. fieng man an das präsens däucht deucht nach dem prät. zu bilden, und im 17ten jahrh. kam noch der infinitiv däuchten dazu. das gleichbedeutende dünken ward als ein besonderes verbum abgetrennt und ihm das prät. dünkte beigelegt. keine der verwandten sprachen ist auf diese abwege gekommen, nur das niederdeutsche zeigt den infinit. duchten dugten und hat vielleicht auf das hochd. däuchten eingewirkt; in gutdünken hat die zusammensetzung das organische gesichert, denn gutdäuchten hat wol niemand gebraucht. Adelung betrachtet den infinit. däuchten sogar als die älteste form, aber Schmeller (1, 385) geht auf der andern seite zu weit, wenn er annimmt, Adelung habe ihn erst aufgebracht: er ist schon seit jahrhunderten in gebrauch. darüber sind nachweisungen zu geben. Dasypodius und Maaler im 16 ten jahrh. kennen infinit. und präsens nicht, aber Henisch hat mehrmals däuchten deuchten und das präs. daucht, deucht 663. 682. 765. Schönsleder kennt nur dunken L 5. Stieler setzt s. 296 dünken an mit dem part. prät. gedaucht gedocht gedöcht und dem prät. deuchtete und dauchte, keinen infinit. und kein präsens, aber s. 297 bei dichten bringt er als damit gleichbedeutend deuchten und gedeucht vor. Frisch sagt (1, 193) kurz 'deuchten v. es deucht mich mihi videtur, s. dünken'. Steinbach (1, 277) deuchten und das präs. deucht deuchtet. soweit die wörterbücher. die volkssprache pflegt leichter rohe formen anzunehmen als das organische zu zerstören. süddeutsche mundarten kennen diese bildungen des infinitivs und präsens nicht, und Schmeller 1, 385 hat nur dunken, es dunkt mi, hat mi dunkt. J. Gotthelf mischt in das hochdeutsche seiner schriften auf eine geschickte und lebendige weise die schweizerische volkssprache: bei ihm findet man häufig das präter. duechte und das partic. prät. geduecht, duecht mit dem acc., aber befremdlich auch das präsens, ich weisz nicht, aber es duecht mich manchmal ich könnte mich in alles schicken Bilder und sagen aus der Schweiz 4, 83. s'duecht mich immer, wenn es gott so gut mit einem meinte als es heiszt, er sollte einem nicht so dem teufel lassen vor die füsze werfen das. und grad so, es duecht mich ich sehe es, wird ihm daheim gewesen sein 5, 167. selten mit dem dativ, wo über tisch geredet wird dasz einem duecht, es sollte den wänden übel werden. noch auffallender der conjunct. dueche, es duech ihns selber das wär schickig (schicklich) 4, 37. es gieng ihr auch so, sagte die bäurin, obwol es sie manchmal dueche, man wäre ohne king viel ruhiger 4, 58. dreiszig jahre sei es nie gegangen wie sie gewollt, deretwegen wurde es ihr jetzt gar ungewohnt vorkommen, wenn es einmal gienge, wie es sie dueche dasz es ihr anständig wäre 4, 118. zu Resli sagte sie es dueche sie, es sollte ihm lieb sein nicht ungelegenheit zu haben 4, 120. so sagte er das dueche in kurios 4, 123. Wir verfolgen den gang den die sprache bei dieser abirrung genommen hat. Luther gebraucht den infinitiv nicht und in der bibel nur einmal das präsens, also sind auch die menschen in der hand des der sie gemacht hat, und gibt einem iglichen wie es in gut deucht Sirach 33, 14. anderwärts das präs. öfter, aber damit ich E. K. F. G. (kurfürst Joachim II. von Brandenburg) mein gutdünken sage, weil ich sehe das E. K. F. G. solcher ernst ist, deucht mich man möchte solche zwei stück sonst im brauch halten (1539) Luther Briefe 5, 233 de Wette. und gepieten das sie durch sich selbs oder einen andern oder andere dise briefe, nachdem sie es empfangen oder ir wissen haben, zum wenigsten ein mal im iar oder mer mal, so sie deucht not sein, in ihren kirchen herlich vorkündigen Bulla cene domini verdeutscht durch Martin Luth. Witt. 1522. 4. Cᵇ. ebenso nur das präs. in andern schriften dieser zeit,
darausz so kompt grosz ergernis
als ich glaub warlich und gewis
in allen andern nacion,
da diese sach kombt zuͦ verston.
drum deucht mich dasz nit underlieszt
und ernstlich rigel understieszt,
gebötst alnthalb in dieser sach
das iderman het gut gemach.
Zu kaiserlicher maiestat Carolo dem fünften doctor Martin Luthers lere aus den zwanziger jahren des 16ten jahrh. 4. B iiij.
mich bedeucht gut sein das die christlich kirch in einem gemeinen concilien beschlosz und aussetzt den leien das hochwirdich sacrament unter beder gestalt zu geben Die verteutsch bulle under dem namen des babst Leo des zehenden wider doctor Martinus Luther ausgangen (1520). 4. a iij.
mutter, ich thu nach deiner sag:
iedoch deucht mich es wer das best
das sollichs auch der vater west.
H. Sachs 1, 22ᵃ.
Zarnke (Seb. Brants Narrenschiff s. 303) führt eine stelle aus Val. Holl an, die vor 1526 geschrieben ist,
es deucht mich zeit,
ich thet meiner arbeit warten.
wer ein pfarrher oder prediger oder sonst ein gelert from redlich man, der lere und des lebens unstreflich, dem mocht man auch schreiben dem wirdigen wolgelerten fleiszigen sorgfeltigen fürsichtig fleiszigen etc. nach dem es einen iden am schicklichsten sein deucht, also auch den schulmeistern, nach dem eins idlichen geschicklichkeit gab und grad gelegen ist M. Fabiani Franks Cantzlei und titelbüchlin Wittemb. 1538. 8. bl. 90.
wer sie höret, den deucht allein
sie alle leiblich brüder sein
H. Sachs 4. 2, 114ᵇ.
mich deucht es wär gleich gnug gescherzt.
Tragedi vom Heli (Nürnberg 1548) C v.
darumb weil die gestalte der ding in sensu communi sind, so deucht den menschen (im traume) er sehe, er habe, er greife, er höre und gehe mit dem ding umb, daran er des tags vil und oft gedacht und darvon geredet hat J. Agricola Sprichw. (Hagenau 1529. 8.) bl. 161ᵇ. der teufel aber feret zu und macht einem jeden seinen stand also schwer dasz er ihn untreglich deucht, weiset ihm einen anderen stand, der nicht so schwer sei bl. 223ᵇ. in der ersten person,
mich dunkt du hast zu viel gesoffen,
drum rath ich dir das du bald gehst
zu bett und mir im weg nit stehst.
deshalb ich dir geraten deucht,
dir wird sonst übel ausgeleucht.
Waldis Esopus bl. 380.
ich hab dis einige kind, ihr habt der zween daheim,
noch dunkets uns so gar gut und so mächtig sein,
wann wir sie han zur schulen abgefertigt hin
das wir ir doch ein mal von hals los worden sin;
behüte gott, wie deuchts uns gut das wir dann fried
bekommen und vor sie mehr dürfen sorgen nit.
