Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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dobel

dobel,
tollheit, hirnwut, von toben. er hat ein dobel insanit Henisch 720.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1857), Bd. II (1860), Sp. 1197, Z. 73.

döbel, m.

döbel, m.
weiszfisch, cyprinus dobula, auch diebel tievel sandöbel Nemnich. Frisch 1, 200ᵇ. wahrscheinlich weil er mit seinem dicken kopf einem pflock ähnlich sieht. davon verschieden cyprinus cephalus groszer döbel, altdöbel, in Östreich altel Höfer Östreich wörterb. 1, 158.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1857), Bd. II (1860), Sp. 1198, Z. 51.

dobel, döbel, tobel, töbel, m. und n.

dobel döbel tobel töbel, m. und n.
1.
waldschlucht, waldthal, durch regengüsse entstandene bergschlucht, ein eng zusammenlaufendes thal, ravin, ahd. tubil m., gatubili n. convallis Graff 5, 352. dobel saltus, profunditas silvae inter montes Gerbert Gl. 50. mhd. tobel. in der Schweiz und Baiern tobel Stalder 1, 285. Schmeller 1, 424. Tobler 140ᵇ. s.bachtobel, bachtöble. nach Westenrieder auch tiebel, tiefel, tief 582. Wackernagel bringt es in verbindung mit θάπτειν und τάφρος Glossar z. Lesebuch dxxv.
gebirge steic er unde tobel
reht als ein wilder steinboc.
Konr. v. Würzb. Troj. krieg 5959.
er hiez in dicke springen
über manegen tobel tief
6190.
der für den bolz flouc zuo dem zil
und über tiefen tobel spranc
14762.
kein pavelûn was sô hôch
noch kein tobel alsô wît,
man sæhe in drüber an der zît
gewalteclichen springen
Straszb. handschr. bl. 188ᵃ.
Esaias spricht 'alle tal oder döbel erhöcht werden' S. Frank Güldin arch bl. 152ᵃ. und liesz sich durch ein loch usz in das tobel hinab Tschudi 1, 156. das schlosz Urstein im Hundwyler töbel an dem wasser Urnäsch, zwischen solchen zweien dörfern auf einem tobel ist gelegen das schlosz Rosenburg Stumpf Schweiz. chronik bl. 366ᵇ. Unteruznach auf dem tobel, dadurch die Aa das wasser heraus flieszt 415ᵃ. die blauflüsser unter den federspiel haben ihre nester in hohen felsen bei den wassern und tiefen töblern 561ᵃ. das tal Versanna sonst genannt Versennis tobel 585ᵃ. er baut ein vesten in einen dannen tobel, dem gab er den namen Hochentan Lirer Schwäb. chronik 12ᵃ. da ware auch in derselbigen zeit ein ganzer buͦchbaum in ein dobel hinunder gefallen Würtz Wundarznei 243. erschrack das ganze stift bei der zeitung, dasz an der hohen brücke das fasz in ein tobel gefallen Joh. Müller Schweizergeschichte 1, 223. am end der wiese rauschte ein wildangelaufner bach durch ein tobel Tockenb. V. ein thal welches sich zum tobel verengt Wysz Reise ins Berner oberland.
2.
in Östreich eine flache, doch niedrig gelegene gegend Höfer Östreich. wörterb. 3, 229. es wird dann ein breiteres bergthal gemeint.
3.
öder platz neben einem acker oder einer wiese, der zuweilen gemäht wird, rain zwischen feldern. hof, veld, wismad, holzwachs, gärten und töbel Monum. boica 4, 200 ad 1488. feld, waid, töbel, wismat 21, 544 ad 1467. kraft revisionssigl vom 11ten jul. 1771 sollen burger welche mit eigenen grundstücken nicht versehen, weder auf ihrer mitburger viel weniger auf anderer bauern reinen, vorhäuptern und doblen zu grasen sich unterstehen Wagner Civilbeamt. 2, 228.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1857), Bd. II (1860), Sp. 1197, Z. 78.

dobel, döbel, tobel, töbel, m. und n.

dobel döbel tobel töbel, m. und n.
1.
waldschlucht, waldthal, durch regengüsse entstandene bergschlucht, ein eng zusammenlaufendes thal, ravin, ahd. tubil m., gatubili n. convallis Graff 5, 352. dobel saltus, profunditas silvae inter montes Gerbert Gl. 50. mhd. tobel. in der Schweiz und Baiern tobel Stalder 1, 285. Schmeller 1, 424. Tobler 140ᵇ. s.bachtobel, bachtöble. nach Westenrieder auch tiebel, tiefel, tief 582. Wackernagel bringt es in verbindung mit θάπτειν und τάφρος Glossar z. Lesebuch dxxv.
gebirge steic er unde tobel
reht als ein wilder steinboc.
Konr. v. Würzb. Troj. krieg 5959.
er hiez in dicke springen
über manegen tobel tief
6190.
der für den bolz flouc zuo dem zil
und über tiefen tobel spranc
14762.
kein pavelûn was sô hôch
noch kein tobel alsô wît,
man sæhe in drüber an der zît
gewalteclichen springen
Straszb. handschr. bl. 188ᵃ.
Esaias spricht 'alle tal oder döbel erhöcht werden' S. Frank Güldin arch bl. 152ᵃ. und liesz sich durch ein loch usz in das tobel hinab Tschudi 1, 156. das schlosz Urstein im Hundwyler töbel an dem wasser Urnäsch, zwischen solchen zweien dörfern auf einem tobel ist gelegen das schlosz Rosenburg Stumpf Schweiz. chronik bl. 366ᵇ. Unteruznach auf dem tobel, dadurch die Aa das wasser heraus flieszt 415ᵃ. die blauflüsser unter den federspiel haben ihre nester in hohen felsen bei den wassern und tiefen töblern 561ᵃ. das tal Versanna sonst genannt Versennis tobel 585ᵃ. er baut ein vesten in einen dannen tobel, dem gab er den namen Hochentan Lirer Schwäb. chronik 12ᵃ. da ware auch in derselbigen zeit ein ganzer buͦchbaum in ein dobel hinunder gefallen Würtz Wundarznei 243. erschrack das ganze stift bei der zeitung, dasz an der hohen brücke das fasz in ein tobel gefallen Joh. Müller Schweizergeschichte 1, 223. am end der wiese rauschte ein wildangelaufner bach durch ein tobel Tockenb. V. ein thal welches sich zum tobel verengt Wysz Reise ins Berner oberland.
2.
in Östreich eine flache, doch niedrig gelegene gegend Höfer Östreich. wörterb. 3, 229. es wird dann ein breiteres bergthal gemeint.
3.
öder platz neben einem acker oder einer wiese, der zuweilen gemäht wird, rain zwischen feldern. hof, veld, wismad, holzwachs, gärten und töbel Monum. boica 4, 200 ad 1488. feld, waid, töbel, wismat 21, 544 ad 1467. kraft revisionssigl vom 11ten jul. 1771 sollen burger welche mit eigenen grundstücken nicht versehen, weder auf ihrer mitburger viel weniger auf anderer bauern reinen, vorhäuptern und doblen zu grasen sich unterstehen Wagner Civilbeamt. 2, 228.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1857), Bd. II (1860), Sp. 1197, Z. 78.

