dusel m
Fundstelle: Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1757, Z. 39
beule, drüse. in dieser bedeutung gehört es zu dusen, duseln, duschen, insofern es schlagen, ausschlagen, hervortreiben heiszt.
1.
panus ein aufgeschwollen bläterlin oder düssel, ein knüttel bei den ohren oder in dem schlunde oder umb die gemächt und scham. Dasypod. 169ᵃ. 317ᵃ. dieselben worte bei Serranus 54ᵃ, nur dasz knipfel statt knüttel steht. dissel panus Diefenbach Gloss. lat. germ. 410ᵇ. düssel, knüttel geleich wie ein brötle von wegen der geschwulst Maaler 93ᶜ. düssele tuberculum das. panus ein schwenten oder drüsz, dussel oder knüttel Fries 944ᵃ. niederd. dössel Schambach 46ᵇ. der speck der meerkälber vertreibet alle geschwulst, düssel und dergleichen Forer Fischbuch 103ᵇ. solche schnecken sind auszen von vielen runden düsseln oder nägeln rauh 143ᵇ. nimb essig und rockenkleien, schlags dem rosz uber beide kegel und tüssel in einem hasenbalg und keer das rauch dem rosz auf dem fusz einwärts Seuter 143. den jungen hirschen wachsen in den ersten jahren keine hörner sondern allein an solcher statt harte und haarachtige düssel Feierabend Jag- und weidwerkbuch (Frankf. 1582) 25ᵇ. wann einem bei der wunden oberhalp ein knopf (das ist ein harter düssel welcher mechtig wehe thut) wolte wachsen Fel. Würz 290. dussel glans, tonsilla, tuber, tuberculum Henisch 779. düssel auswuchs, verhärtung am backen oder an andern theilen des körpers, der sich bisweilen in ein geschwür verwandelt Stalder 1, 331. hierher gehört auch wol das fries. duss der butz, das blümlein oben an äpfeln und birn, die bütsche Outzen 52.
2.
quetschung, contusion Schmeller 1, 402.
3.
düszel hölzerner zapfen Stalder 1, 331, niederd. dutte Brem. wb. 1, 277.
4.
dussel ein beweglicher gerader baum, an welchem die beiden flügel der hausthüre in den bauernhäusern zusammenschlagen, hannöv. dössel Brem. wb. 1, 276. in Östreich thorbaum, schlagbaum Höfer 1, 172.
5.
uneigentlich für kopf. er hat einen harten düssel Stalder 1, 331. he het wat im dössel ist betrunken Brem. wb. 1, 276. ek slâ dek an den dössel Schambach 46ᵇ. dei het sau vel in sinen dössel das. in folgender stelle scheint es so viel als dusselkopf, dürmelkopf zu heiszen. da wolt Dintanus von ersten sich verantworten, aber Lischa fiel im drein und sprach 'düsel und filzpawr, soltu vor mir dem ältern reden?' Bocc.
dusel m.
Fundstelle: Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1756, Z. 70
ein in ganz Deutschland verbreitetes, in vielfache bedeutungen zerfallendes, in die schriftsprache selten aufgenommenes wort, niederl. duizel, engl. dizziness. im niederd. neben dusel düsel auch düsigkeit Brem. wb. 1, 276 und däs Groth Quickborn 222. es ist mit dürmel zu vergleichen. s.dusen, ↗duseln.
1.
die ursprüngliche bedeutung ist schlummer, halbschlaf, träumerisches wachen, und weil darin die gedanken sich verwirren so bezeichnet es zunächst betäubung, abwesenheit des geistes, dumpfes hinleben, taumel, schwindel, vertigo capitis Henisch 779. Stieler 352. Frisch 1, 212ᶜ. Höfer Östreich. wb. 1, 171. Castelli 118. Weinhold Schles. wb. 16ᵇ. Schmidt Westerw. idiot. 50. Brem. wb. 1, 276. es kommt mich ein düsel an caput in gyrum rotatur ad caliginem usque Stieler 352. du weiszt doch im dusel wohl dasz dir dort irgendwo im westen ein freund herum marschiert Chamisso Werke 1, 265. im traume erlebt und sofort im dusel aufgeschrieben 2, 63. s. halbdusel.
