Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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dann, adv.

dann, adv.
goth. þan, þanuh, alts. than, ahd. danna, danne, denni, denne, mhd. danne, denne, angels. þon, þonne, þanne, þœnne, engl. then, niederl. dan, schwed. und dän. nur untrennbar in saͦdan, ligedan, wie bei uns in alsdann, sodann. in der Berliner volkssprache hört man dunne, dunnemals. die partikel ist entsprungen aus dem goth. þana, dem acc. sing. des demonstr. sa, wofür auch einmal (Marc. 15, 44) þan vorkommt: seine accusativische natur wird durch das entsprechende tum (cum, illum) und tunc (für tumc, goth. þanuh) bestätigt. so erklärt sich auch die ahd. form denne aus dem acc. den; vergl. Gramm. 3, 165—167. die verschiedenen formen sind ursprünglich gleichbedeutend und stehen sowol für tum tunc deinde als für nam enim, und hinter der comparation für quam; denne erscheint nur etwas seltner. Keisersberg läszt beide formen gelten, dann dan und denn den, doch jene gebraucht er öfter. Luther hat sich für denn entschieden und läszt dann nicht zu. auch bei H. Sachs ist denn die regel, nur zuweilen zeigt sich dann, während doch wann bei ihm häufiger ist als wenn. dagegen scheinen andere wie Steinhöwel, Schwarzenberg, Fischart nur dann gelten zu lassen. Maaler gibt ihm s. 86 den vorzug, doch findet man bei ihm auch erst denn tunc 89. Henisch im anfang des 17 ten jahrh. stellt dann und denn auf und gibt beispiele von beiden 646. 679, doch für quam braucht er vorzugsweise denn. Schuppius und Jac. Ayrer ziehen dann vor, Logau schwankt, neigt sich aber zu denn, Stieler merkt s. 277 dann und denn für nam an, Steinbach sagt dasz denn häufiger sei, aber Frisch, der keinen unterschied in der bedeutung macht, zieht in den beispielen dann vor. etwa in der mitte des 18ten jahrh. hat man angefangen eine geschichtlich unbegründete, an sich begreifliche, in die volkssprache nicht eingedrungene scheidung geltend zu machen, indem man denn nur in der bedeutung von nam, enim und von quam hinter der comparation und verneinung zuliesz, wie man auch wann und wenn geschieden hat.
1.
es bezeichnet den zeitpunct nach einem eingetretenen ereignis, nach der erfüllung einer bedingung und steht wie tum, tunc; in alsdann alsdenn wird es verstärkt. wenn wird dabei vorausgesetzt, aber nicht immer ausgedrückt. wenn der frühling kommt, dann bricht das laub heraus. wenn ich zurückkomme, dann sollt ihr alles erfahren. die ihn jetzt loben, die schelten ihn dann. was hilft ihn dann sein übermut? was soll dann aus ihm werden? er ist immer unzufrieden, auch dann, wenn seine wünsche erfüllt werden. gleich als ein zerbrochen dach, wann es an einem ort dardurch thut regnen, so fleuchst du dann hindan in ein andern winkel, ob das wetter ubergehn wolt Keisersb. Sünden des munds 42ᵃ. sie (die schnecken) steigent uf die böm bisz in die tolden und fressen die bletter ab, was sie dann finden 62ᵃ.
wann er dann also gar wart trunken,
so sang er Bachus lob
Fischart Garg. 10.
gib mir zuvor gelt, dann will ich dir wein geben Henisch 646. wann die zeit kommt, dann wollen wir davon reden das.
dann raube, plünder er, dann wehr er seinen namen.
Logau 1, 71, 80.
sei nicht geschickt, man wird dich wenig hassen,
weil dir dann jeder ähnlich ist
Gellert 1, 43.
wenn du beweise siehst, dann ist der glaube pflicht.
1, 349.
ja stürb ich auch zu ihren füszen,
auch dann soll noch Lucinde wissen
dasz sie mein zärtlich herz verehrt
ders.
doch, wenn ichs (das buch) nehme, grundgelehrter mann,
mit gunst, musz ich es dann auch lesen?
