Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

dank, m.

dank, m.
goth. thanks, ahd. dank (Graff 5, 167), mhd. danc, altsächs. thanc, altfries. angels. thanc thonc, engl. thank, niederl. dank, altnord. þakir pl., schwed. dän. thack, gehört zu dem verlornen stamm dinke danc dunken, der eine thätigkeit des geistes, eine bewegung und erhebung der seele ausdrückt: dahin weisen alle davon abstammenden wörter wie andacht, gedanke, bedünken.
1.
bei Benecke 1, 351 einige stellen, wo danc für gedanc steht: dazu
hât ab mich mîn tumber danc
an steln od an deheinen kranc
verleitet gegen der frowen mîn,
bot, daz sol verswigen sîn
und niht ze mære werden brâht,
wan ich sîn weiz got nie gedâht.
mir wær der danke alze vil
Lichtenstein 51, 7.
er tet ouch got niht mêre
denne als die jüden tuont:
sîn danc im ûf den pfenninc stuont
Liedersaal 3. 352, 14.
ein beispiel aus dem 15ten jahrhundert,
so dunkt si (die frau) mich so schwach und krank,
und kumpt mir dan in meinen dank,
und denk mir dan 'lasz nun davon'
Fastnachtsp. 322, 26.
noch im 16ten und 17ten jahrh. kommt dank in dieser bedeutung vor, nur im pl. mit der spätern schwachen form.
die nacht het er manchen dank
Theuerd. 68, 26.
vergrab dein danken in die erden
Waldis Äsop 171ᵇ.
mit solchen lecherlichen bossen
thut sich oft mancher selb betriegen,
sein eigen danken läszt vorliegen
250.
o herzliebe tochter, auszschlag
solch danken ausz dem herzen dein
H. Sachs 4. 3, 14ᵃ.
bat noch ein wenig zu verziehen
und wuchsen im vil seltsam danken.
Wolgemut 1, 145.
(die einsiedler) wolten got dienen in der wildnüs
ausz dem sie machten ihn (sich) ein bildnüs,
wie ihn ihr eigen danken malt,
so must er gewinnen ein gestalt
2, 378.
2.
im mhd., zumal in verbindung mit einigen präpositionen heiszt es häufig wille, absicht, was man kaum als eine abgeleitete bedeutung betrachten kann: wille liegl dem begriff von gedanke nahe, wie das lateinische cogitatio auch entschlusz heiszt. âne mînen danc gegen meinen willen und adverbialisch mînes, sînes dankes oder blosz dankes freiwillig, im gegensatz undankes. jenes erscheint noch im 15ten und 16ten jahrh. nicht selten, späterhin vereinzelt,
die drei pösen weib nemen das vich (vieh) an (ohne) meinen dank
Fastnachtsp. 491, 23.
dasz sie (die welt) sich ihres ruhms beraubt am jüngsten tag und mir denselben lassen musz ohn ihren dank Luther 6, 57ᵇ. da (vor gottes gericht) soll sie (die welt) ohn ihren dank ihr eigen lästermaul lügen strafen und verdammen 6, 62ᵇ. dasz er ohn aller welt dank errettet sei worden 6, 249ᵃ. also dasz nicht allzeit die heiden musten die christen fressen, wie sie wollten, sondern ohn ihren dank musten sie leben lassen das. ich sahe ihn in zwölf tagen nie und wil ihn auch forthin nimmermehr sehen, es geschehe denn ohn dank; mir ist wol so viel unmuts und leids von seinetwegen entstanden Buch der liebe 89.
wenn ein böser thut gut aus zwang,
so thut ers doch ohn seinen dank
Wolgemut 2, 342.
er hat es im brand ohn seinen dank verloren Script. rer. Brunsw. 490. die stände machten sich jetzo das concept es könne jemand durch sie allein und ohne des königs dank herzog werden Hahn Reichshist. 2, 15. sprichwörter, es sind viele mit unwillen fromm und ohne ihren dank. man kann einem ohne seinen dank nichts geben: man kann einem ohne seinen dank wol etwas nehmen Henisch 644.
es ist keiner krank,
es ist ohn sein dank
das.
