Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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dunkeln, n.

dunkeln, n.
verdunkeln. wir haben nicht 'mum, mum' gesagt, noch unter dem hütlin gespielet, sondern da stehen unser helle dürre freie wort on alles tunkeln und mausen Luther 6, 108ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1544, Z. 59.

dünkeln

dünkeln,
sich einbilden irrthümlich, meist aus hoffart. vergl. bedünkeln.
wenn man der jugend reine wahrheit sagt,
die gelben schnäbeln keineswegs behagt,
die aber hinterdrein nach jahren
das alles derb an eigner haut erfahren,
dann dünkeln sie es käm aus eignem schopf
Göthe 41, 100.
wegen der bildung der eigentlichen bürger (in England) welche manchen dünkelnden gelehrten zu beschämen fähig wären Niebuhr Leben 2, 35. unpersönlich. vernimmst dus, alter? oder dünkelt dir ich rede eitle drohung in den wind? Stolberg 13, 274.
du sprichst ja wie Hans Liederlich,
der begehrt jede blum für sich,
und dünkelt ihn es wär kein ehr
und gunst die nicht zu pflücken wär.
Göthe 12, 134.
euch dünkelt jetzt der welteroberer wäre doch bald an sich selbst zerschellt Tieck Novellen 1, 82.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1544, Z. 63.

dünkeln, n.

dünkeln, n.
ein männlein das mit dünkeln und klügeln über allerlei gelehrte arbeit und schrift, auch wohl meisterwerke seine lebenstage hat zugebracht Klopstock 12, 127.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1544, Z. 81.

dunkeln

dunkeln,
ahd. tunkalên Graff 5, 436, mhd. tunkeln Ben. 3, 131ᵃ.
1.
intransitiv, dunkel sein, werden, tenebrescere Henisch 767. s.abdunkeln, ↗nachdunkeln.
a.
eigentlich. es fängt an zu dunkeln tenebrae ingruunt Steinbach 1, 305.
mir dunkelt der blick die augen werden trübe (in folge von bangigkeit und grauen)
Klopstock 2, 132.
wann der perlenfarbne himmel
dunkelt und das glanzgewimmel
der gestirne sacht entglimmt.
Salis.
in aufgestülpter kumme dunkelt
die laue purpurflut (der bischof).
Voss 4, 192.
nicht auch der sonne zunächst schwarzdunkelnde höfe verleihn
dir
heiterkeit; näher jedoch und in derberem schwarze gedunkelt
drohn sie der winterung mehr
ders. Aratos 877.
siehe, da breitete Zeus ein düsterblaues gewölk aus
über das räumige schiff, und es dunkelte drunter die meerflut.
ders. Odyssee 12, 406.
nun, sonne, gehe hinab und hinauf!
ihr sterne leuchtet und dunkelt
Göthe 1, 217.
und schon dunkelten die fluten,
und sie liesz der fackel gluten
von dem hohen söller wehn
Schiller 60ᵃ.
heilig, heilig, wo die tanne dunkelt,
heilig ist der feierliche hain
Tiedge.
wolken seh ich abendwärts
ganz in reinste glut getaucht,
wolken ganz in licht zerhaucht,
die so schwül gedunkelt hatten
Uhland Ged. 61.
als nun die nacht gedunkelt tief
und alles in dem kloster schlief
473.
bald rinnt über steine sie (die quelle) helle,
bald dunkelt sie schattenumringt
Platen 4.
die nacht war dunkelnd gekommen
Lenau neuere ged. 125.
das gewölbe dunkelte immer mehr
König Hohe braut 2, 178.
b.
uneigentlich.
dasz, wo herrischer trotz dunkelte, licht und fug
und allsegnende freiheit singt
Voss 3, 20.
c.
unpersönlich.
öffnest (röslein) dich hellstralendem tag und schlieszest
dich, wenn es dunkelt
Klopstock 3, 230.
auf! es dunkelt!
silbern funkelt
dort der mond im tannenhain.
Salis.
wenns schon dunkelt, wir fürchten uns nicht Pestalozzi Werke 2, 33. es dunkelte schon, als sie wieder auf dem kirchhof ankamen Gottfr. Keller Grüner Heinrich 4, 361.
2.
transitiv, verdunkeln, was jetzt gewöhnlicher ist, dunkelen obtenebrare obscurare Henisch 767. vergl.andunkeln. bedunkeln. überdunkeln.
a.
eigentlich.
schwarz gedunkelt gewölk
Zorn Wormser chronik (von Arnold) 202.
wo ist meine erste blüte
da ich so schöne war? das freudige gemüte?
die augen dunkeln mich (die schwachen augen versetzen mich in dunkelheit): die ausgefleischte haut
wird schlaff und runzelt sich, dasz mir selbst für mir graut.
P. Fleming 16.
glanz dunkelt keinen schein
ders.
kaum auch röthen von blut sich untergestellete messer,
kaum wird oben der sand von nüchternem eiter gedunkelt.
Voss Virgils landbau 3, 493.
ganz dunkelt ihn schwärze des pechs
ders.
b.
uneigentlich. gelopt sei got der diesem vogler sein sinn also getunkelt hat und sein vernunft also hingenummen Steinhöwel 95ᵇ (1487).
nichts mochte dir belieben,
was dunkeln kan und trüben
der eitelkeiten rauch
P. Fleming 331.
die harte erde mischt sich mit der sonne,
und trübsal dunkelt uns jedwede wonne.
Tieck 1, 64.
eine kraft die die andre hindert, ihr licht und lust dunkelt und färbt Claudius 5, 9.
3.
reflexiv.
die sonne flieht, es dunkelt sich die luft,
und berg und thal hüllt rauch und nebelduft.
Gries Bojardo 2. 5, 13.
auch dunkelt sich die luft, die winde sausen,
und hagelschlag und ungewitter brausen
2. 14, 6.
schon dunkeln sich die abendschatten
Uhland Ged. 286.
sieh, vater, sich wie sich der himmel dunkelt
Körner 4, 27.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1543, Z. 57.

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Zitationshilfe
„dünkeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/d%C3%BCnkeln>, abgerufen am 08.07.2020.

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