Lessing 1, 28.
um erst dann zu leben,
wann er staub wird sein
1, 40.
ich habe, trotz der grauen haare,
womit ich dann zur grube fahre,
sechs tage nur geliebt
1, 63.
App. sehen Sie, ich soll noch heut eine frau nehmen. Mar. nun? und dann? App. und dann? und dann? Ihre frage ist auch verzweifelt naif. 2, 144. ich gehe und erwarte Sie als richter: und dann dort erwarte ich Sie vor dem richter unser aller 2, 189.
auch dann nicht, dann nicht einmal, wenn
erkenntlichkeit zum herzen eurer tochter
der liebe schon den weg gebahnet hätte?
2, 287.
nimmer, nimmer wollt ich dann
noch nach andern freuden jagen
Bürger 5ᵇ.
fürchteten gott wir so wie wir die könige fürchten,
engel wären wir dann, machten zum himmel die welt.
Herder Zur schönen lit. 9, 123.
bliebe dann noch dein gewissen
unbefleckt und rein?
132.
bist du der wirthliche gott? dann so verstosze den gastfreund
nicht.
Göthe 1, 270.
strömt von der hohen
steilen felswand
der reine strahl,
dann stäubt er lieblich
in wolkenwellen
zum glatten fels
2, 58.
vergl.denn 4.
2.
zur verstärkung der frage bei wie; s. 7ᶜ. wie dann? ist er bereit? wie dann? thut es ihm so wol? Garg. 107ᵃ. was dann? wie dann? was soll in diesem fall, was soll hernach geschehen? wenn er nun aber! wie dann? Lessing 2, 177.
Recha. nun meiner wünsche wärmster innigster
erfüllet ist, was dann? was dann?
Daja. was dann?
dann hoff ich dasz auch meiner wünsche wärmster
soll in erfüllung gehen
2, 260.
3.
nun und dann jetzt und in zukunft Briefe an Joh. v. Müller vorw. ix. dann und wann zuweilen, interdum Stieler 277. Frisch bemerkt 1, 185ᵇ dasz es von den neuern gebraucht werde. Williram sagt eteswanne unte eteswanne 21, 16. niederdeutsch echt und echt Brem. wörterb. 1, 291.
so wünsch ich dann und wann
Günther 696. 707. 783.
dann und wann ausgehen Irrgarten 164.
so lange 'dann und wann' und 'spinde' märkisch ist.
Canitz 216.
wenn ich vom hofe abkomme, will ich Sie dann und wann besuchen Rabener 3, 327.
doch bringt er seine spitzgen fragen,
die minder als sie sagen sagen,
noch dann und wann hervor
Lessing 1, 74. 132.
dann und wann einen kleinen profit zu haben 9, 579.
wenn etwa dann und wann
sich etwas ereignen sollte
Wieland 5, 143.
so wie auch wir uns dann und wann betrügen
8, 219. 220.
auch dann und wann ein blick voll zärtlichkeit
9, 51.
morgen oder dann und wann
Rückert 26.
aber glaubet mir das leben läszt sich dann und wann ertragen
Platen.
4.
geht es auf die folge oder reihenfolge der ereignisse, auf eine ordnung, so heiszt es danach, sodann, deinde. erst gehen die männer, dann die frauen, dann die kinder. der hanswurst sagt im puppenspiel bei der austheilung der speise, erst komme ich, dann ich und dann ich zum drittenmal. was ist darnach kürzer dan ein stund? und wir wellen da nit me dan ein stund schwetzen, und dann aber (abermals) ein stund, und dan die dritten stund auch. also vertreiben wir die zeit Keisersb. Sünden des munds 76ᵃ.
dann lecken und dann kratzen
Weckherlin 142.
der mohn dann halb, dann ganz
550.
ir weiblein wann ich euch bericht
dasz eure blick mein herz dann nähren
und dann aufspalten, dann verzehren
794.
dies ist der ring den sie in Frankreich mitgetragen,
als sie das erste mal sich wollte kühnlich wagen
mit ihrem bruder hie, der dann auf dieser fahrt
die lanze mit sich hat, die noch Astolfi wart.