In gleicher bedeutung gebrauchte die ältere sprache über danc (Benecke 1, 353), was noch im 15ten und 16ten jahrh. erscheint.
sie hat mirs über dank aufgeseilt
Fastnachtsp. 235, 4.
des schemet er sich über dank
Ring 3ᵃ, 20.
aber der leidige teufel, der unruhige geist, da er über seinen dank die christen mit verfolgung muste zufrieden lassen Mathesius 86ᵇ.
und hast des aus vernunft bezwang,
gott ewig glauben über dank
Schwarzenberg 154, 2ᵇ.
auch wider kommt seit dem 16ten jahrh. vor,
der herschaft dienet ich mit zwang,
thät alles wider meinen dank unlustig, mit widerwillen.
Ringwald tE. Fviᵇ.
oder kömmst wider deinen dank
mit leuten etwa in ein zank
lW. 60.
kein mann ist mir mein leben lang
herein kommen wider meinen dank
Ayrer Theat. 2, 282ᵃ.
das er must wider seinen dank
all was er hätt sein ganzes leben
geraubt den leuten widergeben
Waldis Äsop 148ᵇ.
wider deinen dank te invito Stieler 278. wider meinen dank und willen Ehe eines weibes 71. muste sie (die schöne tochter) wider des henkers dank die gräulichste sau von der welt heiszen 242. sie behauptete wider des henkers dank dasz das angebinde von ihnen käme C. F. Weisze. muste ich ihm widers teufels dank eine andere gans verschaffen Jucundiss. 131. doch maintenierten sich einige auch wider des königs dank Hahn Reichshist. 1, 290. die sittlichen antriebe, die uns wider den dank des eigennutzes fortreiszen Kant 3, 67. Bei gegen führt es Henisch an, thue niemand freundschaft gegen seinen dank 640. die ältere sprache sagte auch sunder, under sînen danc. Im gegensatz mit deinem dank te volente Henisch 640, wie in der älteren sprache mit sînemo danke ze habênne Graff 5, 167. Benecke 1, 352.
3)
besonders hervorzuheben ist ohne dank, wenn es heiszt 'ohne dasz es gerne angenommen wird', ohne anerkennung, erwiderung.
diu liet ich ûf dem wege sanc
von mîner frowen âne danc
Lichtenstein 131, 30.
ach, lieber gott,
grosz ist der spott,
wer ohne dank (gegenliebe) thut lieben
Ayrer 416.
lieb haben ohne dank
macht einem die zeit lang
Henisch 644.
nahm seine beide gesellen zu hülf und risz dem tropfen wider seinen dank und willen einen zahn aus Simpliciss. 1055 Keller. ebenso mit dank, verhoff diesen meinen dienst werden auch etlich gelehrte zu gut mit dank (wolgefallen) annehmen Frank Weltb. 213ᵇ. doch musz ich gleichwol bekennen dasz auch an verachtung der poeterei diejenigen nicht wenig schuld tragen, welche ohn allen dank (ohne dasz jemand sie dafür anerkennen will) poeten sein wollen Opitz Poeterei 7.
4.
sodann bezeichnet es das gefühl der verpflichtung für eine erwiesene güte, wolthat und die daraus entspringende geneigtheit, gratia. mit dank (grato animo) zurückgeben. einem zu dank sich verpflichtet fühlen. es ist da kein dank zu holen, man bekommt schlechten dank dafür es wird nicht gut und freundlich aufgenommen. der dank den du hast, ist nicht das wort, aber das wort ist das ende des gedanks Keisersberg. der dank würt gemindert, wan einer einem etwas verheiszt und im das leistet, so hat er im solchs nit als für ein groszen dank als het er im das unverheiszen geben, darumb wiltu ein dank gegen eim verdienen, so gib im daz du im schüldig bist, bald und unverheiszen Sünden des munds 65ᵃ. dank verdienen inire gratiam, gott selbst kann mit der sonne, ja mit himmel und erde und mit seines sohnes tod keinen dank verdienen bei der welt Henisch 641. es ist kein dank darbei si quid benefacias, levior pluma est gratia Schönsleder K 2.
straft gott missethat zu aller stund,
so würkt man tugend mehr durch zwang
dann aus der lieb, das wär kein dank kein wahres gefühl.
Schwarzenberg 158, 1ᵇ.
dank sind dankbare gedanken.