döbel, dübel, dippel, m.

döbel dübel dippel, m.
was man zusammenfügt, zusammenhält. ahd. tupili tubila, gatubili (Graff 5, 352) wird durch incastraturae übersetzt, im mlat. soviel als compaginationes, conglutinationes, uncini, catenulae; daher tubilâri tignarius der die balken zusammenfügt. mhd. tübel, bair. düpel Schmeller 1, 387. schwäb. diebel Schmid 125. im Münsterland nennt man ein rad dessen felgen nur lose zusammenhängen, ein diebelloses, und sie müssen verdiebelt zusammengefügt werden. das wort gehört zu einem weitverbreiteten stamm, dessen wurzel verloren ist. hierher gehört tüppen tupfen tüpfen dippen tippen mit den fingern berühren, eintüpfen einstoszen; s. auftipfen, ↗betippen. ferner tüpfel tipfel tippel, die stelle die man berührt, auf die man gestoszen hat, wie punctum von pungere kommt; s. dift. verwandt scheint daube faszdaube, däuben domare, und was damit in verbindung steht.
1.
zapfen, pflock, klotz, nagel.
wîsheit überwindet übel,
alsô twinget vaz der tübel
daz ez niht rinne zaller zît
Freidank 76, 16.
diebel starker eiserner nagel oder stift, bretter oder pfähle zu befestigen Schmid 125. tubbe kurzer zapfen am eisenwerk, z. b. am hufeisen, an klammern Brem. wörterb. 5, 120. dippel stipes, caudex Serranus Synon. 52, im Diction. ein klotz oder düppel 664ᵇ. dübel nagel Vocab. 1482. dobel bei faszbindern hölzerne nägel, womit sie die bodenstücke aneinander fügen Frisch 1, 200ᵇ. uneigentlich und bildlich,
ich meine daz vil freislich übel
daz in uns haftet als ein dübel
Heinr. v. Meisen 4053.
lüge ist sünden und schanden tübel schirm und schutz.
Renner 957.
vorhte und schame sint êren tübel
16607.
2.
mörserstöszel, tuppel vel morser stoszel Vocab. v. 1429.
3.
flachskloben, ein düpel har Schmeller 1, 387. ein dupel haar Höfer Östreich. wörterb. 1, 168.
4.
beule, geschwür, weil sie wie ein pflock, pfropf aussehen. gelsen düpel mückenbeule Schmeller 1, 388. (Saturn) macht krank im beutel, krüppel und tippel Fischart Garg. 56. die händ sein mit beul und tiplen überhäuft wie im april die wiesen mit scheerhäufen (maulwurfshügeln) Abrah. a S. Clara. ein groszer dippl oder geschwär am leib auffahrend Altötting. histor. gschwären, gflechten, düppel, grind Adelholzer Badbeschr.
5.
ein alberner, unempfindlicher mensch, ein klotz von einem menschen, ein dummkopf; so in Baiern Schmeller 1, 387. am Rhein hört man als scheltwort du düppel, du bist ein rechter düppel, gerade wie das latein. caudex gebraucht wird. dippel blax (βλάξ, mlat. blas) Serranus Synon. 52ᶜ. tüppel unbesinnter unverständiger mensch excors, stolidus, socors, tardus Maaler 411ᶜ. diese bedeutung des worts ist alt, die rohrdommel (ardea stellaris) heiszt ahd. horatupil horodubil horitubil hortubel Graff 5, 351 und horotumbil 4, 1001. mhd. horetubel. hortybel Gesner Hist. nat. 216. diese benennung erklärt sich daraus, dasz der vogel, wie Nemnich anmerkt, auch dummkopf, tölpel, französ. butor genannt wird, weil man glaubt er vertheidige sich auf eine einfältige weise gegen seine feinde. vergl. dippelbaren und dippelnarr.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1857), Bd. II (1860), Sp. 1198, Z. 56.

dobel, m.

dobel, m.
lolium temulentum, toberling, tobhafer Nemnich, in Östreich tobkraut, toberig, sommertrespe Höfer 1, 158.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1857), Bd. II (1860), Sp. 1197, Z. 75.

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Zitationshilfe
„döbel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/d%C3%B6bel>, abgerufen am 06.07.2020.

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