Werder Ariost 11. 4, 3.
als gott zuerst erschien er ihr:
dann als ein mann und endlich als ein thier
Lessing 1, 3.
du ladest zwanzig schmauser ein
wovon ich keinen kenn: und dann mich oben drein.
1, 24.
dem er den süszen trunk
und dann das schlaflied zollt
1, 90.
sein seidnes schnupftuch nimmt,
sich räuspert und dann spricht
Gellert 1, 53.
ich führe parthischen
schwefel zum lndus, denn da gilt er viel:
sinesische geschirre bring ich dann
zurück nach Indien:
dann geb ich meinen schweren handel auf
und setze mich zur ruh
Herder Zur schönen lit. 9, 126.
erst empfindung, dann gedanken:
erst ins weite, dann zu schranken
Göthe 4, 166.
5.
kommt die zeit bei der folge nicht in betracht, so heiszt dann soviel als zugleich, auch, überdies, dazu, simul; vergl. denn 5. dem herrn von Meyern, der Friedrichsuniversität zu Erlangen curatori, dann hochbestallten präsidenten des justizcollegii Reichard.
du hattest, Sittah, nicht so unrecht: ich
war nicht so ganz beim spiele: war zerstreut.
und dann, wer gibt uns denn die glatten steine
beständig die an nichts erinnern, nichts
bezeichnen?
Lessing 2, 229.
dann ist der gut gelaunte sänger
mitunter auch ein kinderfänger
Göthe 1, 200.
dann ist der vielgewandte sänger
gelegentlich ein mädchenfänger
1, 201.
wird es wiederholt, so steht es für baldbald, modomodo, er ist alles in allem, schreiber, dann koch, dann kutscher, dann gärtner. sie (die faulen weiber) gucken lieber zum fenster hinaus: denn seind sie oben in dem hus, dann unden, dann in dem stal bei dem knecht Keisersb. Sünden des munds 11ᵃ. dann südet man sie (die eier), dann schlecht man sie in ein wasser, dann in anken, dan macht man kroszeier darausz, dan küchlin, dann so füllet man sie in hüner, dann macht man ein eierbrü darausz, und ist doch anderst nichts dann eier 4ᵇ. da mancher zum pfarrambt kombt und erhoben wird, dann durch freundschaft, dann durch gift und gaben, dann durch andere ursachen Schuppius 532.
dann musten sie vertragen
dasz man sie eingesteckt, dann dasz man sie geschlagen.
Opitz.
6.
substantivisch, über das dann des jenseits hat dies kleine jetzt keine stimme J. Paul Titan 2, 74. ebenso das wann, das wie, das wo.
7.
die scheidung von dann und denn hat sich wol insofern festgesetzt als jetzt in der bedeutung von nam, enim und quam nach dem comparat. denn allein gebraucht wird, dagegen nur alsdann, sodann für tunc, während bei Steinbach noch alsdenn, sodenn vorkommt, bei Frisch nur alsdann, doch bei Lessing alsdenn 2, 366. 398. in den andern fällen gestatten selbst Herder, Klinger und Göthe noch dann für denn, zumal bei fragen; s. unten denn. beispiele aus der zeit, in welcher die scheidung noch nicht eingetreten war, müssen hier angeführt werden.
a.
dann für nam enim im anfang des satzes; s.denn 1. da mag man kein gemein regel geben, dan die menschen seint ungleich, sie hond nit gleich arbeit Keisersb. Sünden des munds 5ᵃ. es ist bös sein wider ein künig, dann er hat lange arm, reichet weit 18ᵃ. da sprach diser vatter 'du lügst, dan sie hat das gethon ausz liebe gottes und liebe ires mans' 24ᵃ. das ist ein unersamer schimpf, dan es ist uneerlich da einer die leut zelachen bewegt und acht nit ob es im wol anstand oder ubel 53ᵃ. darum ist zweizüngigkeit gleich als hinderreden und zuͦ oren blasen, dan sie tragen red zuͦ oren 67. lob und eer gott den herren, dan er wil daz wir im dienen umb unsers nutz willen: er bedarf unser gar nichts 83ᵇ. der sol sich nit underston dem bessern und höheren zu dienen, dan ire dienst werden unempfenglich (nicht angenommen) Steinhöwel 33ᵃ (1555). ich gib euch nichts, dan ich sol (schulde) euch nichts 39ᵃ. dann sie gehen süsz ein wie zucker Er. Alberus v. dann durch den glauben an Christum werden die herzen gereinigt ders.
dann man solch leut auch haben musz.
