Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

dankbarkeit, f.

dankbarkeit, f.
so viel als dank, insofern er das gefühl der verpflichtung bezeichnet, gratitudo, pietas. minderung der dankbarkeit Keisersb. Sünden des munds 65ᵃ. das nehmen wir an allewege und allenthalben mit aller dankbarkeit Apostelgesch. 24, 3. verliert der client, fordern sie dannoch die besoldung. wann der cliens witzig, gibt er ihnen zur dankbarkeit nichts Schuppius 407. dankbarkeit ist die verehrung einer person wegen der uns erwiesenen wolthat Kant 5, 292. dankbarkeit ist eigentlich nicht gegenliebe des verpflichteten gegen den wolthäter, sondern achtung vor demselben. in der dankbarkeit steht der verpflichtete um eine stufe niedriger als sein wolthäter 296.
denn meine dankbarkeit vollgültig zu erproben
hab ich euch ganz zunächst der majestät erhoben.
Göthe 41, 292.
laszt es euch nicht leid thun
dasz meine dankbarkeit den flor der nacht
entlehnen musz
Schiller.
die dankbarkeit ergeht nicht in des handelns schranken,
die dankbarkeit besteht, das wort sagts, im gedanken.
Rückert Lehrgedicht 6, 51.
dienst und dankbarkeit steht formelhaft, kinder und freigelassene, welche ihm zu dienst und dankbarkeit verpflichtet waren Möser 1, 61. sprichwort,
wer nicht beweiset dankbarkeit,
ist wie ein brunnen der ohn wasser steit
Henisch 641.
dankbarkeit gefällt,
undank haszt die welt
Simrock 1492.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 733, Z. 75.

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Zitationshilfe
„dankbarkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/dankbarkeit>, abgerufen am 03.12.2021.

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