Rob. ja traun mich deuchts unkümrlich gut.
Mart. Hayneccii drei newe schöne und lustige comoedien (Lpzg. 1582. 8.) A vjᵇ.
deucht in dann das er fertig ist,
so nehm ern wider auf sein mist
G iij.
lieber mein,
wie lang deucht dich das (dasz es) mag gesein,
das wir aus unser heimat zogen
H iij.
mich deucht er werd sen sprengen und leckn,
wie deucht euch? hä?
J vᵇ.
ir werts versuchen, als mich deucht,
das ir das krimm im nacken kreicht
J vijᵇ.
mich deucht es wird sich schicken recht
J viijᵇ.
mich deucht er wird sehen
K.
ich halt er wird sich han versteckt,
mich deucht er hat mich rüm gereckt
D vjᵇ.
H. wie mich bedeucht.
Ph. hei deuchts euch noch?
Dd vj.
unser herre Christ,
der eh dann einen menschen deucht
verzeiht aus gnaden.
Ee.
ja wann ichs recht berichtet bin,
so deucht mich immer in meim sinn
ihr seid der schelm
Gg vᵇ.
sie sind geschlagen aus dem feld,
mich deucht sie gaben mir versen gelt
Gg viijᵇ.
mich deucht ich mein
man hat mirs dürre getrenket ein
Jiᵇ.
ich schlaf, ich wach, ich geh, ich steh,
ich kan dein nit vergessen.
mich deucht dasz ich dich allzeit seh:
du hast mein herz besessen.
Regnart Newe kurzweilige teutsche lieder (Nürnberg 1580.) n. 13.
hie deucht mich schon ich sehe die schwermer toll und rasend werden Calvinischer hammerschlag durch M. Mart. Forchheimerum. (Christlingen 1591. 4.) Fi.
jungen mut und frisches blut
deucht all sein wesen gut
Henisch 688.
wie gfelt dir dieses gmahel mein?
deuchts dich nicht schön und erbar sein?
Mauritius Comödie vom grafen Walter G IIᵃ (1606).
deucht michs oder ists im wesen?
und der infinit.,
es will mich deuchten
Fleming 295.
so seh ich bald bei mir was den Silenus deucht
Logau.
dann dasz sie gar nicht sich als ander besser deucht,
das macht dasz fleisch und blut sie auch im busem reucht.
1, 4, 92.
mich deucht ich sehe schon eure grosze begierde Schuppius 851. den fuhr aber der präsident überlaut und sprach 'was deucht euch? ich und andere fürstliche räte haben nicht so viel studiert dasz wir wissen können' u. s. w. Satyrische gesichte Philanders von Sittewalt 3 ter theil Frankf. 1645. 12. s. 25 (welcher theil aber nicht von Moscherosch herrührt, sondern von einem unbekannten eingeschoben und hernach unter dem titel Alamodischer politikus mehrmals abgedruckt ist). auch der infinitiv, er sol das ihn nicht lassen fremd deuchten 40. Hoffmannswaldau hat zuweilen mich dünkt, gewöhnlich mich deucht, prät. mich daucht.
mich deucht ich habe dies vor diesem auch gehört.
Der getreue schäfer 24.
mich deucht itzt habe ich gute sachen
89.
mich daucht ich sasz mit schatten wol ümgeben
25.
nur immer und ewig schade war es um den wunderschönen tempel Salomonis, dasz derselbe so mit muste vor die hunde gehen, es hätte mich sollen deuchten, wenn nur ein fleckchen daran wäre ganz geblieben Schelmufsky Reisebeschreibung 1, 52. sie liesz sich vier und zwanzig stunden so lange deuchten als ihr ganzes leben Riemer Stockf. 67. das präs. deuchtet kommt hier auch vor und wird hernach angeführt werden. du wirst dich stäts erinnern, dasz die schönheit der seelen der vortrefflichste schatz ist und dasz um solche zu erhalten uns nichts schwer deuchten musz Die tugendhafte Sicilianerin aus dem französ. von Crisius (Dresd. u. Lpz. 1744) s. 11. Liscov gebraucht mich deucht sehr häufig, aber niemals den infinitiv, auch nicht das prät. und partic. prät., doch deucht mich dasz man einen scribenten der 3 mal 7 jahre alt ist nicht vorwerfen könne, er habe zu jung angefangen 43. mich deucht alten gesetzten ehrwürdigen männern würde ein wenig mehr groszmut besser anstehen 55. mich deucht eine solche fensterscheibe ist werth dasz man sie bewundere 57. mich deucht ich habe mit unwidertreiblichen gründen dargethan 71. ferner 72. 84. 87. 103. 110. 117. 128. 146. 199. 207. 215. 149. 182. 235. 240. 366. 398. 466 u. s. w. Klopstock sagt sehr selten mich dünkt (8, 107), aber deucht, zuweilen däucht geschrieben, findet sich bei ihm öfter, höchst selten deuchtet (9, 17). das präter. dauchte ist in den spätern ausgaben immer in däuchte geändert, wol nur einmal der infin. deuchten (12, 258). einige beispiele,
es deucht mich er werde
jetzt mich erhören
9, 604.
mich deucht die stimme
bebt mir
11, 1158.
denn was ich sagt, ist mir nicht ganz gewis;
doch deucht michs wahr
9, 28.
ich seh es stäuben
von fern und einen in dem staub kommen.
ich kenn ihn nicht. doch deucht michs
9, 77.
oft deuchtet uns verzeihenswerth
was gott doch nicht verzeiht
9, 17.
wie mich deucht, und wie Sie, denk ich, auch deuchten wird, dennoch über die grammatik hinaus 12, 258.
mir dauchte dasz Teutona mit lächeln auf mich
blickte
2, 5.
das womit sich die republik bisher beschäftigt hat, gieng,
himmel und erde, so daucht es ihm, wollten
fliehn
Mess. 10, 998.
ihr daucht es als ob sie in thränen zerflösse
11, 385.
doch dauchte sie, zween von ihnen
wären viel mehr in entzückungen als in schlummer gesunken
11, 1246.
lange, so daucht es mir, dauerte schon die zeit der entscheidung
18, 53.
jetzo daucht es ihnen, als wollte der herr sie verlassen.
14, 1391.
mitleid daucht es ihm erst, dann daucht es ihm freude.
19, 11.
es dauchte mir, ernstvoll
blickt er auf dich.
16, 500.
seltener bei Lessing, aber mich deucht Sie wollen sagen, er müsse Ihnen gar zu viel vergeben 2, 42.
frei, fröhlich, ungequält hab ich dir sonst gedäucht
3, 333.
mich deucht herr Damis ist Julchen nicht zuwider 2, 10. 55. so war es, deucht mich, kein unglück 2, 340. mich deucht es kommt Ihnen weit säurer an 2, 347. auch bei Gellert,
in eine stadt, mich deucht sie lag in Griechenland,
drang einst der feind von wuth entbrannt
1, 138.
bei Wieland mich däucht und mir däucht. zwar das prät. und partic. prät. ist häufig, aber der infinitiv kommt nicht vor. ehe wir diese frage beantworten können, müssen mir, däucht mich, vorher fragen 'was ist das, was die menschen schön und gut nennen?' 1, 147, 203.
den unerfahrnen däucht
das leben ein system und jede tugend leicht
9, 233.
itzt däucht der tag mich nicht mehr helle
10, 209.