Moscherosch Christl. vermächtnus (1643) 179.
für grosze wolthat wenig dank
läszt hinter ihm nachred und stank
Henisch 644.
nach empfangener wolthat ist der dank im herzen bald erkaltet das. unzeitige wolthat hat weder dank noch gnad das. wer die meiste arbeit thut, der hat den wenigsten dank in der welt das. wer einem wolthut umb seines eigennutzes willen, dem ist man keinen groszen dank schuldig das.
wie viel dank
bin ich für diese neuigkeit euch schuldig
Schiller.
wie man gottlob! sagt, wenn ein drohendes ereignis glücklich vorüber gegangen ist, so auch gott sei dank! gott aber sei dank, der uns den sieg gegeben hat 1 Cor. 15, 57 und 2 Cor. 8, 16. dem himmel sei dank! ich denke ihr den verdacht benommen zu haben C. F. Weisze.
gott sei ewig dank
dasz ihr doch endlich einmal wiederkommt
Lessing 2, 190.
und schwatzte von der thorheit des heiratstiftens, wobei des danks so wenig, des undanks so viel zu gewinnen stehe Engel Lor. Stark c. 33. gott sei dank! stärken ihn alle heiligen dasz er sein bestes thut: der ist allein was vermögend Göthe 8, 242. neben diesen dunkeln schatten und diesem schwarzen die grüne saat bedrohenden gewölk fehlt es aber, gott sei dank, nicht an heiterem sonnenlicht und jenem lichten gewölk voll zeichen des heils von oben Lücke Einleitung in die offenbarung Johannis xiii. endlich eine feine unterscheidung, ich pflege einen unterschied zu machen zwischen nichtdankbarkeit, undank und widerwillen gegen den dank Göthe 25, 309. sprichwörter, besser mit wahrheit undank, dann mit falsch dank Henisch 644. mit dank verdient man dank das. wolthat ohne dank ist essen ohne dank das. 648. wer wolthat sät, der erntet dank das. gestank (contumelia) für dank Stieler 278. langsam gewären verleurt den dank gratia quae tarda est, ingrata est gratia. das.
5.
einem dank haben heiszt nicht dank erweisen, sondern sich ihm verpflichtet fühlen, aber dank hab dem weihwasser Fischart Bienenk. 43ᵇ.
anstatt mir dank zu haben,
gab er mir ein geschenk
Opitz 2, 145.
du hast ganz gewis mir dank
Göthe 11, 149.
die ältere sprache kennt diese redensart nicht, bei ihr heiszt ich habe des dank ich werde dafür belohnt,
sô hân ichs doch vil hôhen danc
Walther 62, 24.
und so sagt Wolgemut
er geht dennoch stäts seinen gang,
solt ers auch haben keinen dank
2, 249.
sie gebraucht aber gleichbedeutend einem danc wizzen mit dem genit. der sache, des weiz iu got danc nimmt es gnädig an (Graff 5, 167. Benecke 1, 353),
des wiszt er im gar keinen dank
Waldis Äsop 130ᵃ.
was neben dank haben noch fortdauert, ich weisz dir dessen keinen dank Frisch 1, 183, doch der in dieser stellung überhaupt verschwindende genit. wird hernach umgangen oder weggelassen. ich weisz allen freunden die mir zu dieser heirat geraten haben, schlechten dank Chr. F. Weisze. die fürsten werden dir dank wissen Göthe 8, 141. müsten nicht fürsten und herrn ihm dank wissen? 8, 145. einem etwas dank wissen gratiam habere alicui Henisch 642. Stieler 278, und diesen tadelnswerthen accusativ gebraucht auch Lessing, Sie sollten mir es noch dank wissen 2, 400. wer wird ihm diese kleine üppigkeit nicht vielmehr dank wissen 6, 478. sprichwort,
wo ich asz und nicht trank,
da weisz ich keinen dank bin ich unbefriedigt
Simrock 1479.
6.
zu danke bei thun, machen, nehmen und andern zeitwörtern heiszt es zur zufriedenheit,
ez ist mir wol ze danke (es ist mir lieb)
daz ich iwer sprâche hân vernomen
Amis 1636.
die alte sprache gebrauchte in gleichem sinn daz ist, daz wirdet mir endanke Benecke 1, 354ᵇ. zu dank nehmen aequo animo recipere Henisch 604, das haben ihr gnaden persönlichen zu gnädigen dank (wolgefallen) angenommen Bair. landtagsverhandl. von 1514 s. 171.
der held dasselb zuͦ dank nam an
Theuerd. 86, 10.