Fischart Garg. 2.
dann weil er lebet must er trinken,
und trinken war sein leben
9.
iedoch so war ist was wir lesen,
das wein vor fäule bhüt,
so wird des Rabeles nam und wesen
nimmer verfaulen nit,
dann er ie wol beweinet war,
sein leib und därm durchweint
11.
das wird ihm lieber als betten sein,
dann betten gehöret gott.
12.
dann weil sie nicht lebhaftig sind
verschwind ir leben auch geschwind
24.
dann nichts ist also schwer und scharf,
das nicht die arbeit underwarf
ders. Glückh. schiff 41.
das gestad scherzt auch mit dem schiff,
wann das wasser dem land zuliff,
dann es gab einen widerton
gleich wie die ruͦder thäten gon
393.
dan nichts zirt eine statt so sehr
als ehrlich künst und gute lehr
911.
gehst nicht weg, so erstich ich dich,
dann ich bin gar ein jäher man.
J. Ayrer Theatr. 91ᵇ.
es wird morgen hübsch wetter sein, dann es abendröthet Henisch 646. wann einer sein kind zeucht, das verdreuszt seinen feind und erfreut seinen freund. dann wo sein vater stirbt, so ists als wäre er nicht gestorben: dann er hat seines gleichen hinter sich gelassen Schuppius 3. gleichwol ist es klüger in diesem stück als Plato und Socrates gewesen sind. dann die natur lehret ein solch vöglein dasz es sein eigen nest sucht 7. dann, indem sie so viel herrliche sprüche erzähleten, vermeinten die einfältigen leute — Opitz Poeterei 3. dann der herr Christus hab befohlen Zinkgref Apophth. 3, 3 und häufig. dann ohne zweifel ein solches groszes gut auch werth ist dasz — Spee 2ᵇ.
die unruh ist im land und ruh ist in der stadt,
dann jenes leidet noth und sie ist meistens satt.
Logau 1, 52 (9).
ich wäre gerne reich, dann dasz ich reich nicht bin,
drum wil man mich dazu noch zu der strafe ziehn.
1, 59 (37).
im argen lag die welt, jetzt liegt sie nun im ärgsten,
dann gottes theil ist schwach, des teufels ist am stärksten.
1, 79 (18).
Pätus lobt der keuschheit gaben,
dann es will ihn keine haben
1, 79 (19).
sein irrthum wird nicht viel gezehlet,
dann wo er etwa hat gefehlet,
das wird in erde tief verhölet
1, 83 (40).
was ists, worüber mehr die jungfern so entbrennen,
als wenn man sie pflegt alt und ungestalt zu nennen?
dann jugend dient zur zucht, und schönheit zum verthun:
sind diese beide weg, so läszt man sie wol ruhn.
1, 99 (12).
dann schach heiszt auf persianisch ein könig Olear. Rosenthal 7, 13 u. s. w. Lockmanns fabeln 5. 10. 22. 24. hieraus erscheinet klärlich dasz wir Pommern zu den Carinern müssen gerechnet werden: dann unsere vorfahren in Vorpommern heiszen Plinio Cariner Micrälius 1, 16. 2, 187. die sarsaparilla musz mittelmäsziger dicke sein wie ein federkiel, dann die gar dünne nichts taugen Hohberg 3, 607ᵃ.
die ehr hat grosze kraft die künstler aufzumahnen,
dan kunst ohn ehrenlohn wächst selten in die höh.
Rompler 161. 168. 169. 191.
dann mit der muttermilch hast du den trieb gesogen.
