Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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düffel, m.

düffel, m.
ein dickes wollentuch zu winterkleidern, aus dem engl. duffel coating. dann auch ein daraus verfertigter winterrock. das altnord. þôfi gewalkte decke.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1500, Z. 10.

tüffel4, m.

⁴tüffel, m.,

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zottiger, grober wollstoff, dickes wolltuch; nach dem flämischen ort Duffel in der provinz Antwerpen benannt; s. nl. wb. 3, 2, 3553 (ältester beleg 1637). mit dieser herleitung erledigen sich die etymologien teil 2, sp. 1500; Dief.-Wülcker 374; brem.-ndsächs. wb. 1, 265. vom holländ. ist das wort mit der sache auch ins engl. als duffel (seit 1677 Murray 3, 1, 706) sowie übers nd. ins dän. als dyffel (ordbog over det danske sprog 3, 1178) und schwed. als doffel (1788, älter duffels 1648 ordbok över svenska spraͦket D 1861) gewandert. als duffel oder düffel in norddt. maa. bezeugt: rhein. wb. 1, 1542; Berghaus Sassen 1, 374; Doornkaat-Koolman 1, 353; brem. ndsächs. 1, 265; Schütze Holst. 1, 265; Mensing 1, 936, der es jetzt als veraltet bezeichnet (doch s. unten tüffeljacke); Gutzeit Livland 203; als tüffel gebucht bei Schrader dtsch.-frz. 2, 1391; Schaffer dtsch.-frz. 2, 2, 389. literarisch weit über diesen raum hinausreichend: düffel oder kotze: die rolle von 40 ellen (1647 aus Frankft. archiv.) Dief.-Wülcker 878; alle flanelle, düffels und dergleichen ungeschorne futter oder tücher von einheimischen fabriken J. Möser patriot. phantas. 2 (1778) 141; specifikation derer waaren, welche die gewandschneider zu führen haben, und zwar ... 7) düffel (1787) samml. pommersch. landesurkund., suppl. 4 (1802) 266 Döhnert;
der mann ging sorglos aus dem kalten haus;
die sonne schien, er lüftete sich aus;
die sonne wärmte ihn durch tüffel, leder
Paul Ernst kaiserbuch 3, 2 (1928) 381.
an stelle des üblicheren tüffelrock (s. d.) auch für das aus diesem stoff hergestellte warme, flauschige kleidungsstück 'ein überrock, ein winterüberzieher, der aus diesem zeuge verfertigt ist' Berghaus a. a. o.: die eleganten sind modisch zusammengestutzt, entweder einen stinkenden makintosh, einen engen tüffel, oder aber einen weiten plunzendarmrock mit hölzernen suppentellerknöpfen über dem zierlichen frack Avé-Lallemant gaunertum 3 (1862) 132 anm.dazu
tüffelartig adj.:
für Leberecht aber ... ist ein tüffelartiger überrock sauber hergerichtet
Holtei erz. schr. (1861) 13, 107;
tüffeljacke f.,:
Pieter ist unter dem berge entlanggegangen. er trägt seine dunkelblaue düffeljacke
Berliner ztg. v. 1947;
vgl. ↗tüffelrock.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1548, Z. 48.

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Zitationshilfe
„düffel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/d%C3%BCffel>, abgerufen am 18.05.2021.

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