ich nehme es zu danke an Chr. Weise Isaacs opfer 21. Zweifache poetenzunft 10. gehorchet Hiskia nicht, thut mir zu danke und geht zu mir er aus (heraus) so solt ir ein iglilicher von seinem weinstock und von seinem feigenbaum essen und aus seinem brun trinken Jes. 36, 16. und wers zu dank annimpt, dem bringts fromen Sirach 20, 3. es kartet sich seltsam, der ein hebt ihn ausz dem tauf, der ander zu dank ins grab Fischart Garg. 110ᵇ. wer kann allen menschen zu dank thun? Henisch 641. einem etwas zu dank thun amice agere Stieler 278. da ich Ihre gewissenszweifel Ihnen nicht zu danke beantworten kann Thümmel Reise 3, 252.
schenk ich meinem herrn zu danke,
nun so küszt er mir die stirne
Göthe 5, 211.
ein mensch der nie mit sich selbst zufrieden ist und dem es daher niemand zu danke machen kann 16, 93. wenn ich es ihm zu danke gemacht hatte, war ich zufrieden 19, 101. dasz er es andern völkerschaften, so wie manchem individuum nicht zu danke machen wird 46, 236. der empfänger des betrags einer quittung setzt darunter zu dank bezahlt erhalten. für einen schlag, welcher mir vor dem kriege mit fünfhundert thalern zu allem danke (willig und gern) bezahlt wurde, erhalte ich jetzt kaum die hälfte Möser Phantas. 1, 209.
7.
verschieden von einem dank haben ist die redensart habe dank, sie heiszt 'nimm dank an, empfange dank, sei bedankt': sie drückt auch zufriedenheit mit einer handlung, ein lob derselben aus,
edel rîter Gunther, des schuzzes habe danc der schusz war gut.
Nibel. 434, 2.
der danne jage beste der sol des haben danc
874, 3.
weitere beispiele bei Benecke 1, 353.
hab dank, liebes zartes gold
Fastnachtsp. 402, 5.
hab dank, mein lieber knecht
443, 30.
hab immer dank, mein Sathanas,
dasz du hast zupracht das
505, 32.
so hilft zu zeiten der vater dem kinde, so es dem schulmeister die tafeln an den kopf erschlagen hat (als Plautus schreibt), und die klag fur den vater kumpt, spricht der vater 'hab dank, mein lieber son, so du dich weist zu weren' Albrecht v. Eybe 10ᵃ.
erlöser, habe dank
Fleming 15.
ironisch, man klaget auch es werde niemand mehr alt, dank hab wir (uns verdankt man es, dasz das leben bald zu ende geht, wir sind die ursache) dasz wir mehr wein verderben dann unser vorfahren haben ausgetrunken, und fressen wie die säu, führen ein ganz unordenlich wesen S. Frank Trunkenheit 103ᵃ. gaucklerisch nemt so für gut, betlerisch dank habt Fischart Garg. 33ᵇ. dank haben ewer gnaden! 221ᵇ. 224ᵇ.
dank hab der dieb, er läszt sein stelen.
Wolgemut Esopus 2, 296.
dank hab, Stähler. Stillings Jugend 1, 5. habe dank der guten zeitung Lessing.
hab dank natur, ich fühle
in meinen sehnen jünglingskraft
Schiller 305ᵇ.
o höchste allmacht, habe dank, dank, dank,
dasz du mir endlich rettung, rache sendest
671ᵃ.
mit deutlicher ironie weist man auch geradezu etwas damit zurück, dank hab tibi ipsi imputes, tuum factum puta Stieler 278. dann heiszt es mit leeren worten sich abfinden, wenn man mit der that seine dankbarkeit beweisen soll, der lohn ist krank, wo man sagt 'hab dank' Henisch 641. kommen si darüber gemeinlich in zeitlich und ewiges verderben als letztes dankhab Butschky Kanzlei 500. vergl. die substantiva dankhab, habedank.
8.
schon in den beiden zuletzt angeführten stellen ist das wort in die objective bedeutung von lohn, merces übergegangen, so sagt man auch ist das der dank für meine treue? oder ironisch, das ist mein dank dafür so schlecht bin ich belohnt worden. und wenn ir leihet von denen ir hoffet zu nehmen, was danks habt ihr davon? denn die sünder leihen den sündern auch, auf dasz sie gleiches wider nehmen Luc. 6, 34. so er aber sähe dasz er domit kleinen dank und nichts anderes dann neid und hasz erlangt, stünd sein gemüt (so fern es der gemein ein gefallen wär) der königlichen würd abzutreten Livius von Schöfferlin 17.
wer im dient der hat teufels dank
Waldis Äsop 130ᵇ.
man sagt was man den frembden hunden
zu gut thut und den frembden kinden,
das wirt mit unflat und mit stank
bezalt, denn solchs ist der welt dank
160ᵃ.
