Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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dalken

dalken,
schwerfällig, ungeschickt, kindisch reden; dann überhaupt reden, mit verächtlicher nebenbedeutung. in mundarten dolken dulken, dolkezen dulkezen Schmeller 1, 368.
secht, do sprach sunder tolken (kräftig, ohne innezuhalten)
in harte wîslîchem sîn
Pêtrus der furste under in
Passional 114, 27 Hahn.
daz wir sunder tolken
wol mit allen volken
reden mugen und in sagen
296, 81.
er ist ein kint, daz ist wâr,
niht elter danne fünf jâr
er kan niht gar wol reden noch:
er tolket als ein kint
Apollon. 4704.
und zeuget sich dessen an herrn Donyn hier gegenwärtig, der ein solches zwischen beiden herrn hat gedalket Schütz Beschreibung von Preuszen 111. er hat dalkzet und die wort übereinander geworfen wie ein garnhaspel Abraham a S. Clara. so lang s' deutsch redt, so stoszt s' mit keiner zungen an, aber sobald s' französisch redt, so dalkt s' Epildauer briefe. Das niederd. tolken, vertolken, nord. tûlka, schwed. tolka, dän. tolke heiszt auslegen, erklären, und im mhd. begegnet das subst. tolke, tolk interpres, niederl. schwed. und dän. tolk, nord. tûlkr, vergl. engl. talk.
nu schowet an die minne
des himelischen tolkes
Passional 210, 49. H.
als ein getreuer tolke
der meister predigte von gote
294, 10.
mit harte wîser kêre
was er gegen dem volke
an predigat ein tolke
98, 25 Köpke.
unsers herren tolke
was er mit witzen genuoc
356, 90.
und dâ mite ouch irreten
den reinen gotes tolken
526, 27.
den sin der heidenischen trucht
vernam man dâ wol âne tolk
Jeroschin s. 233.
hier fällt der nebenbegriff des verächtlichen ganz weg, tritt aber in verdalken durch ungeschicklichkeit verderben, in dalk daͦlk, spottname eines dummen ungeschickten menschen in Baiern und Östreich (Schmeller 1, 368. Castelli 104) hervor, ebenso in talk geschwätz Brem. wörterb. 5, 8. Ursprünglich scheint dalken so viel als schwerflüssig sein wie eine zähe materie, bildlich heiszt es daher mühsam oder schwerfällig reden, sich ungeschickt benehmen, dann ausführlich und umständlich erklären.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 699, Z. 4.

dalket, talkig, adj.

dalket talkig, adj.
in den bedeutungen von dalken
1.
klebrig, teigig, zähe, Schmeller 1, 368. Schmidt 119 ein talkiger kuchen der nicht aufgegangen, nicht ausgebacken ist.
2.
schwerfällig in beziehung auf die sprache. auch sei dermalen seine zung gar zu schwär und dalket Abraham a. S. Clara. vielleicht ist aber das (französische) so ein dalkete sprach Epildauer briefe.
3.
dumm, ungeschickt, gemein. dasz mer enk (euch) sagt dasz es (ihr) dalkete beckermenscher seid Joach. Schwabe Tintenfäszl 11. wir wolten gern maniksmal enk zu gfallen dalketer schribn, dasz es (ihr) uns capirn künt das. o du dalketer beckernandel, wie kanst so narret in tag eini redn 13. dasz es (ihr) nit so wie datschete und dalkete beckerpeterl enk ziern thuet 55.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 699, Z. 62.

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Zitationshilfe
„dalken“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/dalken>, abgerufen am 27.10.2021.

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