'es däucht mich fast, alte mutter', sagte Pedrillo, 'ihr wiszt mehr von der sache als wir selbst 10, 230. wie mich däucht 15, 91. 93, 113. 17, 229. 18, 74. 275. 19, 120. 144. 245. sodann, mir däucht 3, 129. 6, 33. 13, 88, 91. 16, 75. 17, 276. den damen däucht es zum wenigsten so 4, 14. aber dies däucht den unsinnigen nur ein spiel; sie wollen nicht nur blut, sie wollen leichen sehen 6, 293. mir däucht die unterdrücker der menschheit haben wol keine ursache sich zu beschweren 7, 52. gleichwol däucht mir dieser schlimmste unter den königen von Schesian weniger hasz als bedauern verdient zu haben 7, 102. nun, da sie gemacht ist, däucht mir sie hat recht 7, 111. aber mir däucht sie spielen mit ihrer religion 7, 144. mir däucht dieser punct wurde schon lange zwischen uns ausgemacht 7, 163. mir däucht dies wäre doch immer das sicherste 7, 164. die däucht mir nicht zu deinem umgang zu taugen 9, 32. 58. 81. 98. 10, 162.
allein ihr däucht in diesem augenblick
Hylaktors jagdgeheul die lieblichste musik
10, 198.
wie ihm nun das nicht allzuwohl deuchten mochte, so machte mein bär links um Münchhausens reisen 36.
erschlaffung däucht des menschensinns entfaltung,
man wähnt natur was roh sich hebt und wild
Voss.
solches däucht mir im geist die seligste wonne des lebens.
ders.
auch bei Göthe findet sich einigemal der infinit.,
so kann unserem geschlechte
nur das höchste heilig däuchten,
gold und perlen und juwelen
können solcher edlen seelen
himmelsglanz nicht überleuchten
4, 51.
was irgend schön und lieblich däucht
41, 145.
mich däucht er will ein zeichen senden
41, 277.
die so bedenkliche warnung eines weisen vorfahren musz uns wunderlich deuchten 60, 105. bei Schiller gewöhnlich der dat., es däucht Ihnen noch wol möglich, gewisse gewagte stellen zu retten 760. gerade ein gang der begebenheiten wie der bisherige, däucht mir, konnte einen solchen zustand erzeugen 765. ihr däucht sie wandle hin ders. der monat ist, däucht mir, auch schnell vorüber ders. mir däucht ich sehe dort eine hyacinthe blühen ders. und mir däucht ich weisz wer Sie dazu berechtigt ders. acc., das däucht Sie nur, das däucht Sie, doch sein Sie versichert, Sie irren sich ders. auch einmal der infinitiv,
höre, gesell, es fängt mir an zu däuchten,
wir stehen hier am pranger vor dem hut
334.
bei Rückert der infinitiv mehrmals,
ich weisz nicht ob euch selbst wol klein mag deuchten
was grosz euch traf, doch will ich prophezeien
136.
so lasse sich auch dies geschlecht nicht deuchten
freiheit zu finden, weil es bricht die bande
143.
einst kommt die zeit, doch ist sie wol noch ferne,
wo in sich wird die ganze erde leuchten
zum edelstein geworden oder sterne,
denn stern und edelstein will eins mir deuchten.
dann wird das meer ein perlentropfe werden,
den edelstein hinschmelzend zu umfeuchten
161.
das aber will von dir mir seltsam deuchten
144.
Man sieht der infinitiv ist erst in der letzten zeit häufiger gebraucht worden, ein gefühl von seiner unorganischen bildung hielt davon zurück, und dadurch ward wol Martin Hayneccius im 16 ten jahrh. veranlaszt, auch noch den unerhörten infinitiv deuchen zu bilden,
ich liesz mich wol bedeuchen es wär ein solche sach.
Drei newe comoedien H viijᵇ.
und dem gemäsz, ebenfalls nur einmal neben dem häufigen deucht, auch deuchet,
ists nicht der schreiber? wie deuchet dich?
B vij.
Ist die sprache einmal auf einen abweg geraten, so schreitet sie darauf fort. ein der regel scheinbar gemäszes däuchtet, das Adelung verlangt, weil er in däucht nur eine zusammenziehung davon erblickt, zeigt sich einzeln schon im 16ten und 17ten jahrhundert. so es dir gut deuchtet, so thue es 3 Esra 8, 95; die übersetzung rührt nicht von Luther. ob es gleich unser vernunft törlich deuchtet J. Coreander Gebot des sons gottes (1571) B iiijᵇ. bei Ambrosius Lobwasser neben deucht,
so gar ein kleines kindelein,
es deuchtet jederman wol klein,
so doch in sich die ganze welt,
kein gröszer ding beschlossen helt.
Bewerte hymni patrum 312.
narr. vater Fritz kömt itzt.
kammerfrau. es deuchtet dich, du bösewicht,
darzu ist er dein vater nicht.
Comoedia von entführung Ernesti und Alberti, herzog Friedrichs des andern söhne durch Georgium Henrici Lpz. 1595. 8. F vi.
der sel. herr M. Jer. Weber schreibet (in praef. ad cant. Lips. 1638. 24) hiervon also 'es deuchtet mich ein mittel zu solcher absonderung wol dienend zu sein' Jo. Christophori Olearii hymnologia passionalis. Arnstadt 1709. 8. vorr. s. 2.
du machest dasz jetzund schön dem Rinaldo leuchtet
Angelica, er ihr schlim und heszlich deuchtet.
Dietr. v. Werder Ariost 2. 2, 2. 56, 2.
kein ander liecht ist sonst das so hell einem deuchtet.
2. 56, 2.
mich deuchtet es sei ein windwirbel in eine bortenwürkerbude gefahren Riemer Polit. stockfisch vorrede. welches anderen leuten zu einem guten zweck undienlich deuchtet das. s. 2. es deuchtet mich ich sähe die stadt Steinbach 1, 277. es deuchtet mich das feld betraure selbst seinen herrn ders. auch bei Göckingk,
und ein aster, weisz wie schnee,
der am funkelnden pokale
sich so gut wie rosen deuchtet
1, 143.
Antonia zeigt wieder nachgerade
im deutschen tanz dem jungen kavalier
den schmalsten fusz, die schönste volle wade.
das fade zeug der grafen deuchtet ihr,
trotz dem geschmack an Moliere, nicht fade
2, 188.
ein beispiel aus Klopstock 9, 17 ist vorhin beigebracht. endlich ohne umlaut daucht im präsens, was auch Henisch neben deucht aufstellt. daucht sich kein narr sein sondern weis Eras. Alberus 20. es daucht den fuchs zwar selbst nicht fein 68ᵇ. der ander quendel ist dem jetz gemelten auch gleich mit der höhe bletlin stämlin, fast dreuschelecht, on allen geruch als mich bedaucht Hieron. Bocks Kräuterbuch Straszburg 1572 f. bl. 13ᵇ.
die kutte, wie mich daucht, steht beiden übel an.