'ist das der dank (wie sichs gebürt)
der für die höchst wolthat gehört,
den frommen menschen dafür ztödten,
der einem hilft ausz all seinen nöthen?'
'ja, sprach das thier, das ist der dank:
gott geb du machsts kurz oder lang
und wirst bei allen menschenkinden
jetzt in der welt kein andern finden'
Wolgemut 1, 140.
damit erlangen kleinen dank
2, 324.
das ist eben des teufels dank Wickram Rollwagen 81. gute rathschläge müssen endlich auch ihren ruhm und dank auch überkommen Henisch 244. des teufels dank ist der welt lohn das. so auch des henkers dank. da, freund, das ist der dank den man am hofe gibt C. F. Weisze.
und rathet welchen dank der sieger heut erhält,
nichts kleiners, herr, als Hüons land und lehen
Wieland.
und in der hohen häupter span und streit
sich unberufen vielgeschäftig drängen,
bringt wenig dank und öftere gefahr
Schiller.
wenn sie dank erwarten, gehen Sie zum könig
244ᵃ.
9.
noch schärfer scheidet sich die bedeutung von lohn ab, wenn dank den preis bei einem wettstreite bezeichnet.
ir habt mit tanzen das pest gethan.
die frauen geben euch den dank
Fastnachtsp. 717, 27.
den dank des schnellen laufes
Weckherlin 75.
jede wuste dasz man der schönheit dank
ihr liefern sollte
ders.
ihr wisset dasz zwar ihrer viel
in schranken laufen an das ziel,
doch einem, der zuerste kömmt,
ist einig (allein) nur der dank bestimmt
Opitz.
meist bedeutet es dann kampfpreis, brabeum, auch in uneigentlichem sinn. und was in zwenzig und hundert streiten und schlachten von der Römer wegen gewesen, darin er vierzig und fünf wunden empfangen und manchen dank erworben hett Livius von Schöfferlin 45. in dem streit erwarb Decius für all Römer den höchsten dank 71.
welchen dank wol könnten die edeln Achaier dir reichen?
Bürger.
bei turnieren war es der feststehende ausdruck, wo auch der plur. dänke vorkommt. man hat bei dem tanz des beilagers zwölf dänke des turniers ausgetheilt, nemlich vier fürstendänke und vier gesellendänke Menken Script. rer. sax. 2, 2155. er (Reinhart) wird den dank im rennen noch heute gewinnen Aimon K iiij. graf Ludwig von Eberstein unter den vier vornehmsten danken den dritten dank verdient hat Micrälius 2, 178.
wie es dem herren dan im ritterspiel gelungen,
dasz er den besten dank und preisz oft hat errungen.
Rompler 111.
wer andere wafen führt (als das christenkreuz), der hat den sig verloren,
kriegt keinen dank noch lohn
151.
mit spiesz und schwert in dem turnier
voll schweisz und stolz dem dank nachstreben.
Weckherlin 573.
die dänke, da man mit denselben will belegen
der überwinder wird, die sein ein schild und degen.
Dietr. v. d. Werder Ariost 18, 94, 5.
und keiner war, der ihnen wehren mochte
den dank davon zu tragen
Wieland 18, 28.
den dank des turneis zu gewinnen
18, 30.
(dein vater) trug über meinen einst bei einem offnen rennen
den dank davon
22, 23.
und zitternd reicht sie ihm den dank
Alxinger.
da schallt ihm (dem ritter) sein lob aus jedem munde,
aber mit zärtlichem liebesblick
(er verheiszt ihm sein nahes glück)
empfängt ihn fräulein Kunigunde.
und er wirft ihr den handschuh ins gesicht,
'den dank, dame, begehr ich nicht'.
und verläszt sie zur selben stunde
Schiller 70ᵇ.
