Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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danken

danken,
ahd. dankôn, mhd. danken, alts. thancôn, angels. þancjan, engl. to thank, nord. þaka, schwed. tacka, dän. tacke, gratias agere. s. dank.
1.
in biblischen stellen hat es zuweilen die bedeutung von lobpreisen, benedicere domino, die schon im althd. vorkommt, ir heiligen, lobsinget dem herrn, danket und preiset seine heiligkeit Psalm 30, 5. Jesus nahm die fünf brot und zween fische, und sah auf gen himmel und danket und brachs Matth. 14, 19. da sie aber aszen, nam Jesus das brot, danket und brachs 26, 26. man sagt auch in diesem sinne gott sei gedankt.
2.
in allgemeinerm sinn heiszt es das gefühl der verpflichtung haben und es kund geben, ich grüszte, er dankte gab den grusz zurück, resalutavit, sei es mit worten, oder durch ein zeichen mit der hand, mit einer verbeugung, durch abnehmen des huts. höflichkeitsformel, setzt euch, bürger Martin. 'danke schön' Göthe 14, 291. auch blosz danke. die person der man dankt steht im dativ.
got helf mir daz mîn herre gesige
und ich des geholfen hab,
daz er mir danke in das grab (bei meinem tod).
Helbling 7, 917.
so dir jemand begegnet, so grüsze ihn nicht: und grüszet dich jemand, so danke ihm nicht 2 Kön. 4, 29. ich danke dir, herr mein gott, von ganzem herzen Psalm 86, 12. 111, 12. werden die verstorbene aufstehen und dir danken? 88, 11. man pflegt allen wolthaten mit dem teufel zu danken sich undankbar zu erweisen Henisch 640.
denn je du weiter bist von mir,
dest mehr hab ich zu danken dir
Wolgemut 2, 314.
danken kompt von denken her.
wer die gutthat hat vergessen,
nicht erwogen noch ermessen,
dankt dem herren nimmermehr.
Moscherosch Christl. vermächtnus (1643) 179.
nun einem engel, was für dienste, was
für grosze dienste könnt ihr dem wol thun?
ihr könnt ihm danken
Lessing 2, 203.
niemand braucht ich zu danken als ihm
Göthe 1, 357.
gott grüsz euch, sehr edler herr. Götz. gott dank euch 8, 146. danken Sie gott, nun wärs abgebüszt 21, 172.
3.
wird der gegenstand des dankes ausgedrückt, so gebraucht das ahd. und mhd. den genit. z. b. des gruoʒes danken Graff 5, 171. Gramm. 4, 670. auch im 15ten und 16ten jahrh. ist dieser genitiv gewöhnlich,
ich dank euch gern eurer tat
Fastnachtsp. 450, 1.
danket got der groszen genad
Theuerd. 48, 103.
ich danke euch euer neuen zeitungen Luther br. 2, 666. erstlich mügen wir niemand auf erden danken solches unrechts und aufruhrs denn euch fürsten und herren 3, 114. ich danke euers dienstes in den neuen zeitungen 3, 137. ich danke euch auch freundlich euers theuern und treuen geschenks 3, 150. ich danke der guten unterrichtung 3, 360ᵇ. dankt ihm seiner gaben Ringwald gL. 92. des dankt ihm 94. ich dank dir deiner wunderlichen thaten 144.
das schaf im dankt weiser lehr
H. Sachs 2. 4, 49ᵈ.
ich danke dir deiner weiblichen trew
3. 2, 107ᵃ.
damit er im der ehren dank (danke)
Fuchs Mückenkr. 2, 335.
welchem wir neben andern auch dessen zu danken haben Tabernaemontanus Kräuterbuch 22. beispiele aus dem 17ten jahrh., der teufel dankt ihm der wolthat Henisch 640. herr Jesu, ich in dir, du in mir, des dank ich dir Schuppius 209.
ihm danket seiner gaben
Spee Trutznachtigall 140. 145.
dasz man seiner güte herzlich immer danken soll.
Logau 3, 152, 88.
selten im 18ten jahrh.
des danket gott in ewigkeit
Hanöv. gesangbuch nr. 68. v. 6.
die von dem herrn ir brot
in ihrer stirne schweisz empfahn und ihm
des segens danken
Klopstock 9, 165.
4.
das ahd. kennt nur die construction mit dem genit., das mhd. verwendet schon daneben die präpos. umbe, durch (Benecke 1, 356). um dauert noch im 16ten jahrh. fort, ich danke dem herrn umb seiner gerechtigkeit willen Psalm 7, 18. die sollen dem herrn danken umb seine güte und umb seine wunder, die er an den menschenkindern thut 107, 8. 15. 21. 31. darumb so wollen wir nu auch gott umb solche grosze gnad danken Luther 8, 275ᵇ. doch zeigt sich auch schon die präpos. für, die bösen buben die nicht danken fur die wolthat Sirach 12, 3. niemand dankt mir fur meine wolthat 20, 17. was sollte ich denn verlästert werden über dem, dafur ich danke 1 Cor. 10, 30. im 17ten jahrh. erscheint noch um, allwo ich gott um meine bekehrung dankte Simpliciss. 453,
leiden und noch drumb danken
macht zu hof langsam kranken
Henisch 645.