Caniz 56.
dann sollt ich hier die müh dich zu erforschen nehmen,
wir müsten (ists nicht wahr) uns vor einander schämen
96.
dann ein jeder ist überzeugt dasz er ursache dazu habe 187. er ist immer vergnügt, dann er ist recht gelehrt. dann wer recht gelehrt ist, kann sich immer vergnügungen machen. Frisch 1, 185ᵃ.
b.
steht es nicht im anfang des satzes, so heiszt es soviel als mithin, demnach, also, oder dient blosz zur verstärkung. der grund ist nicht selten nur im allgemeinen angegeben oder wird vorausgesetzt; s.denn 6. so geht dann endlich fort. so tretet dann hervor. da fing der advocat an und wolt disputieren, damit er dan alwegen was umb gangen Keisersb. Sünden des munds 61ᵃ. wüste und schampere wort, wie du es dann nennen wilt 61ᵇ. er bat um ein thür (vor den mund) die dan uf und zuͦ gat 77ᵇ. bist du ein priester, so sprich psalmen. bist du ein lai, so sprich andere ding die du dann kannst 83ᵇ. weil du dann dazumal meinetwegen leid und schmerzen gehabt Henisch 646. so bleibt es dann dabei Frisch 1, 185. er mag dann das vergangene bessern das.
Sittah (beim schachspiel) so zieh
ich in die gabel.
Saladin. wieder wahr. schach dann. Lessing 2, 226.
wolan, so theile deine einsicht mir
dann mit
2, 274.
Lessing gebraucht in dieser bedeutung auch denn; s. unten. dies angenommen, wie es dann angenommen werden musz Klinger 11, 163.
geschwind, herr pfarrer, dann:
sticht Sie das mädchen an?
Göthe 13, 15.
nach vorangehendem als, wie, wo, nun. ist nun gott dein geistlicher vatter, als uns dann der glaub fürgibt Keisersb. Sünden des munds 13ᵇ. Jacob der was glatt an dem leib, und Esau was harig, als dann ein mensch hariger ist dann der ander 15ᵇ. und wolt vor mit im beten ee sie äszen, als dann ir gewonheit was 11ᵃ. es waren zwen gevattern zuͦ Bononien, die luͦden einander, als man dann thut, uf die fastnacht 19ᵇ. dann er het in gesehen sitzen dort in seiner groszen kappen die er an hals gestreift het, als dan gewonheit ist der küning in Frankreich 46ᵃ. so stelt er sich als ein narr, als er dan ein nar ist 52ᵃ. und sie fiengen an zu reden von schamperen dingen oder von unkeuscheit, als man dan thuͦt 77ᵇ. wie dann in denselbigen ländern knecht und mägd zu kaufen und verkaufen gewonheit ist Er. Alberus 1ᵃ. wie dann Homerus und Virgilius schreiben 1ᵇ.
wie man dann auch find solchermaszen
das ausz S. Dominici grab
ein reb sei nach seim tod fürgsprossen,
die gut domvinischen wein gab.
Fischart Garg. 9.
als sie es merkten, wie sie dann eines scharfen verstandes sind, da lieszen sie es anstehen Frisch 1, 185ᵇ. wie es dann auch wahr ist ders.
wo dann gerechtigkeit und unschuld
am feind nicht kann erlangen huld
H. Sachs 1, 51ᵇ.
nudann cum itaque Stieler 277. Prinz. rede will ich! Marin. nun dann? was läge an meinen anstalten? Lessing 2, 161.
verbrannt? wer? meine Recha? sie?
das hab ich nicht gehört. nun dann! so hätte
ich keines hauses mehr bedurft
2, 191.
Salad. wir kommen ab vom spiele. mach ein ende.
Sittah. so bleibt es? nun dann, schach und doppelt schach.
2, 227.
c.
als verstärkung bei fragen; s. 2. denn 7. so du ein mensch bist, wie getarstu du dich dann wider einen halben got setzen? Steinhöwel vorr. (1487). warum dann? Henisch 646.
solt uns dann gottes sohn zu lieben unterlassen?