10.
gratiarum actio, der ausdruck des gefühls durch worte oder handlungen: so dank sagen, singen, geben, abstatten, erweisen.
das sie uns des groszen dank sagen
Fastnachtsp. 343, 11.
des sagt sie mir mit fluchen dank
729, 20. 737, 32.
darümb man eer und dank müg jehen
653, 9.
es ist nichts in uns, damit wir uns basz mügen uben und got wol gefallen dan damit, das wir die laster die in uns stecken, würgen und got dank sagen Keisersb. Sünden des munds 84ᵃ dank anheben zum gebet Neh. 11, 17. dir gebürt die majestät und gewalt, herrlichkeit, sieg und dank 1 Chron. 30, 11. zun zeiten David und Assaph ward gestiftet dank zu gott lobgesang. 12, 46. ich wil den namen gottes loben mit einem lied und wil ihn hoch ehren mit dank Psalm 69, 31. anbetung sei dein dank Ramler. mein letzter athemzug sei dank Seume. jeder aufschlag eurer augen ist andacht und dank Tieck. saget dank allezeit für alles gott und dem vater Ephes. 5, 20.
und groszen dank dem fato sag
Fuchs Mückenkrieg 1, 590.
dem herrn ich des will mein lebtagen
um sein gerechtigkeit dank sagen.
Paul Melissus Psalme C 3ᵃ.
sagten gott darumb lob und dank
H. Sachs 4. 3, 81ᵈ.
gebet groszen herzensdank
Logau 3. 249, 179.
ich pfände dir mich ein,
zu sagen werthen dank
Fleming 17.
wahrlich, Sie setzen mich wegen eines dankes in verlegenheit Lessing 2, 143.
hört ihr, singen ihr (der sonne) nicht alle
fluren, alle wälder dank?
ihr nur schnattert das gefieder
von den teichen dank empor
Bürger 115ᵇ.
in dem höflichkeitsstil des 17 jahrh. war schuldigen, dienstlichen, freundlichen, demütigen dank sagen beliebt; s. Stieler 278. jetzt ist es ziemlich auszer gebrauch gekommen, doch sagt man meinen ergebensten, gehorsamsten, besten, schönsten, herzlichen, innigen, tiefgefühlten dank.
mit freuden will ich dir
des dankes opfer bringen
Kirchenlied.
den persönlichen dank behalt ich mir vor Engel Lorenz Stark c. 30.
so hab ich euch denn schon den dank,
den ich gedacht, erwiesen
Göthe 3, 74.
laszt doch ihr narren, doch die freude
dem weisen der sich weise hält,
dasz er ein narr wie ihr vergeude
den abgeschmackten dank der welt
5, 108.
dasz die nachbarn mit recht einen groszen dank und einen guten schlaftrunk fordern können 11, 113.
ein quentchen danks wird hoch ihn zu vergnügen
die zentner undanks völlig überwiegen
41, 162.
sage, mutter, bist dus eben,
meinen dank noch zu empfahn,
was du für des jünglings leben
mit dem gatten einst gethan?
41, 298.
nicht dank und grusz!
nicht grusz und dank!
als brächten wir
dem herrn gestank
41, 304.
im namen aller sei dir tiefster dank gebracht 42, 292.
und altar des lieblichsten dankes
wird ihm des gefürchteten gipfels
schneebehangner scheitel
ders.
vater, meinen heiszesten dank für Ihre herzliche meinung Schiller 187ᵇ.
eurer hoheit unterthängen dank
für das bewuste abzutragen
258ᵃ.
sprichwörter bei Henisch 641, von dank starb des henkers katze, man dankte ihr, gab ihr aber nichts zu fressen. er hat den dank schon gegessen denkt der wolthat nicht mehr. umb dank dient keiner er verlangt mehr. was einer thun musz, da sagt man ihm keinen dank umb 644. wie grusz so dank Stieler 277. bei Simrock,
von leerem dank
wird die küche mank
1494.
was du nicht mit gelde bezahlen kannst, bezahle wenigstens mit dank 1495. später dank, schlechter dank 1496.
11.
elliptisch, auf einen grusz, ein geschenk erwidert man dank, groszen, schönen dank, tausend dank.
'grüsz dich, jungfrau.' 'dank der ehre'
Göthe 1, 251.
Th. guten tag, mein kind. Bät. groszen dank, wär ihm was lieb?' 11, 16? gute freunde, tausend dank 11, 13.
Stauf. ihr seid mein gast zu Schwyz, ich in Lucern der eure.
Pfeifer. viel dank! musz heute Gersau noch erreichen.
Schiller 519ᵃ.
jetzt mein vater wieder,
jetzt wieder mein, und meinen besten dank
für diese gnade
254ᵇ.
o dank, dank diesen freundlich grünen bäumen,
die meines kerkers mauern mir verstecken
425ᵃ.
ironisch verneint man auch damit, wollt ihr mir das schenken? groszen dank ich will nicht.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 727, Z. 51.

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Zitationshilfe
„dank“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/dank>, abgerufen am 04.12.2021.

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