Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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dürmlich

dürmlich
durmlich türmlich dormlich tormlich törmelich wie duselig. durmlicht Schmidt Westerw. idiot. 258. Schmeller 1, 456. turmelicht Schmid Schwäb. wörterb. 149. in der Schweiz umgestellt trümlich. durmlechte gans Keisersberg Bilger 155ᵈ. einen trümlich machen, einem das haupt verwirren, wirt vom wein geredt, tentare caput dicitur vinum Maaler 410ᶜ. ein büchsenpulver mit dem man vögel schieszen konte, die zwar nicht darvon beschädigt, gleichwol aber so dürmlich wurden dasz man sie als todt aufhebete und hernach, wann sie wieder zu sich selbst kamen, lebendig hatte Simpliciss. 2, 441.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1734, Z. 24.

türmlich

türmlich,
auch türmlicht, turm(e)lecht, adj., schwindlig, taumelnd, s. dürmlich teil 2, 1734; vgl. dazu noch die formen türmmelecht Herr feldbau (1551) 195ᵇ; mit sproszkonsonant: türmblicht Hüttel chron. v. Trautenau 251. mundartlich im obd. u. md. noch lebenskräftig; in der grundbedeutung türmisch entsprechend, jedoch anders als dieses differenziert, so als 'schwindlig, taumelnd': durmelig 'schwindelig, halb betäubt, verwirrt im kopfe, unklar, unbesonnen' rhein. wb. 1, 1582; Autenrieth pfälz. id. 32; 35; turmelig taumelnd, schwindelig Waldbrühl rhingscher klaaf 214; Hofmann niederhess. wb. 243; duᵉrmᵉlich Heinzerling-Reuter Siegerl. wb. 51; Spiess Henneberg 261; türmlig Müller-Fraureuth 1, 268; schwindelig Knothe maa. i. Nordböhmen 197; dormlet Ruckert unterfränk. 42; türmlich, tormlich schwindlich, betäubt Schmeller-Fr. 1, 622; türmelig, türmlicht schwindelig Martin-Lienhart elsäss. 2, 715; dirmlicht Schmidt Straszb. ma. 26; durm(e)lig schwindelig, taumelig, betäubt, berauscht Fischer schwäb. 2, 500; turmelig, türmelig bad. wb. 1, 612; (umgestellt:) trümmlig schwindlig Meisinger Wiesental 16. — 'schläfrig': rhein. wb. 1, 1418; 1582; Fischer schwäb. 2, 500 (vgl. ²türmen). — dumm, ungeschickt, tölpelhaft rhein. wb. 1, 1582; schwachsinnig Fischer schwäb. a. a. o.; schwach an geist und körper Crecelius oberhess. 313; streitsüchtig Martin-Lienhart 2, 715. — schriftsprachlich vereinzelt bis ins 19. jh.: und wäre ich oben hinauf geturnt, da würde mir thürmelig vor den augen und ich fiele wie ein faulthier herunter, wenn es satt ist A. v. Arnim s. w. (1839) 10, 288;
ein andrer mensch wird turmelig,
der turner amüsiret sich
L. Eichrodt lyrische auskehr (1869) 1, 70.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1873, Z. 8.

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Zitationshilfe
„dürmlich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/d%C3%BCrmlich>, abgerufen am 02.08.2021.

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