Logau 1, 197 (7).
wozu dienen sie dann? Schuppius 27. hastu dann die zehen reichsthaler gestern nicht empfangen? 29. wann dann? wohin dann? wer dann? worauf dann? warum dann? Stieler 277. wo seid ihr dann? was habt ihr dann? warum singen dann diese vögel? wie fängt er es dann an? ist er dann gelehrt? weist du dann nicht? Frisch 1, 185. es kann ein adverb. oder ein pronom. interrogat. voran gehen, wie im latein. quidnam, quonam, ubinam: es kann auch fehlen, wo im latein. num, an, anne, ne steht. ist dann das dein meinung? siccine est sententia? Maaler 86ᵇ. ich werde sie fragen was dann die kleinigkeiten, darüber sie ganze bücher schreiben, wol sonderbares an sich haben Liscov 54. aber was dann eigentlich die seltsamen figuren bedeuten sollten, darüber konnten sie sich nicht vergleichen 62. er frug mich neulich ganz höhnisch warum dann nicht alle fenster so bemahlet worden, und was dann die einzige scheibe sonderbares an sich gehabt habe 70. dasz es nicht minder schwer zu begreifen, wer dann dem menschen diese kräfte genommen habe 710.
näher als ich mir selbst, ist mir die güte des schöpfers:
wie dann? dasz ich von ihm öfter mich fühle so fern?
Herder Zur schönen lit. 9, 123.
wie dann, sprach ich, kommst du hieher?
132.
der krämer fragt 'was ist dann das?'
Göthe 2, 218.
wer ist dein vater dann?
7, 87.
von was, o fremdling, lebst du dann? (: mann)
13, 86.
wer ist dein vater dann? (: mann)
13, 87.
mein lieber freund, wer sind Sie dann?
ich bin ein reicher edelmann
13, 67.
vergl.denn 7.
d.
für quam, nisi nach comparativen oder comparativischen verneinungen, nach anders, auch wenn statt nichts anders nur nichts steht, oder keiner statt kein anderer. im 15ten und 16ten jahrh. gebrauchte man auch weder, jetzt ist als gewöhnlicher. wenn du scheinest nit anderst dann als der umbschwaif der sunnen Steinhöwel vorr. (1487). was der füller seint, die hörent nit ee uf dan bisz es inen nümer schmeckt Keisersb. Sünden des munds 5ᵃ. da einer kum dreier pfenningwert guͦts hat, der iszt me schleck dann mancher der jars hundert gülden gelts hat zuͦ verzeren 4ᵃ. schlemen ist nüt anderst dan ein unordenliche begird zuͦ essen und zuͦ trinken 4ᵃ. wann keinen gröszern feind magstu haben uf erdreich dann die sünd 13ᵇ. dar zuͦ ist besser er werd lieb gehaben dann das er geeret werd 48ᵃ. nit anderst dan wie ein henn thuͦt, die ein ei hat geleit, die gazet das haus vol in allen winkeln: sie hat kein ruͦg dan bisz sie sich selber darumb bringt und bisz man ir das ei dannen nimpt 56ᵃ. man muͦsz es anderst angreifen wan man frid under den freunden wil machen dan also 66ᵇ. zeit, da er verfaren mag mit geschwetz, das er me redet dan er reden solt 80ᵇ. der gemein man went nit anderst dan man red recht und wol von den sachen, so seint der schelfen me dan der nüsz 81ᵃ. die wort sollen vorhin kumen zuͦ der feilen, ee dan sie ausz gond von deinem mund 81ᵇ. solten wir uns leiden nit mer dan wie die kriegs gesellen, die da leiden umb der welt willen tag und nacht 86ᵃ. anderst dann vor zeiten Maaler 86. du thuͦst vil anderst dann du verheiszen hast ders. war uns auch lieber dann hett uns der marggraf 2000 gulden geschenkt Götz von Berlichingen Lebensbeschr. 60. ist uns auch lieber gewest dann gold und silber das. dasz die fabeln nichts anders sind dann liebliche gleichnissen Eras. Alberus 4. kein feiner noch meisterlicher gedicht als das buch von Reinicken, welches ich nit geringer achte, dann alle comödien der alten 9.
seh (sie sehe) mehr dann sie je hät gehört.