2.
das irrereden Stalder 1, 330. Tobler 148ᵇ. s. duselkopf.
3.
betäubung durch trunkenheit, rausch Schambach 51ᵇ. Schmitz Eifler idiot. 223. kleiner rausch Castelli 118. düsel tosel tusil räuschchen Stalder 1, 330. Tobler 148ᵇ. tûsel Weinhold Schles. wb. 16ᵇ. er soff sich einen tüchtigen dusel an Zingerle Hausmärchen 2, 35. kann er denn nicht gute zwei tuseln vertragen? W. Scherfer ged. 419 bei Weinhold 16ᵇ.
4.
verwirrung durch fieberhitze, krankheit. des haupts halben so erscheinen viel und mancherlei fliegende hitzen die viel dusels, groszes wetages und sausen im haupt bewegen Thurneisser Probierung der harnen 38. fieberhitze im kopf Stalder 1, 330. im salzburg. die hitzige dusel Höfer 1, 171. in Tirol vichdusel viehseuche Frommann Mundarten 4, 344.
5.
übele laune, spleen, wodurch der geist verdunkelt wird Schmeller 1, 402.
6.
dämmerung, düsterer himmel Schmidt Westerw. idiot. 50. Schmeller 1, 402. es war ganz dussel und nacht dasz ich die gelegenheit im haus nit wust Götz v. Berlichingen 33. dann es war schon ganz dusel dasz es nacht war 84.
7.
dampf, qualm, weil er betäubt Schmeller 1, 402.
8.
staubregen, sprühregen, weil er den himmel verdüstert, in Nürnberg und Tirol Schmeller 1, 402. Frommann Mundarten 4, 344. vergl.tüsch m. leichter regen Stalder 1, 329.
9.
bodensatz, weil er unrein, trübe ist, z. b. bei einem getränke Stalder 1, 330. Tobler 148ᵇ.
dusel m
Fundstelle: Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1757, Z. 39
beule, drüse. in dieser bedeutung gehört es zu dusen, duseln, duschen, insofern es schlagen, ausschlagen, hervortreiben heiszt.
1.
panus ein aufgeschwollen bläterlin oder düssel, ein knüttel bei den ohren oder in dem schlunde oder umb die gemächt und scham. Dasypod. 169ᵃ. 317ᵃ. dieselben worte bei Serranus 54ᵃ, nur dasz knipfel statt knüttel steht. dissel panus Diefenbach Gloss. lat. germ. 410ᵇ. düssel, knüttel geleich wie ein brötle von wegen der geschwulst Maaler 93ᶜ. düssele tuberculum das. panus ein schwenten oder drüsz, dussel oder knüttel Fries 944ᵃ. niederd. dössel Schambach 46ᵇ. der speck der meerkälber vertreibet alle geschwulst, düssel und dergleichen Forer Fischbuch 103ᵇ. solche schnecken sind auszen von vielen runden düsseln oder nägeln rauh 143ᵇ. nimb essig und rockenkleien, schlags dem rosz uber beide kegel und tüssel in einem hasenbalg und keer das rauch dem rosz auf dem fusz einwärts Seuter 143. den jungen hirschen wachsen in den ersten jahren keine hörner sondern allein an solcher statt harte und haarachtige düssel Feierabend Jag- und weidwerkbuch (Frankf. 1582) 25ᵇ. wann einem bei der wunden oberhalp ein knopf (das ist ein harter düssel welcher mechtig wehe thut) wolte wachsen Fel. Würz 290. dussel glans, tonsilla, tuber, tuberculum Henisch 779. düssel auswuchs, verhärtung am backen oder an andern theilen des körpers, der sich bisweilen in ein geschwür verwandelt Stalder 1, 331. hierher gehört auch wol das fries. duss der butz, das blümlein oben an äpfeln und birn, die bütsche Outzen 52.
2.
quetschung, contusion Schmeller 1, 402.
3.
düszel hölzerner zapfen Stalder 1, 331, niederd. dutte Brem. wb. 1, 277.
