Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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dübel, m.

dübel, m.
ein fisch. s.döbel. dubel, meuser, alat aland, squalus major, κέφαλος, capito fluvialis major. ein fluszfisch, den man wegen seiner vielen gräten und seines weichlichen und unschmackhaften fleisches nicht achtet.
man koche oder brate den dubel,
so schmeckt er allzeit ubel
Henisch 761.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1486, Z. 46.

döbel, dübel, dippel, m.

döbel dübel dippel, m.
was man zusammenfügt, zusammenhält. ahd. tupili tubila, gatubili (Graff 5, 352) wird durch incastraturae übersetzt, im mlat. soviel als compaginationes, conglutinationes, uncini, catenulae; daher tubilâri tignarius der die balken zusammenfügt. mhd. tübel, bair. düpel Schmeller 1, 387. schwäb. diebel Schmid 125. im Münsterland nennt man ein rad dessen felgen nur lose zusammenhängen, ein diebelloses, und sie müssen verdiebelt zusammengefügt werden. das wort gehört zu einem weitverbreiteten stamm, dessen wurzel verloren ist. hierher gehört tüppen tupfen tüpfen dippen tippen mit den fingern berühren, eintüpfen einstoszen; s. auftipfen, ↗betippen. ferner tüpfel tipfel tippel, die stelle die man berührt, auf die man gestoszen hat, wie punctum von pungere kommt; s. dift. verwandt scheint daube faszdaube, däuben domare, und was damit in verbindung steht.
1.
zapfen, pflock, klotz, nagel.
wîsheit überwindet übel,
alsô twinget vaz der tübel
daz ez niht rinne zaller zît
Freidank 76, 16.
diebel starker eiserner nagel oder stift, bretter oder pfähle zu befestigen Schmid 125. tubbe kurzer zapfen am eisenwerk, z. b. am hufeisen, an klammern Brem. wörterb. 5, 120. dippel stipes, caudex Serranus Synon. 52, im Diction. ein klotz oder düppel 664ᵇ. dübel nagel Vocab. 1482. dobel bei faszbindern hölzerne nägel, womit sie die bodenstücke aneinander fügen Frisch 1, 200ᵇ. uneigentlich und bildlich,
ich meine daz vil freislich übel
daz in uns haftet als ein dübel
Heinr. v. Meisen 4053.
lüge ist sünden und schanden tübel schirm und schutz.
Renner 957.
vorhte und schame sint êren tübel
16607.
2.
mörserstöszel, tuppel vel morser stoszel Vocab. v. 1429.
3.
flachskloben, ein düpel har Schmeller 1, 387. ein dupel haar Höfer Östreich. wörterb. 1, 168.
4.
beule, geschwür, weil sie wie ein pflock, pfropf aussehen. gelsen düpel mückenbeule Schmeller 1, 388. (Saturn) macht krank im beutel, krüppel und tippel Fischart Garg. 56. die händ sein mit beul und tiplen überhäuft wie im april die wiesen mit scheerhäufen (maulwurfshügeln) Abrah. a S. Clara. ein groszer dippl oder geschwär am leib auffahrend Altötting. histor. gschwären, gflechten, düppel, grind Adelholzer Badbeschr.
5.
ein alberner, unempfindlicher mensch, ein klotz von einem menschen, ein dummkopf; so in Baiern Schmeller 1, 387. am Rhein hört man als scheltwort du düppel, du bist ein rechter düppel, gerade wie das latein. caudex gebraucht wird. dippel blax (βλάξ, mlat. blas) Serranus Synon. 52ᶜ. tüppel unbesinnter unverständiger mensch excors, stolidus, socors, tardus Maaler 411ᶜ. diese bedeutung des worts ist alt, die rohrdommel (ardea stellaris) heiszt ahd. horatupil horodubil horitubil hortubel Graff 5, 351 und horotumbil 4, 1001. mhd. horetubel. hortybel Gesner Hist. nat. 216. diese benennung erklärt sich daraus, dasz der vogel, wie Nemnich anmerkt, auch dummkopf, tölpel, französ. butor genannt wird, weil man glaubt er vertheidige sich auf eine einfältige weise gegen seine feinde. vergl. dippelbaren und dippelnarr.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1857), Bd. II (1860), Sp. 1198, Z. 56.

dübel, m.

dübel, m.
s.döbel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1486, Z. 52.

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Zitationshilfe
„dübel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/d%C3%BCbel>, abgerufen am 05.07.2020.

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