aber für ist überwiegend, so bei Henisch 644. 645 folgende stellen, fromme leut danken auch für geringe gaben. danke gott darfür. dank gott mit rechter begier für was er schenkt. das ist der menschen sitt, für gutthat dankt man nicht. vom 18ten jahrh. ist nur für im gebrauch, ich reichte ihm den ring, er dankte dafür. er dankte für das empfangene, er dankte für alles. danken wir gott davor Göthe 42, 140. befremdlich lautet über dies wunder gott danken Klinger Theat. 3, 160. bei dieser bedeutung von danken erlauben sich einige seit dem 17ten jahrh. den acc., der auch bei dank wissen vorkommt, aber keine nachahmung verdient. wie wilt du die grosze güte des herrn genug danken Olearius Rosenthal 2, 18.
mit lautem händeklatschen,
o künstler, dankte dir der saal
dein zauberspiel
Voss.
du wirst die gabe mit entzücken mir danken, die du jetzt verschmähst Wieland 26, 60.
er dankt dem himmel das
was ihm genugsam ist
31, 366.
gott seis gedankt: nicht wir sind todt.
Göthe 2, 221.
gute nacht. 'dank's! angenehme ruh!' 7, 61.
dies dankt euch eure ewigkeit
und ein erhabner lohn in euerm herzen
Schiller 25.ᵇ
das hätte
ich unaussprechlich dir gedankt
298ᵇ.
ohnehin dankt niemand den aufwand und die mühe Schiller an Göthe 214.
5.
vergelten, lohnen, gott danke dir, ich vermag es nicht. ich habe ihm gutes gethan, er hat mir schlecht gedankt übel gelohnt. als verwünschung, das danke dir der teufel! das danke dir der henker! man sagt in Hessen das danke dir Herodes! wenn jemand gethan hat, wozu er ohnehin verpflichtet war, wo kein dank nötig ist. will man sich milder ausdrücken, das danke ihm ein spitz hölzlein. danks ihm ein spitz holz Göthe 42, 4.
dem suln die miuse danken
Renner 22209.
und wurden mir des mit fluchen danken.
Fastnachtsp. 759, 9.
ei des musz dir der teufel danken!
H. Sachs 4. 3, 23ᵇ.
der ritt (das fieber) dank ims
5, 2. 245ᵈ.
und solle im der teufel darzu danken.
Philander lugd. 5, 293.
6.
verdanken, debere im guten und bösen sinn, mit dem dat. der person und dem acc. der sache, der hier an seiner stelle ist. dir danke ich diese lust. ihm danke ich mein ganzes unglück. ich danke es seiner arznei, dasz ich wieder gesund bin Gellert.
wem danke ich dies leben
dies bessere leben?
wem dank ich den sohn?
Ramler.
ihm (meinem vater) dem ich mein leben danke.
Gotter 1, 429.
dir, schwester, dank ich meinen fall, du gabest mich
dem feinde preis
Schiller 44ᵃ.
am häufigsten einem etwas zu danken haben acceptum referre alicui aliquid. ich war schon achtzehn jahre alt, eh ich denjenigen kannte, dem ich mein dasein zu danken habe Wieland 2, 3. dasz ich nie erfahren können wem ich das leben zu danken hätte 2, 75. die glückseligkeit, welche eins dem andern zu danken hatte 2, 81. ihnen allein hab ich diesen schimpf zu danken Gotter 3, 90.
7.
ablehnen. will man ein erbieten nicht annehmen, so erwidert man höflich ich danke: aber auch ironisch weist man damit misfälliges mit geringschätzung zurück, ich danke für ein geschenk aus solchen händen.
dein söhnchen läszt dich nie den namen vater hören,
'herr doctor' ruft er dich; ich dankte dieser ehren.
Lessing 1, 4.
8.
sprichwörter bei Henisch 645. auf einen guten tag danke gott, einen bösen tag nimm auch fürlieb. beten und danken ist der schönste gottesdienst. dank dem pfennig (dem geld) dasz du nicht bist pfennig. dank nicht ehe für das schwein, du habest es dann im sack. der welt dankt man mit geben, gott mit nehmen. gott grüszet alle welt, aber wenige danken ihm. gott grüszet manchen, der ihm nur danken könnt. vil danken heiszt heimlich mehr bitten. wer der gemein dienet, dem dankt nieman. wie du die leut grüszest, also dankt man dir.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 734, Z. 70.

danken, n.

danken, n.
danken kost nichts und gefällt gott und den menschen wol Lehmann Floril. 133. wenn danken ein batzen kostete, so behielts mancher in seinem säckel das.
leget anmut ins empfangen,
lieblich ists den wunsch erlangen,
und in stiller tage schwanken
höchst anmutig sei das danken
41, 33.
es ist kein mensch auf erd so reich,
der arm ist ihm mit danken gleich
Henisch 645.
das danken vergröszert die wolthat Stieler 278. besser arbeiten dann bitten und danken das.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 736, Z. 75.

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Zitationshilfe
„danken“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/danken>, abgerufen am 31.07.2021.

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