4.
dussel ein beweglicher gerader baum, an welchem die beiden flügel der hausthüre in den bauernhäusern zusammenschlagen, hannöv. dössel Brem. wb. 1, 276. in Östreich thorbaum, schlagbaum Höfer 1, 172.
5.
uneigentlich für kopf. er hat einen harten düssel Stalder 1, 331. he het wat im dössel ist betrunken Brem. wb. 1, 276. ek slâ dek an den dössel Schambach 46ᵇ. dei het sau vel in sinen dössel das. in folgender stelle scheint es so viel als dusselkopf, dürmelkopf zu heiszen. da wolt Dintanus von ersten sich verantworten, aber Lischa fiel im drein und sprach 'düsel und filzpawr, soltu vor mir dem ältern reden?' Bocc.
dusel m.
Fundstelle: Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1756, Z. 70
ein in ganz Deutschland verbreitetes, in vielfache bedeutungen zerfallendes, in die schriftsprache selten aufgenommenes wort, niederl. duizel, engl. dizziness. im niederd. neben dusel düsel auch düsigkeit Brem. wb. 1, 276 und däs Groth Quickborn 222. es ist mit dürmel zu vergleichen. s.dusen, ↗duseln.
1.
die ursprüngliche bedeutung ist schlummer, halbschlaf, träumerisches wachen, und weil darin die gedanken sich verwirren so bezeichnet es zunächst betäubung, abwesenheit des geistes, dumpfes hinleben, taumel, schwindel, vertigo capitis Henisch 779. Stieler 352. Frisch 1, 212ᶜ. Höfer Östreich. wb. 1, 171. Castelli 118. Weinhold Schles. wb. 16ᵇ. Schmidt Westerw. idiot. 50. Brem. wb. 1, 276. es kommt mich ein düsel an caput in gyrum rotatur ad caliginem usque Stieler 352. du weiszt doch im dusel wohl dasz dir dort irgendwo im westen ein freund herum marschiert Chamisso Werke 1, 265. im traume erlebt und sofort im dusel aufgeschrieben 2, 63. s. halbdusel.
2.
das irrereden Stalder 1, 330. Tobler 148ᵇ. s. duselkopf.
3.
betäubung durch trunkenheit, rausch Schambach 51ᵇ. Schmitz Eifler idiot. 223. kleiner rausch Castelli 118. düsel tosel tusil räuschchen Stalder 1, 330. Tobler 148ᵇ. tûsel Weinhold Schles. wb. 16ᵇ. er soff sich einen tüchtigen dusel an Zingerle Hausmärchen 2, 35. kann er denn nicht gute zwei tuseln vertragen? W. Scherfer ged. 419 bei Weinhold 16ᵇ.
4.
verwirrung durch fieberhitze, krankheit. des haupts halben so erscheinen viel und mancherlei fliegende hitzen die viel dusels, groszes wetages und sausen im haupt bewegen Thurneisser Probierung der harnen 38. fieberhitze im kopf Stalder 1, 330. im salzburg. die hitzige dusel Höfer 1, 171. in Tirol vichdusel viehseuche Frommann Mundarten 4, 344.
5.
übele laune, spleen, wodurch der geist verdunkelt wird Schmeller 1, 402.
6.
dämmerung, düsterer himmel Schmidt Westerw. idiot. 50. Schmeller 1, 402. es war ganz dussel und nacht dasz ich die gelegenheit im haus nit wust Götz v. Berlichingen 33. dann es war schon ganz dusel dasz es nacht war 84.
7.
dampf, qualm, weil er betäubt Schmeller 1, 402.
8.
staubregen, sprühregen, weil er den himmel verdüstert, in Nürnberg und Tirol Schmeller 1, 402. Frommann Mundarten 4, 344. vergl.tüsch m. leichter regen Stalder 1, 329.
9.
bodensatz, weil er unrein, trübe ist, z. b. bei einem getränke Stalder 1, 330. Tobler 148ᵇ.
Zitationshilfe
„düssel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/d%C3%BCssel>, abgerufen am 14.11.2019.

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