Hofmannswaldau.
so daucht mich Günther 733 neben deucht 833. Bei dem prät. und partic. prät. gilt im 16ten jahrhundert die organische form dauchte und gedaucht ohne umlaut. so bei Luther, denn der bapst gottes wort untergedrückt oder je seines gefallens gedeutet hat, und also on gottes wort geleret und gepredigt, was ihn nur gedaucht hat Werke 6, 482ᵃ. den hat gedaucht er wär ein haushan ders. Tischreden 227 und durchaus in der bibel.
mich daucht warlich auf erderich
all creatur wärn wider mich
H. Sachs 4. 1, 125ᵇ.
mich daucht in solcher angst und quell
ich wär schon in abgrund der hell
das.
darum er nit von sünden liesz,
bisz das den teufel daucht zu viel
Waldis 130ᵇ.
das ich mich etwa daucht der best.
Schwarzenberg 159, 2ᵃ.
auch im 17ten jahrhundert zeigt sie sich noch bei einigen, mich dauchte endlich wir seien u. s. w. Schuppius s. 79. hat ir gedaucht besser des kaisers frau durch unerhörte blutschande (züchtige ohren vergeben uns) als dessen mutter zu sein ders. s. 528.
es dauchte mich wir lagen
zusammen mund an mund in äuszerstem behagen.
Opitz 1, 384.
dieses dauchte den könig etwas viel geredt zu sein Olear. Rosenthal 1, 30. dasz ich mich glückseliger zu sein dauchte als Fortunatus Simpliciss. 2, 133. im 18ten jahrh. ist der umlaut durchgedrungen, sehr selten fehlt er, wie in den vorhin angeführten beispielen aus Klopstock und bei Claudius, so hat mirs niemals noch gedaucht 2, 33. Indessen hat das unorganische präsens deuchtet noch weitere wirkung gehabt und ein ebenso verkehrtes prät. deuchtete hervorgerufen. bei Stieler haben wir es angemerkt, aber schon früher in der mitte des 17ten jahrhunderts bei dem unbekannten verfasser des dritten theils von den satyrischen gesichten Philanders von Sittewalt (1645) kommt es häufig vor, solcher gestalt dasz ein muck einen deuchtete ein elephant zu sein 35. hierauf sprach der vierte wie ihn deuchtete dasz u. s. w. 127. dieses aber deuchtete ihn ein herrlicher rat sein 162. er aber wolte die burgerschaft zwingen ad nutum zu attestieren was ihn gut deuchtete 211. dasz man sie in das angesicht einsetzen und wieder herausz heben kunte, so oft es einen gut deuchtete 353. mich deuchtete das ein seltsam ding sein 364. sie rührten das mus herzhaft umb, und wann sie deuchtete dasz es genugsam gekocht 407. merkenswert dasz er daneben einmal die alte richtige form gebraucht, da dauchte den kunden zeit sein seinen vorhaben zu end zu bringen 394. indem ihn deuchtete dasz er einen glückseligen anfang seiner ritterübungen gemacht hette Harnisch D. Quix. 53. Foote ging hin, brachte sein drama mit und bat den prälaten auszustreichen was ihm anstöszig deuchtete H. P. Sturz 2, 379. einigemal in dem roman vom schlosz Plesse, dieser rat deuchtete mir nicht unrecht zu sein 1, 174. 3, 113. Nach der mühsamen aber nicht abzuweisenden erörterung der form ist noch gebrauch und bedeutung zu entwickeln. im goth. und altnord. steht der dativ dabei, im ahd. der dativ und acc., im mhd. herscht der acc. entschieden vor; beispiele in der Gramm. 4, 240. 951 und bei Benecke 1, 359. Luther gebraucht nur den acc. und dieser bleibt in geltung bis etwa in die mitte des 18 ten jahrh. selten zeigt sich in dieser zeit der dativ, man findet ihn in der schon vorhin angeführten, nicht von Luther rührenden stelle aus 3 Esra 8, 95. habe ime gedaucht Forchheimer Calvinischer hammerschlag G ij neben dem vorhin angeführten deucht mich.
das deucht mir auch gerathen sein.
Rollenhagen Vom reichen manne F vjᵇ.
daraus sie las die allergröszten (eier)
und welch ihr dauchten sein die besten.
Wolgemut Esopus 2, 409.
aber auch der acc.
das schmeckt ihn (ihnen) wol und daucht sie gut sein
2, 460.
in den vorhin aus dem Dietr. v. Werder angeführten stellen steht der dativ.
was den sinnen
hier im finstern schöne däucht
Canitz.
Hagedorn, Lessing, Gellert, Göckingk, Klinger verwenden noch den acc. allein. Klopstock läszt daneben auch den dat. zu, doch ist der acc. bei dem präs. häufiger; beispiele sind vorhin gegeben. Wieland, der das wort gern gebraucht, schwankt, zwar scheint er dem dativ den vorzug gegeben zu haben, denn in der Musarion heiszt es,
zwei freunde? ja und zwar
die, däucht mir, nicht zu deinem umgang taugen
9, 32,
und in der alten ausgabe steht däucht mich; allein der acc. kommt bei ihm doch so oft vor als der dativ. Göthe, Voss, Engel und die folgenden scheinen sich für diesen entschieden zu haben, wiewol manchmal noch der acc. zum vorschein kommt. so in einer vorhin beigebrachten stelle aus Schiller.
1.
unpersönlich, es scheint, hat das ansehen. den bei der untersuchung der form schon gegebenen belegen sind noch einige zuzufügen, welche die bedeutung näher bestimmen. Luther drückt gerne damit die wirkung des traumes aus, mich daucht, wir bunden garben auf dem feld 1 Mos. 37, 7. ich habe noch einen traum gehabt, mich dauchte die sonne und der mond und eilf sternen neigten sich fur mir 37, 9. sihe, mir hat getrewmet, mich daucht ein geröstet gersten brot welzet sich zum heer der Midianiter Richter 7, 13. denn sie war eine jungfrau, und dauchte Amnon schwer sein das er ir etwas sollte thun 2 Samuel 13, 2. es dauchte ihn er sähe ein gesicht Apostelg. 12, 9.
einmal lag ich
in schlafes qual,
mich daucht ich wär
auf einem berk
vor eim küniglichen palast.
Nürnberg. meisterlied aus dem 16ten jahrh.
Klopstock bei erhabenen bildern,
mich deucht ich sehe die flammenschrift schon
2, 170.
himmel und erde, so deucht es ihm, wollten fliehen
Mess. 10, 998.
wenn auch, wie es ihm deucht, schon über ihm schallen die dumpfen,
losgeschaufelten, niedergeschmetterten erdenklumpen
12, 653.
erde, so daucht es ihm, wollten um ihn und himmel vergehen.
