Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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daffet, adj.

daffet, adj.
stark, kräftig, o des edeln weisen weins, und auf mein brinnend sel, es ist nichts als daffete wein, drumb führt ein taffeten mut Fischart Garg. 102ᵃ. dann das hirn ist dem gelehrten ohne das immer voll lustiger sachen: wann nun der lustige wein darzu kompt, so werden sie doppeldaffet lustig Philander 2, 655. s. deft.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 674, Z. 10.

taffet, tafft, taft, m.

taffet, tafft, taft, m.,
früher auch tavet (L. Rem 46 vom j. 1518), tafet, taffat, daffet, mit eingeschobenem n taffent (s. unten), im 16. jahrh. entlehnt aus ital. taffetà, leichtes glattes seidenzeug, vom persischen tâfteh Diez ⁴ 313: adlasz, zendel und taffat. Germania 3, 372;
köstlich seiden gewand
von damast, seiden und daffánd.
H. Sachs 3, 9, 16;
ain langes tuech oder schlayr s. Mariae von leibfarben tafet und weiszen braiten strichen von weiszem tafet. Ernstinger raisbuch 228; sollen kein höhere seiden als tobin oder taffet zu oberröcken gebrauchen. Schöpf tirol. id. 724 (vom j. 1603); drei credentzschreiben mit roth- und grünen taffent bedeckt. Tectander reise nach Persien (1610) J 3ᵇ; seiden und sammet, daffet und atlasz hat unser nicht geschonet. Philander (1650) 1, 380; ihre kleider waren von taffat. 2, 340; ein ele taffat. Jucund. 95; taffet, taft Stieler 2246; taffet, taffent Rädlein 864ᵇ; doppelter taffet, pannus sericus spissior Aler 1870ᵇ;
(buntes feld,) das einem teppich ähnlich schien,
worauf ein schimmernd gold aus grünem tafte strahlte.
Drollinger 44;
ihr reisekleid von grauem taffet. Thümmel reise 9 (1803), 138; schwarzer taffet Göthe 11, 53, tafft 36, 257; der himmel ist wie ein hellblauer tafft von der sonne beschienen. 27, 283;
talar .. von gewässertem taft.
Voss Luise 2, 440;
(blumen) aus leinewand und altem plüsch
und dünnem taffent ausgeschnitten.
Wieland 9, 153;
(schürze) von schwarzem taffent. Immermann Münchh. 3, 282;
ein leibrock mag von taft und von glanzseide sein,
notwendig fügt sich ihm der watte stopfwerk ein.
Rückert Bostan 2, 21.
übertragen:
im frühling wird es (naturleben) sich in bunten taffend kleiden.
Mühlpforth hochzeitged. 91;
s. v. a. taffetpflaster:
diesz ist die stelle, wo mit bitterm schafte
der gott der liebe mir die brust zertheilet ...
.. solche wunden trotzen jedem tafte!
Platen 4, 100.
zusammensetzungen: taffetapfel, franz. pomme de taffetas Nemnich 3, 587.
steckt bunte taffend-fahne
zum freudenzeichen auf!
Mühlpforth hochzeitged. 14.
euer sohn ward von dem verdammten, taftgeschnitzten kerl dort verführt. Tieck ende gut, alles gut 4, 5. — taffetkappe 'ist ein von schwarzen glatten oder piccirten taffet weiter und hinten am nest eingereiheter überschlag mit langen zippeln, so vorn unter dem hals über einander geschlungen und von dem frauenzimmer über ihre fontangen, aufsätze und hauben gezogen werden' Amaranthes frauenz.-lex. 1957. — taffetkleid, vestis subserica Stieler 979, taftkleid 2246; sie trat herein in flottem taffetkleide. G. Keller Seldw.⁴ 2, 134. — taffetmacher was -weber Rädlein 864ᵇ. — taffetpapier, ein einfarbiges, auf beiden seiten gleich reines und schönes papier Jacobsson 7, 510ᵇ. — taffentpflaster, englisches pflaster ebenda. — es dauerte sie, dasz sie einem scheuen zärtlichen herzen nichts geben konnte .. als blos den herbstlichen nachflor desselben (abends), als nachgenähte seidenblume dieser freudenblume, den taftschatten eines taftschattens. J. Paul Hesp. 3, 114. — eine schwarze taffetschürze. Göthe 25, 343. — taffentspiegel oder -streifen, in gaze eingewebte seidene streifen, die wie taffet aus dem matten grunde hervorstechen und glänzen. Jacobsson 4, 364ᵇ. — taftstein, ein hellgrauer und dunkelgrünlicher, wechselweise gestreifter schieferstein 7, 510ᵇ. — taffenttritt, der fusztritt am gazestuhle, wodurch die vier stühle desselben in bewegung gesetzt und die taffentstreifen hervorgebracht werden 4, 364ᵇ. — acht elen fein tavet-tuoch, cost in Antorff fl. 10. L. Rem (vom j. 1518); von ganz- oder auch nur von halbseide gewebte taffenttücher Jacobsson 4, 365ᵃ, taffettücher Schedel waarenlex. 2, 565ᵃ. — taffetweber, textor serici multitii Aler 1870ᵇ, taftweber Ludwig 1935.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1890), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 26, Z. 31.

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Zitationshilfe
„daffet“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/daffet>, abgerufen am 02.12.2021.

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