Schwarzenberg 106, 1.
den tod ich heimlich mehr beklag
dann ich sünst iemand öffen mag
148, 2.
nun ist mir anderst nit zu sinn
dann sei mein leben halb von hinn
151.
sprach 'denk ein jeder mensch der lebt,
hat nichts gewissers dann den tod'
151.
bleib doch schwerer in meiner acht
dann man jetzund die gulden macht.
H. Sachs 1, 411ᵇ.
was haben die Griechen, dann fabeln von Germania geschrieben Frank Weltb. 22ᵇ. darum musz folgen dasz etwas anders auf der mülen ist dann man uns sagen will Fischart Bienenkorb 97ᵃ. und gehn die apostel nit lenger zu fusz dann bis sie ein pferd bekommen zu reiten 126ᵃ. ich habe an keinen dann allein an dich geschrieben Henisch 646. unter allen menschen ist keiner ohne sünde gewesen dann Christus das. du sagest anders dann du meinest das.
dann was steht basz dann wann die jugend
nachschlägt irer vorfaren tugend.
Fischart Glückhaftes schiff 153.
auch der poet Ovidius
das zaignis ihnen geben musz,
dasz ir gemerk vil schärfer sei
dann keines hundes
Spangenberg Ganskönig G IIIᵃ.
und nichts dann nur von bulschaft tadern
H v.
sie bilden ihnen selbs nichts für
dann eitelkeit und ungebühr
Weckherlin 3.
die zeit wird eure schönheit
nicht mehr dann die rosen sparen
391.
mit keuschem unbeflecktem schein
mehr dann Diana
430.
wann es ordentlich im hause gehalten wird, das schaffet mehr dann grosze arbeit Schuppius 27. er solle ihm erlauben dasz er ihn noch desselben tages an seinem leibe angreife, ehe dann er sich erhole 160. einem narren und unverständigen ist nichts ratsameres dann dasz er still schweige Olear. Rosenth. 8, 47. nichts dann gold Frisch 1, 185. er ist gelehrter dann sein bruder das. von da an hat denn die oberhand behalten; vergl. denn 2.
e.
wo es eine bedingung bezeichnet und für nisi steht, sie hörent nit uf ze saufen, sie sehent dan der kanten (kanne) den boden Keisersb. Sünden des munds 5ᵃ. der schiffman wolt in nit umb gottes willen hinüber füren, er geb im dann ein heller oder liesz im ein pfandt darfür 65ᵇ. darumb soltu niemant nichts verheiszen, du seist dann gewisz das ze halten 66ᵃ. es triegend dann mich alle meine sinne nisi me omnia fallunt Maaler 86. es seie dann sach, dasz der vater ein anders sage ders. kein pölz giengen überzwer, sie piffen dann Fischart Garg. 180ᵇ. es sei dann Henisch 646. es könne niemand ins ampt kommen, er nehme dann eines meisters tochter Schuppius 8. halte niemand für deinen freund, du hast ihn dann in der not probieret 236. an der börse laufen keine narren herum, es müste dann ein laie sein Klinger 11, 307. vergl.denn 3.
8.
im 15ten und 16ten jahrhundert erscheint es zuweilen in der mhd. bedeutung von auszer, ausgenommen, niwan. gott der herr sprach zuͦ im 'wer hat dir gezeugt das du nacken (nackend) warest dann allein das du hast gessen von dem holz (baum) das ich dir verboten hab Keisersb. Sünden des munds 12ᵇ. er macht sein ze vil, wie wol er braucht kein wüst wort dan allein schimpfwort (scherz) 53ᵃ.
nid lacht nit dann so undergat
das schiff das sie ertrenket hat
Brant Narrenschiff 53, 21.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 740, Z. 37.

dann

dann
für dannen. vergl.dannher bei dannenher 2.
fuͦren mit guͦtem wind von dann (: man)
Theuerd. 43, 63.
sie fürten grosze schetz von dann (: stan).
Laurin 2665 Schade.
ritten von dann (: man)
2674.
es treibt mich eben jetzt von dann
Rückert 235.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 746, Z. 31.

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Zitationshilfe
„dann“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/dann>, abgerufen am 07.05.2021.

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