14, 397.
bei Wieland der acc., blumen, so däucht es sie, entsprangen unter seinen fuszsohlen 1, 32. ihn däuchte dasz er in einer gesellschaft von nymfen und liebesgöttern auf einer anmutigen ebne sich erlustige 1, 302. aus diesem gesichtspuncte däuchte ihn 2, 226. endlich däuchte ihn 2, 242. auch der dat., es däuchte ihm, dasz er niemals angenehmer getrunken habe 1, 28. einem natürlich gestimmten menschen würde gedäucht haben er höre ein gutes stück von eines geschickten hand 2, 18. mir däuchte ich sei bisher nur in der einbildung glücklich gewesen 2, 26. den Alcibiades selbst aus ihrem andenken auszulöschen, däuchte dem schönen Axiochus würdig alle seine reizungen gegen die nichts übels besorgende Danae aufzubieten 3, 301. bei Engel, der plan der Emilia Galotti ist, deucht mir, ganz sichtbar aus der geschichte der Virginie entstanden Philosoph für die welt. das erstere, deucht mir, beantwortet sich gleich von selbst das. und liesz sich jetzt, wie mir deuchte, auf einen hügel vor Rom nieder das. was deucht Ihnen dazu? Lustspiel der diamant.
2.
persönlich, also dienete Jacob um Rahel sieben jar, und dauchten in als wärens einzele tage, so lieb hatte er sie 1 Mos. 29, 20. und es dauchten sie ihre worte eben als wärens märlein und gläubeten ihnen nicht Lucas 24, 11. bei Wieland mit dem acc., die stunden däuchten ihn kürzer, wenn Plato sprach 2, 272. was würden Sie erst, wenn diese Sie seltsam däucht, von schwester Belladonna sagen? 4, 117. Perisadeh däuchte ihn doch noch schöner 8, 401.
itzt däucht der tag mich nicht mehr helle
10, 209.
die sterne däuchten ihn lauter salamander und salamandrinnen 11, 141. mit dem dativ, inzwischen waren ohngefähr acht tage verflossen, welche dem stillschweigenden und melankolischen Agathon acht jahrhunderte däuchten 1, 222. eine entdeckung, die ihm unwidersprechlich zu sein däuchte 1, 309.
was ihr so schön
und geistig däuchte
5, 55.
3.
zuweilen heiszt mich, mir däucht mir gefällt, wäre lieb. es hätte mich sollen deuchten, wenn nur ein fleckchen daran wäre ganz geblieben Schelmufsky Reise 1, 52. Göthe schreibt, schicke mir was dich däucht Briefe an Lavater 103. schreibe mir was dir däucht (was dir gefällt, wozu du lust hast), es wird jederzeit aufs herzlichste aufgenommen Bettine Briefe 2, 118. die liebe frau, der liebe mann mögen sich zusammen finden wo es ihnen däucht, ich will sie nicht genieren Bettine an Clemens 313. jetzt ists mir aber doch himmelangst, und es duecht mich (wäre mir lieb), wenn ich nur schon wieder daheim wäre J. Gotthelf Bilder und sagen 4, 82.
4.
sich däuchten hochmütig sich einbilden, er däucht sich etwas hat keine geringe meinung von sich. er däucht sich der erste zu sein er stellt sich allen voran. ich habe gerber und grobschmiede zu Athen gekannt, die sich nicht zu wenig däuchten mit dem ganzen volk in diesem tone zu sprechen Wieland 1, 98. wiewol sie nur eine tänzerin war, so däuchte sie sich doch zu einem solchen amte zu gut 3, 101.
5.
die ältere sprache setzte zu dunken den genitiv der sache, z. b. des dûhte in (Benecke 1, 360), der noch im 16ten jahrh. vorkommt, aber jetzt nicht mehr im gebrauch ist. es kann, wie aus den angeführten beispielen erhellt, ein abhängiger satz folgen oder der infinitiv mit zu. in dem 16ten bis in das 17te war dies zu noch nicht im gebrauch, belege liefern schon mehrere der vorhin aus dieser zeit beigebrachten stellen, hier sollen noch einige zugefügt werden. und da sie sich des morgens früe aufmachten und die sonne aufgieng auf das gewesser, dauchte die Moabiter das gewesser gegen inen rot sein wie blut 2 Könige 3, 22. und es dauchte gut die apostel und ältesten samt der ganzen gemeine aus inen männer erwehlen und senden gen Antiochiam Apostelg. 15, 22. hat es uns gut gedaucht einmütiglich versamlet männer erwehlen und zu euch senden 15, 25.
als man das fürbracht der gemein,
daucht sies alls gut und löblich sein.
H. Sachs 4. 1, 113ᶜ.
eines gerechten gütlein klein
deucht mich fürwar vil besser sein
denn all reichthum und güter grosz,
die do besitzet der gottlos.
Ambros. Lobwasser Bewerte hymni patrum Lpz. 1579. 8. s. 202.
der gottlos deucht sich selbs der best sein Henisch 688.
den eilften deucht Susanna nicht keuscher sein als sie.
Scultetus.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 831, Z. 17.

dunken

dunken,
s.tunken.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1546, Z. 34.

dünken

dünken,
glauben, meinen, scheinen videri, goth. þugkjan, ahd. dunchan Graff 5, 172, mhd. dunken Ben. 1, 359, alts. thunkjan, altfries. thinka thinzia tinsa Richthofen 1074ᵇ, niederd. und niederl. dunken, ags. þincan þincean, engl. think, dän. tykke tykkes. das unorganische präter. und partic. dünkte, gedünkt drängte sich zwischen das organ. däuchte, gedäucht: zu diesen aber gesellte sich das unorganische präs. däucht und der unorgan. infin. däuchten; s. oben 831. der umlaut dünken zeigt sich schon bei Keisersberg, der aber, wie Luther, schwankt, und feste regel ist er nicht wie gegenwärtig. der Voc. incip. teut. schreibt noch tunken, gedunken y 4, Albert Ölinger (Grammatica Argent. 1574 s. 145) unter den 'verbis anomalis und irregularibus' dunken mit dem präs. daucht und partic. gedaucht. auch bei Dasypod., Maaler, Schönsleder, Henisch dunken, das in den bairischen und schwäbischen mundarten geblieben ist (Schmeller 1, 385, Schmid 148), doch bei Stieler, Frisch und Steinbach dünken. im gothischen, angels. und altfries. ist der dat. der person erforderlich, im ahd. der acc. vorherschend, noch entschiedener im mhd., wo der dat. nur als ausnahme erscheint; vergl. Gramm. 4, 240. 951. bis zum 17 ten jahrh. blieb der acc. allein in geltung, dann kam der dativ wieder zum vorschein: Kleist, Lessing, Wieland, Bürger, Göthe und andere lassen beide casus zu, doch bemerkt Heynatz (1, 311) am ende des vorigen jahrhunderts, dasz der acc. üblicher sei. als wurzel ist ein verlornes goth. verbum þinkan þank þunkun (Gramm. 2, 60) aufgestellt, und dünken berührt sich mit denken; vergl.bedünken, ↗gedünken.
1.
wähnen, meinen, vermeinen, entgegengesetzt dem wissen.
wer urteln sol und raten schlecht,
der dunk und folg allein zuͦ recht
uf das er nit ein zunsteck (zaunstock) blib
do mit man die suw in kessel trib.
S. Brant Narrensch. 2, 8.
derhalben so kan man derselben gedünkten pein keinen namen geben Luther 1, 46ᵇ. darumb das sie nicht ehe wöllen gleuben sie seien erhöret, sie wissen oder dünken denn sie haben wirdiglich und wol gebet 1, 88ᵃ.
der den leib gab selbst zur speise, der das blut gab selbst zu trinken,
der wird leisten was versprochen: ich wil glauben, du magst dünken
Logau 3, 4, 8.
ich dünke mich so gut zu sein als du parem me tibi judico Steinbach 1, 306. schreibe mir dazu und excerpiere mir sonst was du mir nützlich dünkst, dasz ich das ultimatum wisse wie weit man in dieser speculation gekommen ist Göthe 29, 117.
verdienst dus besser? dünk es nicht
41, 146.
2.
wahrscheinlich sein, scheinen, vorkommen. in dieser bedeutung öfter unpersönlich.
a.
mit dem acc. die nacht dünkt mich lang. mich dünkt der tag bricht an. dies urtheil, dünkt mich, ist richtig. es dünkt mich gut dasz ich ruhe habe. das bett dünkt mich gut behagt mir wol. er mag handeln wie es ihn dünkt ihm gefällt. wie dünkt euch das? wie gefällt euch das? dunkt dich nicht das einer ein narr sei, der da u. s. w.? Keisersberg Sünden des munds 13ᵇ. du sagest es allein dem, da dich dunket das es nutz bringen mag 28ᵃ. und es dünkt in selber es sei auch also 67ᵃ. mich dunket das die erst tugent sei zuͦstillen oder zuͦgeschweigen die zung 83ᵃ. als ein weis mensch erkent, und in dünkt das uns not sei zuͦ unser bloszen narung 86ᵇ.
warlich, frau, mich tunket guot
ir hebt selber auf den huot
Fastnachtsp. 413, 23.
das laster (die schande) das ich von dir han,
das tunket mich von dir zu vil
414, 2.
mich tunkt der tanz hebe sich
417, 1.
das schol uns dünken gar ain clains
787, 35.
so dunket mein husfrauw und mich
wie du (die unerkannte königstochter) dem nit siest glich,
die des unrats gewonet hab (magddienste zu thun gewohnt ist)
Hans Büheler Königstochter von Frankreich (Straszb. 1508) 7ᵈ.
manchen dunkt er wär witzig gern
und ist ein gans doch hür als vern
S. Brant Narrensch. 34, α.
ir solt der keins thun das wir heute alhie thun, ein iglicher was in recht dünket
5 Mos. 12, 8.
und lasz dichs nicht schwer dünken das du in frei los gibst
15, 48.
es geht mir wol, weil ich wandel wie es mein herz dünkt (mir recht scheint)
29, 18.
dunket euch das land ewrs erbe unreine
Josua 22, 19.
und dünkt in imer die zeit seines unglücks sei fürhanden
Hiob 15, 23.
aber es wird sie solch warsagen falsch dünken
Hesekiel 21, 23.
was dunkt dich, Simeon?
Matth. 17, 25.
was dunket euch?
18, 12. 21, 28. 26, 66.
mein Grisold, eins bescheide mich,
von meiner braut was dünket dich?
wie gfellt dir dieses gmahel mein?
G. Mauritius Comoed. vom grafen Walter (1606) G ijᵃ.
Luci, geh hin und sihe zum thor,
mich dunkt wie da leut seind darvor
Ayrer 114ᵃ.
mich dunkt ich hab ein stimm gehört Schönsleder L 5. es hat mich gut gedunkt placitum mihi visum est das.
die heiden deren groszer muth
nichts dann was sie gut dunket thut.
Weckherlin 5.
mich dunkt der sohn gottes habe noch heutiges tages solche gedanken Schuppius 65. werden wir befinden dasz unser vorfahren unglück viel gröszer als das unsere, welches uns doch nicht dünket, dieweil wir solches nicht gesehen 780. es ist also wie mich dünket sic est ut ego auguror Stieler 296. das dünket dich nur so haec est tua opinio Frisch 1, 211. es dünket mich unmöglich das. es dünket mich dasz wir videmur nos Steinbach 1, 306.
horch, mich dünkt Melamp schlägt an:
es ist mir immer so als hört ich etwas bellen
Rost Schäfererzähl. 69.
der eine solche grille hat, die mich
doch eines sultans eben nicht so ganz
unwürdig dünkt
Lessing 2, 274.
und mich dünkt
dasz zwischen jeder welle mir
ein feuchtes grab sich öffnete.
Ew. v. Kleist Ged. 1, 84.
ihr schlosz, sonst seine lust,
dünkt ihn anitzo schwarz
1, 96.
die blumen dünken mich schöner, sie riechen lieblicher, die ich in meinem körbchen trage Geszner. mich dünkte dasz ich mich am eingange der unterwelt befände 2, 137. die zeit dünkt mich schon so lange Herder in Mercks briefs. 1, 12.
rapp, rapp, mich dünkt der hahn schon ruft
Bürger 15ᵃ.
ihn dünkt, sie zu erschnappen,
seis noth sich zu verkappen
22ᵃ.
mich dünkt ich hatt ihr tausendviel,
weisz gott all was, zu sagen
30ᵇ.
dein zimmer (wird) dich ein schwarzer kerker dünken
Gökingk 1, 90.
vermuthlich wird es einige leser dünken Hippias habe u. s. w. Wieland 1, 174. oft dünkt mich mein ganzes leben nur ein langer augenblick 32, 131.
welch ein mädchen ich wünsche zu haben? ihr fragt mich. ich hab sie
wie ich sie wünsche, das heiszt, dünkt mich, mit wenigem viel
Göthe 1, 355.
das höchste gut? mich dünken alle güter gleich
40, 402.
b.
mit dem dativ. wie mir dünkte ut mihi videbatur Steinbach 1, 306. was dünkt ihnen, meine herren? Liscov 177. sagt uns was ihm nach seiner vernunft von dem stande der unschuld dünkt 634.
er sah mich und ich dünkt ihm schön
Chr. Fel. Weisze.
oder er hat eine freiere absicht und will sich blosz über diejenigen einzeln warheiten auslassen, die ihm besonders wichtig dünken Lessing 6, 133.
sein langes leben dünkt
ihm auch ein frühlingstag zu sein
Ew. v. Kleist Ged. 1, 86.
du, wahrheitsfeszler, dünkst ihnen
das was dir plaudernde dolen
2, 131.
dünket ihnen aber dasz sie deswegen, weil sie ausrufer sind, mehr als eine stimme haben, so u. s. w. Klopstock 12, 66. es würde mir dünken als wäre die landgemeine nicht bei einander gewesen 407.
dünkte sie doch stets so lieblich allen
Bürger 5ᵃ.
komm, schmücke selbst dein mädchen itzt,
wie deiner laun am besten dünket
18ᵇ.
ihr rieselt ein schauer durch mark und gebein;
es dünkt ihr wie brüllen im stalle
65ᵇ.
nichts! mir dünkt nun wandern wir zusammen
99ᵃ.
und immer dünkt es mir ich hörte
noch ihren ton, ihr schmelzend ach
Gotter 1, 122.
was dünkt ihnen nun von meiner erziehung, madam? Wie land 6, 192.
du (Ahasver) der sie (die juden) duldsam schützt
dünkst ihnen ein tyrann
Gotter Schausp. 89.
dem feurigen gemahl dünkt kein projekt zu schwer
90.
das dörfchen dünkt ihr (Röschen) freudenleer,
die flur ein otternest
Hölty Adelstan und Röschen.
wohin es dir gut dünkt
Göthe.
dasz ihr niemals die arbeit zu klein und die nadel zu fein dünkt
Göthe 40, 311.
eine sprache in die ich mich um desto leichter finden konnte als ich durch die höhere vorstellung von kunst und wissenschaft welche sie begünstigte, mir selbst vornehmer und reicher dünken mochte 50, 55.
ja, wenn was einem schön und lieblich dünkt,
auch jedem andern schön und lieblich dünkte
Schiller.
das dünkt mir jetzt schrecklich
ders.
3.
gewöhnlich folgt ein abhängiger satz, doch kann auch eine praepos. oder ein adv. damit verbunden werden.
ir herren, was dünkt euch umb den narren?
H. Sachs 3. 2, 48ᵇ.
was dunket euch aber umb Turnildo? Ettner Unwürd. doctor 571. was dünket euch hievon? quid tibi videtur de hac re? Frisch 1, 211ᵇ. was dünkt ihnen davon, mein freund? Lessing 8, 36.
4.
folgt ein infinitiv, so erscheint erst im 18 ten jahrhundert ein vorgesetztes zu; schon bei däuchten (oben sp. 838) sind beispiele gegeben, hier weitere. als da man einen fragt 'was rötst du dar zuͦ das man thuͦn soll', so spricht er 'das und das dünkt mich guͦt sein' Keisersb. Sünden des munds 58ᵃ.
so rat ich das bei glauben mein,
das mich dunkt euch fast nutzlich sein,
das ir euch geben an sein gnad,
dann frid nimmer kein ungmach hat
Betulejus Ezechias (1538).
mich dunkt auch das nit göttlich sein
das.
ir leben dünkt sie recht eben gnugsam sein Luther 3, 25. so viel ich ebreisch kan, dünkt michs also lauten 3, 305. die meinunge dünkt mich nicht eben sein 4, 284ᵇ. solchs dünkt mich der einfeltigst und sicherst verstand sein das. dünkt euch das ein geringes sein 1 Sam. 18, 23. dünke dich nicht weise sein Sprüche Sal. 3, 7. ein iglichen dünken seine wege rein sein 16, 2. ein iglichen dünkt sein weg recht sein 21, 2. es dünket euch nichts sein Haggai 2, 4. dünket sie solchs unmüglich sein Sachar. 8, 6. alle züchtigung aber, wenn sie da ist, dünkt sie uns nicht freude sondern traurigkeit sein Hebr. 12, 11. denn es dünkt mich ungeschickt sein Apostelg. 26, 27.
dis dünkt manchen subtilig sein
J. Greff Schöne newe action (1546) E iijᵃ.
sonderlich dünkt mich seltzam sein
das sie die meien und zweiglein,
auch ihr kleider legen auf derd
E vijᵇ.
und sprach 'das dunkt mich nicht gut sein'
H. Sachs 4. 1, 113ᵈ.
doch dünkts mich sein ein strenge that
5, 236ᵃ.
es dunkt mich warlich der warheit nit gleich sein Maaler 93ᵈ.
das dünkt mich sein ein beszrer fund
Grobianus G 3.
das ist ein schöne frauw, aber sie dunkt mich ein stumm sein Bocc. 2, 182. dunkete mich ratsam sein dasz ich die jungfraw könte in ir vatterland und zu ihren eltern fürdern Buch der liebe 194, 3. dunket es dich gut sein, so wöllen wir u. s. w. 195, 1. und dunket mich gut sein hinfürter solchem unglück zuvorkommen 198, 2.
ein groszes glas
von einer masz
voll külen wein
dunkt mich schön sein
Fischart Garg. 86ᵇ.
und wann dann aufschlegt korn und wein,
da dunkt es sie gerathen sein
Ganskönig H vᵃ.
(das völklein) das strenge lebt und stirbt und den nur arm sein dünkt,
der reichthum reichthum heiszt und köstlich iszt und trinkt.
Fleming 103.
dagegen, dünket dich dieses etwas geringes zu sein Frisch 1, 211ᵇ. es dünkt ihm nützlich zu sein Steinbach 1, 306. da es mich zeit zu sein dünkte Felsenburg 1, 39. der kleinste sturm würde mich ein blutgericht über mein haupt zu sein dünken Lessing 2, 12.
da dünkt ihr
sie wund und blutig zu sehn
Ew. v. Kleist 2, 32.
es wird ihm beleidigend zu sein dünken Kant 5, 311. der fall dünkt mich dieser zu sein Wieland 6, 258. mich dünkte einiges nachdenken auf ihrer stirne zu sehen Göthe 16, 33.
5.
mit dem gen. der sache. vergl. sich dünken.
Barrabas, was dunkt dich des geselln? wie urtheilst du über ihn?
H. Sachs 3. 1, 262ᵇ.
mich dünkt einer sache ich kann mich ihrer erinnern Heynatz 1, 311.
es dünkt mich ja noch gut der ersten kinderspiele
Günther.
6.
sich dünken sich einbilden, gemeinlich eine allzu grosze meinung von sich hegen, eitel, dünkelhaft sein.
des dunkt er sich wol gemeit
Fastnachtsp. 418, 15.
sie wirt sich auch des tünken gemeit
673, 35.
dasz si mit pomp und herrlichkeit des begrebnisz niemandt weichen und sich des gut dunken Frank Weltb. 191ᵇ.
noch halten etlich schlösser,
dunken sich wacker sein
Soltau Volksl. 2, 157.
ein weiser dünkt sich weise sein Sprüche Sal. 28, 11. antworte aber dem narren nach seiner narrheit das er sich nicht weise lasse dünken 26, 5. ein fauler dunkt sich weiser denn siben die da sitten lehren 26, 16. sihe er (der behemoth) schluckt in sich den strom und achts nicht grosz, leszt sich dünken er wölle den Jordan mit seinem munde ausschepfen Hiob 40, 18. lasz dich nicht zu klug dünken Sirach 6, 2. Baruch 3, 23. lasz dichs nicht dünken fur got du seiest tüchtig gnug dazu, und lasz dich nicht dünken beim könige du seiest weise gnug dazu Sirach 7, 5. lasz dich nicht klüger dünken denn die alten 8, 11. der so zuvor sich fur groszer hoffart dünken liesz er wolle dem meer gebieten und die berge auf einander setzen 2 Macc. 9, 8. und der sich vor dunken liesz er rürete an den himel 9, 10. und als ein sterblicher mensch nicht so vermessen sei das er sich dünken lasse er sei gott gleich 9, 12. da aber Maccabeus merket das er sich unfreundlicher gegen im stellet weder (als) zuvor, und liesz sich wol dünken (vermutete) es bedeutet nichts guts, nam er etliche zu sich, und verbargen sich fur im 14, 30. welcher sich unter euch dünket weise sein, der werde ein narr in dieser welt das er möge weise werden 1 Cor. 3, 18. darumb, wer sich lasset dünken er stehe, mag wol zusehen das er nicht falle 10, 12. sagte von hoffertigen naseweisen leuten dasz sie sich dünken lieszen als theten sie u. s. w. Luther Tischreden 194ᵃ. sich lassen dunken conjecturam facere (sich etwas ungefähr vorstellen) Maaler 93ᵈ. wenn man einem narren antwortet nach seiner thorheit, so läszt er sich klug dunken Henisch 768. wer sich klug dunkt, dem hengt wenig weisheit an ders. sich vil dunken, vil von im selbst halten Schönsleder L 5.
da wurd uns auf der gassen drausz
Crescentii wittib zeigt und gwisn,
die liesz ihr euglein auf uns schieszn
dasz wir uns lassen dunken frei
dasz sie uns nachgegangen sei.
J. Ayrer 100ᵃ.
der federn auf dem hute trägt, der dünket sich was sein:
der federn hinterm ohre trägt, der dünket sich kein schwein:
mit dem, der hut und ohr besteckt, kümmt niemand überein.
Logau 3. 4, 45.
er läszt sich etwas dünken falsam sibi persuasionem induit, surgunt illi cristae Steinbach 1, 306. sich nicht was geringes dünken lassen neutiquam humiliter de se sentire das. sich nichts ohne ursache dünken lassen nihil sine certa causa opinari das.
der topf
von eisen will mit einer silbern zange
gern aus der glut gehoben sein, um selbst
ein topf von silber sich zu dünken.
Lessing 2, 202.
ich dünke mich hierüber verständlichere dinge gesagt zu haben als irgend ein schriftsteller ders.
bald dünkt er sich selber zu schwach
Ew. v. Kleist 2, 128.
das sind keine schlüsse wodurch wir uns auf unsere einsicht etwas dünken könnten Kant 4, 263. sich mit einer beobachtung viel dünken lassen 8, 70. der ton des sich dünkenden besitzers dieses geheimnisses 1, 191. ich bin nur ein sich dünkender eigenthümer (dominus putativus) 5, 112. alle thorheiten eines sich dünkenden genies Joh. Gottw. Müller Siegfried v. Lindenberg 1, 162.
die (streitbaren ziegenböcke) dünken sich kein schlechtes vieh,
das zeigt ihr stolz geblöcke
Hagedorn 3, 50.
ich hab dein herz, feinsliebchen, ich,
und dünke mich der gröszte könig
Klamer Schmidt Komische dicht. 185.
spasz machts, männer zu schaun in begeisterung. brauet den ehherrn
bischof oder auch punsch, und sie dünken sich stracks zu verbessern
alle gebrechen der welt: ja sie künken sich ordner des hauses.
Voss Luise, ausg. letzter hand (1840) s. 170.
der beichtvater dünkte sich nicht wenig über das kunststück, wodurch er das herz eines unglücklichen geschöpfs zerrisz Göthe 20, 272.
dünke der mann sich frei! du (Amanda) bist es, denn ewig nothwendig
weiszt du von keiner wahl, keiner nothwendigkeit mehr.
Schiller 93ᵇ.
und wehe dem nachfolger eines Clodion, der auf der herscherbühne des Trajanus sich Trajanus dünkt! 1031ᵇ. mit dem gen. der sache, sich eines dinges dünken ein ding zu besitzen glauben Heynatz 1, 311. sie dünken sich eines groszen verdienstes das.
7.
sprichwörter. einen jeden dunkt sein eul ein falk sein Agricola Sprichw. 636. den allzeit zu fruͤ dunkt, der kompt gewislich zu spat Henisch 768, wo auch die folgenden vorkommen. einem jeden dunkt sein thun rieche wie bisem. er dunkt sich weis und ist noch kaum dreimal umb sein mutter gelaufen. es dunkt den affen er hab die schönsten kleider. es glaubts niemand wie wol den dunkt. lasz dunken macht den tanz gut. so sich jemand läszt dunken er sei etwas, so er doch nichts ist, der betreugt sich selbst.
was gott fürgibt, redt, lehrt und thut,
das dunkt dem menschen nimmer gut.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1546, Z. 35.

dünken, n.

dünken, n.
meinung, einbildung, urtheil, wie dunk, bedunk, gedunk; vergl.gutdünken. mit dem umlaut verhält es sich wie bei dem verbum. das thorecht dunken der menschen macht das wir das böser erwölen Keisersb. Sünden des munds 26ᵃ. die in alle vor für guͦt haben geschetzt, in deren dunken er jetzundan ein schalk ist und kummen ist umb seinen guͦten luͤmden (leumund) 28ᵇ aber so ein mensch darzuͦ fichtet, das er blosz narung und die ie minder je besser es ist, daz ist vernünftiglich gehandelt, und nit allein nach dem als sein vernunft angibt, sunder auch als ein weiser man in seinem dünken mag erachten und schetzen das er so vil haben sol und müg haben 86ᵃ.
es ist mit dunken nit genuͦg,
do mit verkürzet würt das recht,
es durft das man sich basz bedecht
und witer fragt was man nit wust.
S. Brant Narrensch. 2, 12.
dann meins dunkens ist nit ein kleins
Theuerdank 88, 9.
man macht jetz nun nach dunken hin
und wird die wisheit ganz veracht
Gengenbach 4, 33.
das sind die die sich selbs regieren, gottes regieren nicht leiden wollen, nicht anders wandelen denn nach irem dünken Luther 1, 25ᵃ. gedenket aller gebot des herrn und thut sie das ir nicht ewrs herzen dunken nachrichtet noch ewren augen nachhuret 4 Mos. 15, 39.
ich hab nichts args thun nach meim dunken.
H. Sachs 4. 3, 60ᶜ.
wan dunken und vernunft in gottes und religionssachen gelten solte, ohne gottes wort, so hätte es der Türk ebenso gut seine religion zu verthädigen als wir Moscherosch Christliches vermächtnis 373. dunken sententia, opinio Stieler 296, dünken Frisch 1, 211ᵇ. Steinbach 1, 306. meines dünkens meiner meinung nach Heynatz Antibar. 1, 311. in Schwaben heiszt ums dunken so viel als kaum bemerkbar, er ist ums dunken kleiner, gröszer Schmid 148. sprichwörter. an rechnung machen, an worten, an dunken und gesponnen tuch geht vil ab Henisch 768. es ist mit dunken nit gnug. mit dunken verkürzt man das recht ebenfalls bei Henisch, womit die vorhin angeführte stelle aus Brants Narrenschiff zusammen zu halten ist. wer ein ding anfahet mit dünken, dem geht es aus mit reuen Simrock 1736.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1550, Z. 73.

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Zitationshilfe
„däuchten“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/d%C3%A4uchten>, abgerufen am 15.06.2021.

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